Personalnot: LKH Bregenz reduziert OP-Kapazität

VN / 02.02.2020 • 13:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das LKH Bregenz kämpft, wie andere Häuser auch, mit Personalproblemen.  VN/STEURER

Mangel an Anästhesisten führt zu Verschiebungen von Eingriffen.

Bregenz Engpässe bei OP-Terminen sind oft mehreren Faktoren geschuldet. Besonders schwierig wird es mit der Planung, wenn zu wenig medizinisches Personal zur Verfügung steht, wie ein Beispiel aus dem Landeskrankenhaus Bregenz zeigt. Dort fehlt es an Anästhesisten, und weil dem so ist, müssen im Februar 20 Patienten eine Verschiebung des geplanten Eingriffs um bis zu zwei Wochen in Kauf nehmen. Das bestätigte der Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), Gerald Fleisch, auf VN-Anfrage.

Löcher in den Dienstplänen

Auch auf den Dienstplänen für März und April gebe es noch Löcher, wie viele Operationen in diesen Monaten ausfallen bzw. verschoben werden müssen, stehe aber noch nicht fest. Es könnten einige sein, Insider sprechen für den gesamten Zeitraum jedenfalls von mehr als 50 Tagen. Aufgrund von Krankenständen und Urlauben im Zusammenhang mit den bevorstehenden Energieferien wurde die OP-Kapazität am LKH Bregenz insgesamt um fünf Prozent zurückgefahren.

Laut dem KHBG-Direktor gehört die Anästhesie zu den am schwersten zu besetzenden medizinischen Fächern. „Wir haben die Rekrutierung deshalb intensiviert“, erklärte Gerald Fleisch. Auch beim traditionellen Anästhesie-Kongress in St. Anton am Arlberg, der vergangene Woche stattfand, wurde versucht, im Personalteich der Narkoseärzte zu fischen. Doch das Bemühen erweist sich als schwierig. Der Mangel besteht europaweit und trifft alle chirurgischen Bereiche in einem Spital.

Gegenseitige Hilfe

Damit die Löcher auf den Dienstplänen nicht allzu weit aufreißen, helfen sich die betroffenen Abteilungen in den Landeskrankenhäusern gegenseitig aus. So werden beispielsweise kleinere Eingriffe ins Landeskrankenhaus Bludenz verlagert. Der letzte Ausweg sei immer, eine schon geplante Operation zu verschieben, betont Fleisch. Wie berichtet, hat die KHBG über Auftrag des Landes einen Maßnahmenkatalog zur Reduzierung von Wartezeiten erarbeitet, wobei kurzfristig vor allem in der Augenheilkunde eine entsprechende Entlastung geschaffen werden soll, wo die Patienten besonders lange auf einen Termin warten müssen.