Kanzler Kurz zu Corona: Rückkehr zur Normalität 2021

Politik / 12.11.2020 • 21:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Im ersten Halbjahr des nächsten Jahres rechnet Bundeskanzler Sebastian Kurz mit einer Verbesserung der Situation in Sachen Corona.

Schwarzach Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) rechnet mit einer deutlichen Rückkehr zur Normalität im ersten Halbjahr 2021. Voraussetzung dafür sei ein wirksamer Impfstoff, sagte Kurz am Donnerstag beim Vorarlberger Wirtschaftsforum. Ob die Regierung der zweiten Welle mit einer Verschärfung der Maßnahmen begegnen wird, könne er noch nicht sagen. Man sei aktuell mit der Evaluierung der gesetzten Maßnahmen beschäftigt. „Sie müssen mir noch ein, zwei Tage Zeit geben“, so Kurz. Die 37. Auflage des Wirtschaftsforums wurde angesichts der Pandemie virtuell abgehalten. Der aus dem Bundeskanzleramt zugeschaltete Kurz beantwortete Fragen, die ihm von VN-Chefredakteur Gerold Riedmann gestellt wurden.

"Die aktuelle Situation ist extrem ernst", sagte Bundeskanzler Kurz als virtueller Gast bei der 37. Auflage des Vorarlberger Wirtschaftsforums. <span class="copyright">AP</span>
"Die aktuelle Situation ist extrem ernst", sagte Bundeskanzler Kurz als virtueller Gast bei der 37. Auflage des Vorarlberger Wirtschaftsforums. AP

„Bitte an alle, die Maßnahmen mitzutragen“

Er gehe davon aus, dass im ersten Halbjahr 2021 mit dem Impfen bestimmter Teile der Bevölkerung begonnen werden könne und es gelinge, die Pandemie in den Griff zu bekommen, sagte der Bundeskanzler. Die aktuelle Situation bezeichnete er als „extrem ernst“. Er verband damit die Bitte an alle, die Maßnahmen mitzutragen. Die Masse an Infektionen finde im privaten Bereich statt. „Wie in weiten Teilen Europas sind auch bei uns die Infektionszahlen so hoch, dass die intensivmedizinische Kapazität an absolute Grenzen gelangt“, so der Kanzler. Das sei der Grund, weshalb man harte Maßnahmen habe setzen müssen. Wie der Winter, auch wirtschaftlich, verlaufen werde, sei nach wie vor extrem schwierig einzuschätzen. Erkennbar sei in anderen Ländern wie etwa Israel, dass ein zweiter Lockdown wirke. „Es steht aber in den Sternen, ob wir bei den Infektionszahlen so weit runterkommen wie im Frühling“, so Kurz. Lockere man nach einem Lockdown die Maßnahmen zu schnell, würden die Infektionszahlen wieder rasch ansteigen. „Wir werden deshalb weiter mit Einschränkungen leben müssen“, sagte der Bundeskanzler.

Herausforderungen in den nächsten Wochen

Aufgrund der zweiten Welle würden auch die nächsten Wochen herausfordernd. Ganz schwer vom Lockdown betroffen sei die Reise-, Gastronomie- und Hotellerie-Branche. Aus den Gastronomiebetrieben seien bereits mehr als 20.000 Anträge auf Coronahilfe eingegangen. Die Betriebe erhalten 80 Prozent des Umsatzes vom vorigen November ausbezahlt, „die ersten Gelder beginnen zu fließen“, stellte Kurz fest. In Sachen Reisewarnungen sagte der Bundeskanzler, dass insbesondere Deutschland sehr restriktiv vorgehe. Das Koalitionsklima mit den Grünen bezeichnete Kurz als gut, die Zusammenarbeit laufe sehr professionell. „Etwas anderes wäre auch untragbar“, so Kurz, der auf schwierige Entscheidungen verwies. Er hätte sich noch vor einem Jahr niemals vorstellen können, dass er eines Tages Freiheitsbeschränkungen erlassen oder Eingriffe in die Wirtschaft vornehmen müsse.