Mozart mit Menschen und Marionetten

VN / 11.11.2022 • 15:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die geschickten Hände der Marionettenspieler und die großartigen Sänger hauchten den Figuren Leben ein.  <span class="copyright">C. Flemming</span>
Die geschickten Hände der Marionettenspieler und die großartigen Sänger hauchten den Figuren Leben ein.  C. Flemming

“Die Entführung aus dem Serail” in neuem Outfit.

Götzis Vor zwei Jahren, kurz vor dem zweiten Lockdown, hatten die Lindauer Marionettenoper und das Vorarlberger Concerto Stella Matutina die Premiere der Mozart-Oper „Die Entführung aus dem Serail“ angesetzt. In Lindau und Götzis wurde gespielt, aber vor wenig Publikum. Die Angst vor Corona wirkte leider schon. Nun fand vor Kurzem fand auf der Götzner Kulturbühne Ambach die eigentliche glanzvolle Premiere vor ausverkauftem Haus statt.

Türkisch-exotisches Flair

Im Jahre 2000 hatte Bernhard Leismüller die Marionettenoper gegründet, fünf Jahre später folgte in Vorarlberg das Concerto Stella Matutina. Und das sind die kostbaren Mosaiksteine des Mozart’schen Kunstgenusses: Stella Matutina, der international bekannte Klangkörper, stets klangschön den vor allem alten Meistern, aber auch Mozart dienend. Leiter Thomas Platzgummer zelebrierte liebevoll das türkisch-exotische Flair. Die auf die Musik fein psychologisch eingehende Fingerkunst der genialen Puppenspieler verblüffte. Und: Wo in Salzburgs weltberühmtem Marionettentheater die Gesangsstimmen nur vom Band erklingen, verwöhnten in Götzis hervorragende „leibhaftige“ Sängerinnen und Sänger die Ohren der Musik- und Opernfreunde: Gloria Rehm (Sopran), Caroline Jestaedt (Sopran), Daniel Johannsen (Tenor), Michael Feyfar (Tenor), Martin Summer (Bass) und Hubert Dragaschnig (Sprecher/Bassa Selim).

Ein wunderbarer Aspekt dieser Aufführung ist vor allem das gemeinsame feine Fühlen von Mensch und Puppe, ob Trauer, ob Lust … Die Maestri Bernhard Leismüller und Thomas Platzgummer und ihre wunderbaren „Mitstreiter“ ernteten zu Recht Jubelstürme. SCH

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