Irmgard Stefani-Spiegel: Aus Liebe zu den Sprachen

VN / 21.02.2022 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Irmgard Stefani-Spiegel: Aus Liebe zu den Sprachen
Irmgard Stefani-Spiegel ist allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Dolmetscherin. Sarah Mistura

Irmgard Stefani-Spiegel hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und dolmetscht auch vor Gericht.

Von Sabine Kaloczi

Schwarzach „Als Schülerin wusste ich noch nicht viel von diesem Beruf. Erst auf einer Informationsveranstaltung der Universität Innsbruck bin ich durch Zufall auf den Studiengang aufmerksam geworden“, erzählt Irmgard Stefani-Spiegel über ihre Studien- und Berufswahl. Die Dornbirnerin arbeitet als selbstständige Übersetzerin und Dolmetscherin für die Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch. Zu ihren Fachgebieten zählen Kultur, Wirtschaft und Technik. Besonders spezialisiert hat sie sich aber auf den juristischen Bereich, denn sie ist allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Dolmetscherin für Englisch und Französisch.

Gerichtsdolmetschen

Um in Österreich als Gerichtsdolmetscher arbeiten zu können, muss man nicht nur bestimmte Voraussetzungen erfüllen, sondern auch eine Zertifizierungsprüfung ablegen. Erst danach wird man auf die Liste der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher aufgenommen. „Es gibt zwei Bereiche, die beim Gerichtsdolmetschen ganz wichtig sind. Einerseits das Sprachliche, das heißt, dass man das, was gesagt wird, vollständig und richtig übersetzt. Andererseits, dass die Stellung des Dolmetschers in einem Verfahren neutral ist. Heute sprechen, zum Beispiel, sicher fast alle Richter und Anwälte sehr gut Englisch, trotzdem ist es, nach wie vor, vorgeschrieben, dass ein Dolmetscher, sozusagen als eigene Einheit im Verfahren, dabei sein muss. Das finde ich auch wichtig“, klärt Stefani-Spiegel über die Stellung des Dolmetschers vor Gericht auf. Bei Verhandlungen wird konsekutiv gedolmetscht, das heißt, dass der Dolmetscher zuerst zuhört, sich Notizen macht und erst nachher das Gesprochene in die Zielsprache überträgt. „Man muss eine gute Auffassungsgabe und Konzentration haben, damit man nichts auslässt oder vergisst. Außerdem kann die Situation erschwert werden, wenn die Emotionen hochgehen und die Menschen durcheinanderreden oder sogar zu streiten beginnen“, weiß die Dolmetscherin aus Erfahrung. Es komme auch vor, dass sie nicht nur dolmetschen, sondern auch erklären müsse, weil manche Befragten beispielsweise einen juristischen Begriff, obwohl in der eigenen Sprache, nicht verstehen.

Irmgard Stefani-Spiegel beim Aktionstag der Gerichtsdolmetscher am Bezirksgericht Dornbirn.<span class="copyright"> Irmgard Stefani-Spiegel</span>
Irmgard Stefani-Spiegel beim Aktionstag der Gerichtsdolmetscher am Bezirksgericht Dornbirn. Irmgard Stefani-Spiegel

Auslandsaufenthalte

Bereits als Studentin konnte Irmgard Stefani-Spiegel Auslandserfahrung in Edinburgh, Schottland und in Tours, Frankreich sammeln. Nach dem Studium absolvierte sie außerdem ein fünfmonatiges Praktikum beim Übersetzungsdienst der Europäischen Kommission in Brüssel. Auch später ging es öfters für Weiterbildungen und Seminare, sowohl im beruflichen als auch privaten Bereich, ins Ausland. Zu Schottland verspürt sie allerdings eine spezielle Verbundenheit: „Es zieht mich immer wieder nach Schottland. Das Land ist eine besondere Liebe von mir.“

In der Hauptstadt Edinburgh: Schottland ist eine ihrer Lieblingsdestinationen. <span class="copyright">Irmgard Stefani-Spiegel</span><span class="copyright"></span><span class="copyright"></span>
In der Hauptstadt Edinburgh: Schottland ist eine ihrer Lieblingsdestinationen. Irmgard Stefani-Spiegel