Erste Fälle von Influenza in Vorarlberg nachgewiesen

VN / 07.01.2020 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Die Vorboten einer möglichen Grippe lassen grüßen. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Die Vorboten einer möglichen Grippe lassen grüßen. VN/Paulitsch

Experten rechnen mit baldigem Beginn der Grippesaison.

Feldkirch Anfang Dezember legten die Grippeviren in Tirol gleich zwei Schulen lahm. In Telfs und Innsbruck hatten sie ganze Klassen leer gefegt, was Experten zu der Vermutung veranlasste, dass es mit der Influenzasaison diesmal früher als sonst losgehen könnte. Die in der dritten Dezember-Woche registrierten Krankenstandsmeldungen untermauerten diese Annahme. Wie von der jetzigen ÖGK-Landesstelle in Dornbirn mitgeteilt wurde, gingen wegen Grippe oder grippaler Infekte insgesamt 1022 Krankenstandsmeldungen ein. Schon in der darauffolgenden Woche sank die Zahl jedoch drastisch, und zwar auf 261. In der ersten Woche des neuen Jahres stiegen die Krankenstandsmeldungen dann wieder auf 495 an.

Stationäre Aufnahmen

Inzwischen hat Vorarlberg die ersten im Labor nachgewiesenen Fälle von Influenza. Wie OÄ Gabriele Hartmann, Leiterin der Hygieneabteilung im Landeskrankenhaus Feldkirch, auf VN-Anfrage mitteilte, gab es am Wochenende gleich einige Influenzaerkrankungen. Sie spricht von vier bis fünf. Drei Grippeopfer wurden stationär aufgenommen. „Bis Freitag war alles ruhig, dann ging es los“, sagt Hartmann, die ebenfalls mit einem früheren Beginn der Grippesaison gerechnet hatte. Dies vor allem aufgrund der epidemischen Aktivität der Influenzaviren in Tirol.

Die Meldungen darüber führten auch zu einer verstärkten Nachfrage nach der sonst eher vernachlässigten Grippeimpfung. „Die Ausbrüche in Tirol zeigten Wirkung“, bestätigt der Präsident der Vorarlberger Apothekerkammer, Jürgen Rehak. Die wieder zunehmenden Krankenstandsmeldungen aufgrund von grippalen Infekten und Grippeerkrankungen sind seiner Ansicht nach Zeichen dafür, dass die Influenzasaison langsam, aber sicher in die Gänge kommt. „Das ist meist Mitte Jänner der Fall“, stützt sich Rehak auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Bei den grippalen Infekten ist seinen Aussagen zufolge bereits ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.

Impfung noch sinnvoll

Sowohl Jürgen Rehak als auch OÄ Gabriele Hartmann raten nach wie vor zur Grippeimpfung. Bis ein Impfschutz aufgebaut ist, dauert es etwa 10 bis 14 Tage. Obwohl die Grippeschutzimpfung jedes Jahr erneuert werden muss, weil sich die Viren ändern, bauen jene, die sich regelmäßig impfen lassen, laut Rehak einen breiteren Schutz auf, so etwa auch gegen Grippeviren, die im Impfstoff möglicherweise nicht enthalten sind. Im Westen des Bundesgebiets werden überwiegend Fälle von A(H3N2)-Virusinfektionen nachgewiesen, im Osten sind zusätzlich vermehrt A(H1N1)pdm09-Viren im Umlauf. Influenza-B-Fälle kommen nur in geringem Ausmaß vor. Alle bisher nachgewiesenen und genetisch detailliert untersuchten Influenzaviren entsprechen den in den 3-fach- und 4-fach-Impfstoffen enthaltenen Virusstämmen.