Seit 25 Jahren: Die Adventfenster in Klösterle verbinden und helfen anderen

VN / 12.12.2024 • 14:10 Uhr
Adventfenster Klösterle
Bei Ruth Burtscher gab es nicht nur Glühwein und Punsch, sondern auch Linzerschnitten und Käsestangen. Bilder: VN/JUN

Bei Ruth Burtschers Adventfenster mit der Nummer 11 kamen die Klostner bei Glühwein und Käsestangen zusammen. Die Spenden aus den Adventfenstern gehen heuer an „Ma hilft“.

Klösterle Vor ihrem Haus in Klösterle hat Ruth Burtscher auf einem Tisch zwei Glühweintöpfe aufgestellt und daneben Gebäck arrangiert. Vorne an der Einfahrt brennt Holz in einer Feuerschale. Rund 20 Klostner versammeln sich in der Hofeinfahrt von Ruth Burtscher, trinken Punsch und Glühwein, naschen Linzerschnitten und Käsestangen und unterhalten sich. Ruth Burtscher, die seit Beginn der Adventfenster vor rund 25 Jahren dabei ist, hat das 11. Adventfenster gestaltet. An ihrem Fenster hängt eine 11 aus Tannenzweigen. Drei Kerzen stehen auf dem Fensterbrett. Dazu gibt es Ausschank wie auch bei 17 weiteren Adventfenstern.

Adventfenster Klösterle
Obmann der Funkenzunft, Stefan Rupprecht, betreut die Spendenkassa, die erst nach Weihnachten geöffnet wird.

Stefan Rupprecht, Obmann der Funkenzunft Klösterle – Klostner Krampusse, ist ebenfalls gekommen. Die Funkenzunft Klösterle organisiert jedes Jahr die Adventfenster. Mit dieser Tradition begonnen hat jedoch der Verein Frauen Aktiv vor rund 25 Jahren, bis sich dieser aufgelöst hat und die Funkenzunft die Organisation der Adventfenster übernahm.

Die einzige Konstante

„Seit Corona ist es schwieriger geworden, genug Fenster zusammenzubekommen“, sagt Stefan Rupprecht, der seit 14 Jahren Obmann der Funkenzunft ist. Heuer sind einige neue Teilnehmer dazugekommen, andere haben aufgehört. Die Teilnehmer der Adventfenster wechseln jedes Jahr, nur Ruth Burtscher ist die einzige Konstante.

Adventfenster Klösterle
Livia, Danja, Emilie und Melanie genießen ihr Heißgetränk zusammen mit Stefan (v. l.).

Auch ein Grund, warum einige heuer nicht mitgemacht haben, war, dass sie ihr Wunschdatum nicht bekommen haben, sagt Stefan. Ruth Burtscher ist es dagegen nicht wichtig, welches Datum sie zugewiesen bekommt. Stefan Rupprecht versteht jedoch, wenn man Verpflichtungen am Abend und Kinder hat: „Dann ist es schwierig, so etwas zu organisieren.“

Im Schnitt besuchen 15 bis 20 Leute ein Adventfenster. An den ersten beiden Dezembertagen sind sogar jeweils 30 Personen gekommen. Jeder beleuchtet und gestaltet sein Adventfenster anders. Neben denen mit Ausschank gibt es auch die „stillen“ Adventfenster, etwa beim Kindergarten, bei der Volksschule und bei der Raiffeisenbank. Das letzte Adventfenster wird traditionell in der Kirche gefeiert.

Adventfenster Klösterle
Ebenfalls zum Adventfenster gekommen sind Hubert, Leonie und Norbert Kessler sowie Paul Gantner und Franz Josef Mathies. Ruth Burtscher freut sich über die zahlreichen Besucher.

Spenden gehen an „Ma hilft“

Für Ruth ist es schön, „wenn alle zusammenkommen“. Daher macht sie es weiterhin gerne und besucht, wenn sie Zeit hat, die anderen Adventfenster. Auch Stefan schätzt die Gemeinschaft bei dieser Tradition: „Man kennt sich untereinander.“ Bei jedem Adventfenster, das „bewirtet“ wird, gibt es eine Spendenkassa. Dieses Jahr gehen die Spenden an „Ma hilft“, einen Verein, der unverschuldet in Not geratene Menschen in Vorarlberg unterstützt. Jemand von der Funkenzunft ist immer vor Ort, um die Spendenkassa im Auge zu behalten, bevor sie zum nächsten Adventfenster weiterwandert.

Die Spenden – durchschnittlich zwischen 1.300 und 1.600 Euro – gehen jährlich an andere Vereine und Organisationen. So wurde bereits für das SOS-Kinderdorf und den Verein „Geben für Leben“ gespendet. Stefan betont jedoch, dass im Bedarfsfall auch direkt an Klostner gespendet wird, wenn diese nach einem Schicksalsschlag in finanzielle Not geraten. Es gibt einen Fonds aus den Spendengeldern der letzten Jahre, der es ermöglicht, auch unter dem Jahr finanzielle Unterstützung zu leisten.