Polizei am Bahnhof: „Ohne Kontrollen würde das ausufern“

Sollen neben dem Alkoholverbot an gewissen öffentlichen Plätzen in Vorarlberg auch „Waffensperrzonen“ eingerichtet werden? Was die Polizei dazu sagt.
Dornbirn, Feldkirch Der Vorfall am 2. April 2023 beim Bahnhof Dornbirn schockierte die breite Öffentlichkeit: Ein jugendlicher Tschetschene fügte mit zwei weiteren Angreifern einem Kurden mit einem Messer schwerste Verletzungen zu. Auch über weitere Attacken mit Stichwaffen an diesem angeblichen „Hotspot“ der Messestadt wurde bereits berichtet.
Deutlicher Anstieg
Bundesweit verzeichneten die Behörden in den vergangenen zehn Jahren einen deutlichen Anstieg von Gewalt und Überfällen mit Stichwaffen. Innenminister Gerhard Karner denkt nun die Einrichtung von „Messer-Sperrzonen“ an. Kürzlich verkündete er: „Jetzt geht es darum, ob wir wie andere europäische Länder generell Waffen- und Messer-Verbotszonen einrichten. Mit klaren Ausnahmen für Brauchtum, Jagd, da gibt es ja auch unterschiedliche Kategorisierungen. Aber es muss mir keiner erzählen, dass man auf öffentlichen Plätzen mit Messern, die als Waffen dienen, unterwegs sein muss.“ Waffenverbotszonen gibt es bereits in den Städten Wien, Linz und Innsbruck.

Käme auch der viel zitierte Bahnhof Dornbirn als eine solche Zone infrage? Hans-Peter Schwendinger, Kommandant der Stadtpolizei Dornbirn, begrüßt grundsätzlich jede Maßnahme, die dem Wohl und Schutz der Bevölkerung dient. Doch beim städtischen Bahnhof eine Waffenverbotszone einzurichten, hält er auf Anfrage nicht für zwingend notwendig. Dass es dort schon mehrmals zu Übergriffen kam, ist ihm natürlich bekannt. „Aber wenn man sich vorstellt, dass hier täglich 24.000 Fahrgäste aus Bus und Bahn aussteigen, entstehen durch die große Menschenansammlung natürlich auch mehr Probleme.“ Aber als „gefährlichen Hotspot“ würde er den Dornbirner Bahnhof nicht bezeichnen.

“Allgemeine Kriminalisierung”
In dieselbe Kerbe schlägt auch Alexander Giner, Sachbereichsleiter für den Kriminaldienst in Feldkirch, hinsichtlich des Bahnhofs in der Montfortstadt. „Man würde durch ein generelles Waffenverbot die Leute allgemein kriminalisieren. Das könnte etwa einen Lieferanten betreffen, der ein Messer als Werkzeug mit sich trägt.“ Im Übrigen habe man bei der systematischen Kontrolle von Jugendgruppen bisher äußerst selten Stichwaffen sichergestellt, so Giner.
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Die Alkoholverbotszonen
Seit Längerem bereits beschlossen sind in Feldkirch und Dornbirn die Verbote von Alkoholkonsum in öffentlichen Bereichen der jeweiligen Bahnhöfe (mit Ausnahmen von Gastronomiebetrieben). In Dornbirn seit dem Jahr 2018, in Feldkirch seit 2022.
Doch wie hoch sind dabei die Kontrollquoten durch die Polizei und auch die „Erfolgsquoten“? Bezüglich Dornbirn spricht Stadtpolizeikommandant Hans-Peter Schwendinger von einer bisher „durchaus starken Einschränkung des Alkoholkonsums in den betreffenden Bereichen.“ Man werde dort gemeinsam mit der Bundespolizei kontrollieren. Und zwar täglich. „Natürlich gibt es hier immer wieder Übertretungen, wie etwa auch beim Handyverbot am Steuer.“ Schwendinger betont jedoch auch: „Ohne Kontrollen würde das ausufern.“

“Nicht jeder weiß Bescheid”
Auch der Feldkircher Kriminaldienst-Sachbereichsleiter Alexander Giner spricht von einer gut funktionierenden Umsetzung des Alkoholverbotes in gewissen öffentlichen Bereichen am und nahe des Feldkircher Bahnhofs. Natürlich gebe es auch hier gelegentlich Übertretungen, aber: „Es weiß ja auch nicht jeder über das Verbot von Alkoholkonsum hier Bescheid.“