Schule müsste so sein, dass …

VN / 06.06.2024 • 18:41 Uhr
Aktionstag Bildung
Beim Aktionstag Bildung vor dem Landhaus wurde ein radikaler Paradigmenwehsel in der Bildung gefordert. VN/Steurer

Der Aktionstag Bildung lockte am Donnerstag nur rund 50 Personen vor das Landhaus.

Bregenz “Lehrer sind vielleicht schon eine etwas schwer manövrierbare Masse”, meinte ein pensionierter Pädagoge mit einem Augenwinkern, kurz bevor es mit der Veranstaltung vor dem Landhaus losging. Nur rund 50 Menschen hatten sich bei Sonnenschein und warmen Temperaturen am Regierungssitz versammelt, um sich für einen Richtungswechsel im Bildungssystem stark zu machen. Die meisten von ihnen gehörten nicht mehr zu jener Generation, für die der Paradigmenwechsel in der Schullandschaft als Lehrkräfte tragend werden könnte.

Aktionstag Bildung
Das Bildungssystem ist eine Baustelle. Davon waren die Teilnehmer der Kundgebung vor dem Landhaus überzeugt.

Bildungssprecher anwesend

Mit dabei waren freilich Vertreter politischer Parteien. Die Grünen waren durch die Bildungssprecherin im Landtag Eva Hammerer und Abgeordnetenkollegin Christine Bösch-Vetter vertreten, die SPÖ repräsentierte Manuela Auer, für die Neos waren Bildungssprecher Johannes Gasser und seine Vorgängerin Sabine Scheffknecht vor Ort. Keine Vertreter schickten die ÖVP und die FPÖ zum vom bundesweiten Bündnis “Gemeinsame Bildung 2.0” ausgerufenen Bildungs-Aktionstag.

Aktionstag Bildung
Die gute Stimmung ließen sich zumindest Christine Bösch-Vetter und Eva Hammerer (v.l.) nicht nehmen, während Manuela Auer weniger zum Lächeln zumute war.

Die Besten für die Kleinsten

Musikalisch umrahmt von der “Swing Unit” mit Norbert Dehmke und Klaus Raidt, die sich mit einigen Jazz-Standards einbrachten, waren sich acht Kundgebungsredner aus verschiedenen Bereichen des Bildungssystems in einem Punkt einig: nämlich dass die derzeit angewandten pädagogischen Konzepte von der Elementarpädagogik bis zur Sekundarstufe überholt sind und die Notwendigkeit für völlig neue Zugänge in der Bildung gegeben ist.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Schon in der Elementarpädagogik müsse Betreuung einen Bildungswert haben, forderten etwa Brigitte Rodriguez und Laurin Burger, die beide in diesem Bereich tätig sind. Gleichzeitig müsse der Inklusionsgedanke fest verankert sein. “Es darf nicht sein, dass Eltern eines Kindes mit Inklusionsbedarf um einen Platz in einer elementarpädagogischen Einrichtung zittern müssen”, machte Rodriguez deutlich.” Für sie ist klar: Die Kleinsten brauchen die Besten.

Aktionstag Bildung
AHS-Landesschulsprecherin Noemi Christa zog in ihrer Rede ordentlich vom Leder und kritisierte das Bildungssystem scharf.

Radikale Abrechnung

Eine radikale Abrechnung mit dem jetzigen Schulsystem präsentierte die AHS-Landesschulsprecherin Noemi Christa. “Ich bin wütend über das jetzige System. Es produziert menschliche Kopierer, statt ein Lernen ohne Angst in Selbstbestimmung und interessenorientiert zu ermöglichen”, wurde die Schülerin des BG Feldkirch Schillerstraße deutlich. Sie habe nach elf Jahren Schule von diesem System genug, schoss die Jugendliche nach.

Aktionstag Bildung
Für Auflockerung sorgten die beiden Musiker Klaus Raidt und und Norbert Dehmke (v.l.).

Volksschullehrer Simone Flatz wollte sich nicht so sehr mit Negativem der Gegenwart auseinandersetzen, sondern sprach von “gelingenden Geschichten”, die es in der Zukunft brauche. “Dafür brauchen wir aber entsprechende Rahmenbedingungen.”

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Der neue Obmann des Vorarlberger Elternverbandes Stephan Rainer verlangte ein System, das sich in einer schnell wandelnden Zeit den Kindern anpasst und nicht umgekehrt.