“Ich weiß, wie groß dieser Schmerz ist” – Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder

VN / 12.12.2025 • 15:53 Uhr
"Ich weiß, wie groß dieser Schmerz ist" – Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder
Marianna Trinidad Lainez hat ein Kind vor der Geburt verloren und wird bei der feierlichen Eröffnung der Gedenkstätte am Samstag die erste Gedenktafel aufhängen. VN/Paulitsch

Neu in Vorarlberg: eine vielfältige Gedenkstätte und eine soziale Aktion für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder in Not.

Darum geht’s:

  • Marianna Trinidad Lainez hat selbst ein Sternenkind verloren.
  • Gedenkstätte bietet Meditationsweg und individuelle Gedenktafeln.
  • Pater Fenninger unterstützt alleinerziehende Mütter und ihre Kinder in Not.

Von Katja Grundner

Bregenz „Ich weiß, wie groß dieser Schmerz ist. Für andere Mütter, die Ähnliches erlebt haben: Ihr seid nicht allein“, sagt Marianna Trinidad Lainez, Mutter eines Sternenkindes – also eines Kindes, das vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben ist. Am Samstag wird in der Seitenkapelle der St. Antonius Kirche in Bregenz eine neue Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder feierlich durch Bischof Benno Elbs eröffnet. „Außerdem starten wir eine soziale Aktion für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder in Not“, erklärt Pater Johann Fenninger, der den Grundstein für diese neuen Angebote gelegt hat.

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Hilfe weitergeben

Der Verlust von Lainez’ Tochter liegt nun fast drei Jahre zurück. Es war eine schwere Zeit für die alleinerziehende Mutter und ihren Sohn. Die gebürtige Mexikanerin, die seit neun Jahren in Vorarlberg lebt, hat im Gebet, in Gott, aber auch durch die seelsorgerische Unterstützung von Pater Fenninger Halt gefunden. Als aktives Mitglied der Glaubensgemeinschaft will die 35-Jährige nun anderen Müttern helfen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

"Ich weiß, wie groß dieser Schmerz ist" – Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder
Marianna Trinidad Lainez hat durch die seelsorgerische Unterstützung von Pater Fenninger viel Halt gefunden. VN/Paulitsch

Unter anderem engagiert sie sich an der Seite von Pater Fenninger für die neue Spendenaktion „Hope4Moms“. Das Geld davon fließt in die Unterstützung von alleinerziehenden Müttern und ihren Kindern in Not in Vorarlberg, zum Beispiel in Form von Kleidung oder Christbaumschmuck. Aber auch Aktionen wie Ausflüge und Wallfahrten stehen in Aussicht.

Vielfältige Gedenkstätte

Pater Fenninger ist vor drei Monaten nach Bregenz versetzt worden. Zuvor war er in Feldkirch tätig, wo er sich schon viel für alleinerziehende Mütter engagierte. „Nachdem ich mit Bischof Benno Elbs über dieses Thema gesprochen habe, gab er mir den Auftrag für diese Gedenkstätte sowie die pastorale Sorge für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder“, erklärt der 53-Jährige. Die pastorale Sorge besteht aus Seelsorge beziehungsweise geistlicher Begleitung sowie der Spendenaktion „Hope4Moms“.   

"Ich weiß, wie groß dieser Schmerz ist" – Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder
Pater Johann Fenninger hatte schon in Feldkirch viel mit alleinerziehenden Müttern zu tun. VN/Paulitsch

Die dauerhafte Gedenkstätte in der St. Antonius Kirche ist nicht ausschließlich Sternenkindern gewidmet, sondern allen früh verstorbenen Kindern. Sie besteht aus mehreren Komponenten, etwa einem Meditationsweg mit fünf Stationen an verschiedenen Gemälden. „Auf diesen sind vor allem Frauen dargestellt, die die Freude und das Leiden der Mutterschaft zum Ausdruck bringen.“ Daneben gibt es ein Anliegenbuch zum Eintragen sowie die Möglichkeit für das Entzünden einer Kerze. Mindestens eine Kerze brennt in der Gedenkstätte als Zeichen der Hoffnung durchgehend von morgens bis abends.

"Ich weiß, wie groß dieser Schmerz ist" – Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder
Marianna Trinidad Lainez schreibt einen Eintrag in das Anliegenbuch. VN/Paulitsch
"Ich weiß, wie groß dieser Schmerz ist" – Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder
Die Gemälde des Meditationsweges stammen von der Wiener Künstlerin Eva Breneis.VN/Paulitsch

Einer der Hauptaspekte der Gedenkstätte sind jedoch die Gedenktafeln. Diese können mit einer selbst gewählten Inschrift in Auftrag gegeben und schließlich in Rahmen an die Kirchenwand gehängt werden. Der Erlös von den Gedenktafeln fließt in den Spendentopf von „Hope4Moms“.

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Ort der Hoffnung

Lainez wird bei der Einweihungsfeier am Samstag gemeinsam mit Bischof Benno Elbs die erste Gedenktafel anbringen. „Für mich ist das eine große Ehre und ein sehr persönlicher Moment“, betont sie. Für sie ist die Gedenkstätte ein intimer Ort der Begegnung, des Trostes und der Hoffnung. „Ein Raum, an dem wir unsere Kinder ehren und ihnen im Gebet verbunden bleiben können.“

"Ich weiß, wie groß dieser Schmerz ist" – Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder
Pater Johann Fenninger vor dem Gemälde des Kapuzinerbruders Benno Koglbauer, bei dem eine Spendenbox für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder in Not in Vorarlberg steht.VN/Paulitsch

Die Einweihung der Gedenkstätte erfolgt im Anschluss an die Gedenkmesse zum 100. Todestag des Kapuzinerbruders Benno Koglbauer, die am Samstag um 19 Uhr beginnt. „Nach ihm ist Benno Elbs benannt“, hebt Pater Fenninger seine Bedeutung hervor. Die Grabstätte des Mönchs befindet sich ebenfalls in der Seitenkapelle, genau da, wo sich die Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder befindet.

"Ich weiß, wie groß dieser Schmerz ist" – Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder
Die Gedenkstätte befindet sich bei der Grabstätte des Kapuzinerbruders Benno Koglbauer. VN/Paulitsch

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Spendenaktion

Für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder in Not in Vorarlberg

Spendenkonto: Hope4Moms

IBAN: AT77 3700 0000 0301 2804

(VN)