Leiblachtal-Schotten zu Gast bei Festival in Bad Waldsee

Leiblachtaler Pipes & Drums musizierten mit Gleichgesinnten aus dem Kurort und Schottland.
Hörbranz, Bad Waldsee Zahllosen Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern ist die Reha in Bad Waldsee – eine knappe Autostunde von Bregenz entfernt – ein Begriff, weil ihnen dort meist nach Knie- oder Hüftoperationen im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Beine geholfen wurde.

Ganz andere Beziehungen zu dieser Großen Kreisstadt haben die First Leiblach Valley Pipes & Drums, die seit vielen Jahren freundschaftliche Beziehungen zu den „Schotten“ aus dem Schwabenland pflegen und jetzt zum dortigen großen Stadtfest ausrückten, zu dem neben der heimischen Dudelsack-Band und den Pipes & Drums aus dem Leiblachtal auch eine original schottische Dudelsackband eingeflogen wurde: die Royal British Legion Scotland Pipe Band (RBLS) aus der schottischen Hafenstadt Wick.

Da werden Erinnerungen wach
„Mit Bad Waldsee“, so Emil King, nach wie vor aktives Gründungsmitglied der Leiblachtaler Schotten, „verbinden uns großartige Erinnerungen an ein Highlight unserer Vereinsgeschichte: gemeinsam mit unseren Bad Waldseer Freunden und den Bands aus Friedrichshafen, Freiburg und Saulgau waren wir Teil der Internationalen Musikparade Deutschland, die Gastspiele in den riesigen Hallen in Dresden (Margon-Arena), Leipzig (Quarterback Arena), Stuttgart (Porsche-Arena) und Kempten (bigBox Allgäu) jeweils vor Tausenden Besuchern gab.“

Stadtfest als Generalprobe
Dass die Leiblachtaler Schotten jetzt wieder nach Bad Waldsee ausrückten, hat einen triftigen Grund: Die 21.000 Einwohner zählende Stadt an der Schwäbischen Bäderstraße feiert 2026 ihr 1100-Jahr-Jubiläum. „Da wird wohl das ganze Jahr über groß gefeiert und wir gehen davon aus, dass auch die Bad Waldseer Schotten ihre Beiträge dazu leisten werden – und ich denke, dass wir dann auch eingeladen werden“, kommt bei Emil King schon jetzt Vorfreude auf das Bad Waldseer Jubiläumsjahr auf.

Wir wollen authentisch sein
Das heurige Stadtfest war quasi eine Generalprobe für das Jubiläum – und „eine gute Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und neue Erfahrungen zu sammeln. Der gemeinsame Auftritt in einer 66-köpfigen Formation mit 42 Pipes und 24 Drums war einmal mehr ein Erlebnis für uns“, kommt Emil King rückblickend ins Schwärmen und erklärt, warum solche Erlebnisse für die First Leiblach Valley Pipes & Drums so wichtig sind: „Wir haben uns bei der Gründung der Band dazu entschieden, uns sehr ernsthaft mit dieser Musik und darüber hinaus mit dem Land und dessen Traditionen auseinanderzusetzen. Schottland – Land und Leute – sind uns in zahlreichen Studienreisen ans Herz gewachsen und musikalisch haben uns international bekannten Kapazitäten – Berthold Anhalt aus Darmstadt und sein Lehrerkollege Jeremias Petersen bei Workshops und Intensivseminaren weitergebracht. Ein Glücksfall war besonders die Zusammenarbeit mit David Johnston vom ,8. Royal Irish Regiment‘, das damals in Deutschland stationiert war. Die Einheit, die u. a. im Falkland- und Golf-Krieg im Einsatz war, wurde dann leider nach Großbritannien verlegt, weshalb unser Kontakt mit Johnston abriss“, erinnert sich King an diese wichtige musikalische Weiterbildung.

Dabei erwähnt er auch schmunzelnd eine lustige Episode aus dieser Zeit: „Es war nicht einfach, Johnston nach Vorarlberg zu bekommen. Das änderte sich, als er nach seinem ersten Besuch bei uns bei seiner Rückkehr zur Einheit seinem Kommandanten einen VN-Bericht über das Seminar vorlegte. Sein Chef war total begeistert über derartige Image-Werbung und Johnston hatte fortan kein Problem mehr, nach Hörbranz zu kommen – im Gegenteil, er wurde quasi dienstzugeteilt“. STP