Die Kunst im Vordergrund

VN / 06.06.2023 • 14:30 Uhr
Der Vorarlberger kann sich für vieles begeistern. <span class="copyright">ender</span>
Der Vorarlberger kann sich für vieles begeistern. ender

Stefan Ender begeistert mit der Vielfältigkeit und Einzigartigkeit seiner Werke.

Hohenems Die meisten stellen sich unter einem perfekten Foto ein makelloses Gesicht sowie einen tadellosen Körper vor. Andreas Ender ist da aber anderer Meinung. Für den Vorarlberger Fotografen und Künstler ist alles so schön wie es ursprünglich ist, vor allem unretouchiert.

Für den Hohenemser steht die Kunst im Vordergrund. <span class="copyright">anderas ENDER</span>
Für den Hohenemser steht die Kunst im Vordergrund. anderas ENDER

Mit 17 Jahren hat er bereits die Kunst für sich entdeckt. Das Zeichnen des Akts – der menschlichen Anatomie oder besser gesagt des nackten Körpers – liegt ihm besonders gut in der Hand. “Ich habe damals beim offenen Atelier von verschiedenen Künstlern mitgemacht”, erzählt Ender. Nachdem er unterschiedliche Zeichenarten durchprobiert hat, ist der Hohenemser zur Fotografie übergegangen. “Ich habe bis zu 600 Filme im Jahr geknipst und sie alle alleine in der Dunkelkammer entwickelt.”

Eine der Naturaufnahmen "Bildflüsterer" von Andreas Ender. <span class="copyright">anderas ENDER</span>
Eine der Naturaufnahmen "Bildflüsterer" von Andreas Ender. anderas ENDER

Später kam er auf die Idee, Fotografie und das Malen zu verbinden. “Ich habe dann auf die entwickelten Fotos draufgemalt”, schildert er. Auch beim Fotografieren von Blumen und Stillleben sowie energetischen Bildern oder dem alltäglichen Umfeld versucht er den Betrachtern die Augen zu öffnen und sie fühlen zu lassen. “Ich versuche mehr unsichtbare Sachen im Alltag zu zeigen. Dinge, an denen Personen tagtäglich vorbeilaufen. Somit schaffe ich es, dass ein anderes Bewusstsein bei den Menschen entsteht”, erklärt der 54-Jährige. “Wenn ich die Natur fotografiere, dann achte ich vollkommen auf alles, ich fühle mich rein, damit sich die Schwingungen in Bildern widerspiegeln.”

Ein Werk von Andreas Ender. <span class="copyright">anderas ENDER</span>
Ein Werk von Andreas Ender. anderas ENDER

Seine Kunst kommt bei den Menschen so gut an, dass er unter anderem das Saminapark Aparthotel in Frastanz komplett mit seinen Werken ausgestattet hat. Jedes einzelne Hotelzimmer ist mit unterschiedlichen Bildern von ihm verziert, ebenso die Gänge mit Installationen. “Im Archiv habe ich noch 3000 gemalte Bilder, die niemand gesehen hat. Sie sind teilweise schon 30 Jahre alt”, so Ender.

Der Vorarlberger ist positiv und spirituell eingestellt. <span class="copyright">anderas ENDER</span>
Der Vorarlberger ist positiv und spirituell eingestellt. anderas ENDER

Einzigartigkeit

Bei der Fotografie, aber auch bei der gemalten Kunst möchte Andreas Ender aus der Masse herausstechen. “Ich war immer auf der Suche nach was Einzigartigem”, erklärt er. Irgendwann kam er zur Erotikfotografie. “Das größte Problem bei den Aktbildern ist, dass man das Gesicht der Person sieht. Ich hatte dann die Idee, den Models etwas über den Kopf – einen Sack – zu tun, damit ihre Identität geschützt ist.”

Eines der Bilder aus der Fotoserie "Paperbag". <span class="copyright">anderas ENDER</span>
Eines der Bilder aus der Fotoserie "Paperbag". anderas ENDER
Die Säcke über den Köpfen der Models sollen ihre Identität schützen, damit sie nicht benachteiligt werden. <span class="copyright">anderas ENDER</span>
Die Säcke über den Köpfen der Models sollen ihre Identität schützen, damit sie nicht benachteiligt werden. anderas ENDER

Das Projekt nannte er “Paperbag”. “Es gibt keine vergleichbare Fotostory”, so der Künstler. “Alles, was ich den Models zumute, habe ich schon selbst auch gemacht. So weiß ich, wie sich die Person fühlt und überfordere sie nicht. Ja auch ich stand schon mal nackt mit 17 anderen Leuten für ein Porträt von Spencer Tunick Modell.”

Er ist stets auf der Suche nach etwas Einzigartigem. <span class="copyright">anderas ENDER</span>
Er ist stets auf der Suche nach etwas Einzigartigem. anderas ENDER

Eine neue Herausforderung, die der Vorarlberger angenommen hat, ist die Suche nach mehr männlichen Models. Bis jetzt sind es wenige, die mitmachen wollen. “Ich hoffe, dass ich mit meiner Kunst jeden erreichen kann und glaube, dass das durch meine Vielfalt auch möglich ist.”

Ender fördert gerne junge Talente. <span class="copyright">anderas ENDER</span>
Ender fördert gerne junge Talente. anderas ENDER

Neben seinen künstlerischen Tätigkeiten führt Ender eine Galerie. Die “gallery.t.69” im ate & co.-Gebäude in Hohenems. Sie gibt es seit zwei Jahren. “In den Gängen sind Werke von unterschiedlichen Künstlern aufgehängt. Ich suche immer einen gesunden Mix aus Vorarlbergern und denen aus angrenzenden sowie internationalen Ländern.” Dabei werden die aufstrebenden Künstler von dem Hohenemser gefördert. “Für mich steht die Kunst im Vordergrund”, so Ender.

Ender mit anderen Künstlern bei der Vernissage letzten Samstag. <span class="copyright">anderas ENDER</span>
Ender mit anderen Künstlern bei der Vernissage letzten Samstag. anderas ENDER

Andreas Ender

Alter 54 Jahre

Wohnort Hohenems

Hobbys Oldtimer, Musik, Eisschwimmen

Beruf Künstler und Handelsunternehmer