Raserei forderte hohen Tribut in Vorarlberg

Verkehrsunfälle wegen nicht angepasster Geschwindigkeit: So hoch waren die Zahlen in Vorarlberg im Vorjahr. Und so desaströs die Menge der Opfer.
Schwarzach Die größte Opfergruppe bei Verkehrsunfällen in Folge von zu hohem Tempo waren Pkw-Insassen. Ein Todesopfer, 53 Schwerverletzte und 225 Leichtverletzte – das ist die Opferbilanz von Verkehrsunfällen in Vorarlberg, die im Vorjahr wegen nicht angepasster Geschwindigkeit verursacht wurden, wie eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt.
214.000 Temposünder bestraft
Die Exekutive hat in Vorarlberg mehr als 214.000 Übertretungen von Tempolimits geahndet. Die Einhaltung von Tempolimits hängt von mehreren Faktoren ab, wie der Anzahl der Kontrollen, den Toleranzgrenzen und auch von der Straßengestaltung, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ.

In Vorarlberg verunglückten zwölf Prozent der Unfallopfer des Vorjahres bei Verkehrsunfällen wegen nicht angepasster Geschwindigkeit. “Da die kinetische Energie zum Quadrat mit der Geschwindigkeit steigt, ist die Geschwindigkeit ein zentraler Faktor für die Verkehrssicherheit. Niedrigeres Tempo bedeutet einen kürzeren Anhalteweg, reduziert sowohl das Unfallrisiko als auch bei einer Kollision die Unfallschwere”, erläutert VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit ist in Erinnerung zu rufen, dass das Tempo entsprechend anzupassen ist und auf Sicht zu fahren ist.
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Risikobereich Ortsgebiet
Zu hohes Tempo ist auf Österreichs Straßen ein Problem, auch in Vorarlberg. Das zeigen sowohl die Unfallstatistik als auch die Bilanz der Polizei. Im Jahr 2023 wurden in Vorarlberg durch Raserei 54 Prozent der Unfallopfer im Ortsgebiet verletzt, 31 Prozent auf Freilandstraßen und 15 Prozent auf der A14 und auf der S16.

126 der 279 Unfallopfer waren Pkw-Insassen, die damit die größte Opfergruppe waren. Weiters verunglückten 61 mit Motorrad oder Moped bei Verkehrsunfällen, die wegen nicht angepasster Geschwindigkeit verursacht wurden, so ein weiteres Ergebnis der VCÖ-Analyse. 30 Unfallopfer waren mit dem Fahrrad unterwegs, 21 mit einem E-Bike. Der tödliche Unfall passierte mit einem Motorrad. Einen wichtigen Beitrag für die Verkehrssicherheit leisten die Tempokontrollen der Exekutive. Ferner hat auch die Straßengestaltung einen großen Einfluss, ob Tempolimits eingehalten werden oder nicht.

13 Kfz beschlagnahmt
Seit dem Inkrafttreten der 34. Straßenverkehrsordnung am 1. März dieses Jahres sind in Vorarlberg bereits elf Pkw und zwei Motorräder wegen drastisch überhöhter Geschwindigkeit beschlagnahmt worden. Der jüngste Fall einer Beschlagnahme ereignete sich am vergangenen Freitag auf der Rheintalautobahn auf Höhe Lauterach (die VN berichteten). Ein 19-jähriger Probeführerschein-Besitzer wurde bei der erlaubten Geschwindigkeit von 110 km/h mit sage und schreibe 190 Sachen unterwegs gewesen.