Um so viel wird das Gemeindezentrum Lech kleiner

VN / 13.04.2021 • 11:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Pläne für das neue Lecher Gemeindezentrum müssen noch einmal überarbeitet werden.
Die Pläne für das neue Lecher Gemeindezentrum müssen noch einmal überarbeitet werden.


Gemeindevertretung beschloss nach zweistündiger Debatte Reduktion der Gebäudehöhen.

LECH Seit Monaten wird in Lech über das im Bau befindliche Gemeindezentrum diskutiert. In der gestrigen Sitzung der Gemeindevertretung wurde nun ein wegweisender Beschluss gefasst.

Knapp zwei Stunden debattierten die Lecher Mandatare über die unterschiedlichen Varianten zur geplanten Redimensionierung des Lecher Gemeindezentrums. Der zuständige Ausschuss für das Gemeindezentrum hatte gemeinsam mit Generalplaner Christian Matt und Bauleiter Michael Hassler zwei mögliche Szenarien zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt. Mit 10:8 Stimmten entschieden sich die Mandatare dabei für Variante 1. Diese sieht die Reduktion der Gebäudehöhen inklusive Neustrukturierung der Dachfläche vor. „Konkret heißt das, dass das Kulturgebäude um drei bis 3,5 Meter kleiner wird. Das Verwaltungsgebäude soll um bis zu 1,5 Meter verkleinert werden“, wie Bürgermeister Stefan Jochum gegenüber den VN angibt. Variante 2 hätte die Verkleinerung von beiden Gebäuden um je ein Stockwerk zur Folge gehabt.

Jochum für größere Reduktion

„Es war keine leichte Entscheidung – vor allem auch deshalb, weil es aufgrund des Bauvortschritts und der vergebenen Gewerke keine Option mehr für eine Kostenreduktion beim Projekt gab“, kommentiert Bürgermeister Jochum den Beschluss. Seitens des Bauleiters wurden Mehrkosten in Höhe von bis zu 190.000 Euro (Variante 1) bzw. bis zu vier Millionen Euro (Variante 2) angegeben. „Insofern konnten wir letztlich nur noch über die Gebäudehöhen verhandeln. Aus meiner Sicht wäre die größere Reduktion um ein gesamtes Stockwerk – trotz der erheblichen Mehrkosten – langfristig und ortsgestalterisch die bessere Lösung für unser Dorf gewesen. Leider hat dieser Vorschlag gestern keine Mehrheit gefunden“, so Jochum.

Die Baurabeiten am neuen Gemeindezentrum in Lech können planmäßig fortgeführt werden.
Die Baurabeiten am neuen Gemeindezentrum in Lech können planmäßig fortgeführt werden.

Nun gelte es das Abstimmungsergebnis zu akzeptieren und alles daran zu setzten, dass das so umgesetzt wird. „Erfreulich ist, dass es zu keinem Baustopp kommt. Es liegt nun viel Arbeit vor uns. Jetzt geht es ans Eingemachte“, so der Gemeindechef. Denn neben den Bauarbeiten gelte es auch die Umplanungen rasch voranzutreiben und nicht zuletzt das Gebäude mit Leben zu füllen.

Blick nach vorne

Nach den intensiven Diskussionen und Verhandlungen rund um das Gemeindezentrum will das Gemeindeoberhaupt jetzt verstärkt anderen Themen widmen. Von denen gebe es, so Jochum abschließend, mehr als genug. „Aus meiner Sicht müssen wir uns jetzt intensiv damit beschäftigen, wie wir als Gemeinde unsere heimischen Betriebe in der Krise bestmöglich unterstützen. Außerdem haben wir gerade in Lech und in anderen Tourismusregionen seit Jahren mit dem sogenannten Investorenmodell zu kämpfen. Dagegen wollen wir – auch mit der ERFA-Gruppe der Tourismusbürgermeister – angehen, um gerade in Zeiten der Krise den Ausverkauf unserer Heimat zu verhindern.“