Lust auf Leben in St. Gerold: „Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen“

VN / 05.12.2025 • 15:50 Uhr
Lust auf Leben in St. Gerold: „Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen“
Gemeinsam für Familien in Not: Propst Martin Werlen, Russpreisträgerin Susanne Marosch (Geben für Leben) und Russpreisträger Anton „Husky Toni“ Kuttner bündeln ihre Kräfte in der Propstei St. Gerold. Fotos: VN/Paulitsch

In St. Gerold starten Russpreisträger und Propstei ein gemeinsames Projekt für krebskranke Kinder und ihre Familien.

St. Gerold Ein Ort der Ruhe, der Zuversicht und des Aufatmens: In der Propstei St. Gerold im Großen Walsertal entsteht eine neue Kooperation mit starker Wirkung. Unter dem Motto “Lust auf Leben” schenken drei engagierte Vereine krebskranken Kindern und ihren Familien eine Auszeit, die sie sich oft nicht leisten könnten.

Lust auf Leben in St. Gerold: „Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen“
„Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen“: Mit diesem Leitsatz starten Propst Werlen, Marosch und Kuttner eine Initiative, die krebskranken Kindern und ihren Familien neue Kraft schenken will.

“Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen”, zitiert Propst P. Martin Werlen die Schweizer Bundesverfassung. Gemeinsam mit den Russpreisträgern Susanne Marosch vom Verein Geben für Leben und Anton Kuttner, besser bekannt als Husky Toni, hat er ein Projekt ins Leben gerufen, das genau diese Haltung verkörpert. “Wir haben uns gefragt: Mit wem könnten wir gemeinsam Menschen in Not unterstützen?”, erzählt Propst Werlen. Die Wahl fiel schnell auf Marosch und Kuttner. Beide begleiten seit Jahren Familien, deren Alltag von Krankheit geprägt ist. “Was uns verbindet, ist das Engagement für jene am Rand der Gesellschaft. Wenn wir zusammenarbeiten, können wir noch mehr bewirken”, sagt er im VN-Gespräch.

Lust auf Leben in St. Gerold: „Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen“

Die kostenlose Auszeit von Montag bis Freitag richtet sich an Familien mit krebserkrankten Kindern, die aktuell in onkologischer Behandlung sind. Die Gäste erwartet ein liebevoll gestaltetes Programm inmitten der Natur – mit Vollpension, seelsorgerischen Gesprächen, pferde- und huskygestützter Therapie und einer erfahrenen Sozialarbeiterin als verlässlicher Begleitung.

Lust auf Leben in St. Gerold: „Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen“
Die Propstei St. Gerold strahlt jene Ruhe und Geborgenheit aus, nach der sich viele Familien in schwierigen Zeiten sehnen.

“Hier dürfen Familien einfach sein und zur Ruhe kommen, Kraft schöpfen und gemeinsam wertvolle Momente erleben”, beschreibt Carmen Mangard, die das Fundraising für die Propstei betreut, die Atmosphäre dieses besonderen Ortes. Für viele Eltern sei allein das Gespräch mit jemandem, der verstehe, bereits heilsam.

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Zeit zum Durchatmen, für Nähe und neue Kraft: In St. Gerold erleben betroffene Familien begleitet von Therapiepferden und Fachpersonal eine Woche ohne Druck.
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Tiergestützte Therapie, Spiritualität und Gemeinschaft

In der neuen Kooperation finden die Stärken aller drei Partner zusammen: Die Propstei bietet einen geschützten Rahmen inmitten der Natur samt seelsorgerischem Angebot. Kuttner bringt seine Huskys in die Arbeit ein. Diese Kindheitsvision stammt aus einer Zeit, in der er selbst schwer erkrankt war: “Ich war als Kind selbst an Leukämie erkrankt. Dass ich heute lebe, Vater und Opa bin, gibt Betroffenen Hoffnung”, sagt er. “Manche Kinder fangen durch die Begegnung mit den Tieren überhaupt erst wieder an zu lachen.”

Lust auf Leben in St. Gerold: „Die Stärke eines Volkes misst sich am Wohl der Schwachen“
In St. Gerold arbeiten zwei Russpreisträger und P. Martin Werlen Hand in Hand für Familien mit krebskranken Kindern.

Auch Marosch kennt die Ohnmacht nach einer Schockdiagnose aus eigener Erfahrung. “Aber dann kann aus dieser Hilflosigkeit auch Kraft entstehen, zum Beispiel, wenn sich Hunderte Menschen typisieren lassen, weil sie helfen wollen”, sagt sie. Diese Solidarität berühre viele Familien zutiefst.

Dabei hat die Kooperation auch eine gesellschaftspolitische Botschaft: “Es darf nicht sein, dass in Zeiten von Sparmaßnahmen gerade jene unter die Räder kommen, die ohnehin am Rand der Gesellschaft stehen”, warnt Propst Werlen. Ziel sei es laut den Initiatoren, möglichst vielen Familien dieses Angebot zugänglich zu machen. Auch die Vorarlberger Landeskrankenhäuser werden eingebunden: Ärztinnen und Ärzte erhalten Informationsmaterial, um Betroffene zu informieren. “Die Landeskrankenhäuser kooperieren gerne mit der Initiative, weil die Kindergesundheit einen besonders hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben muss”, so Geschäftsführer Gerald Fleisch.

So können Sie unterstützen

Verein Sozialwerke der Propstei St. Gerold
Raiffeisenbank im Walgau
IBAN: AT25 3745 8000 0821 7440
BIC: RVVGAT2B458
Verwendungszweck: Lust auf Leben!

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