Was kost‘ die Welt?
Wieder mal den Keller durchforstet: Gefunden wurden zwei Computer (einer schon leidlich ausgeschlachtet) als Hinterlassenschaft der flügge gewordenen Jugend, drei Handys, mit denen man tatsächlich nur telefonieren konnte, ein Bildschirm. So ein dicker ist das noch, dessen weit ausladendes Hinterteil die absonderlichsten Geräusche von sich gab, ehe die Mattscheibe düster wurde.
Alles Mist, sagt der Sohnemann ohne den geringsten Anflug von Nostalgie. Während unsereiner bei einem Commodore 64 noch feuchte Augen kriegt, hinterlassen Begriffe wie Heimcomputer oder Diskette auf der Stirn eines Digital Eingeborenen höchstens ein Fragezeichen. Also ab damit auf den Mistplatz der Stadt. Aber diese letzte Reise wird reichlich deprimierend.
Was da nicht alles herum liegt! Elektronische Geräte jeder Spielart, Computerbildschirme, Waschmaschinen, Videorecorder und Fernseher türmen sich. Viele wären noch funktionstüchtig, aber sie sind eben zu alt. Das wächst uns freilich über den Kopf: Über 50 Millionen Tonnen Elektroschrott fallen jährlich weltweit an, und nur 15 bis 20 Prozent werden recycelt. Wer den überbordenden Ressourcenverbrauch bestreitet, soll doch mal zwanglos im Bauhof vorbeischauen und … staunen.
Thomas Matt
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