Europa als bunter Teppich an Beziehungen

Die aha-Mitarbeiterin Veronika Drexel wurde als Erasmus+ Botschafterin ausgezeichnet.
Dornbirn „Wenn ich an Europa denke, fallen mir über den ganzen Kontinent verstreut Menschen ein, die ich kennengelernt habe, oder Projekte, an denen ich in der einen oder anderen Form beteiligt war. Das ist ein bunter Teppich, der durch vielerlei Beziehungen zusammengehalten wird“, sagt die frisch gebackene Erasmus+ Botschafterin Veronika Drexel. Beziehungen und Begegnungen prägen ihre Arbeit – und ihre Leidenschaft für Europa.

Pionierarbeit für europäische Jugendprojekte
Seit beinahe 30 Jahren ist Veronika Drexel in der aha Jugendinfo Vorarlberg für europäische Programme zuständig. Sie war am Aufbau des bundesweiten Regionalstellen-Netzwerks beteiligt und hat seither maßgeblich dazu beigetragen, jungen Menschen in Vorarlberg den Zugang zu europäischen Mobilitätsprogrammen zu erleichtern. Bereits 1997 begleitete sie die ersten Jugendlichen aus Vorarlberg beim Europäischen Freiwilligendienst – damals noch ohne Internet und E-Mails. „Die Einsatzstellen wurden manchmal auf gut Glück ausgesucht, weil es die heute selbstverständlichen Online-Meetings noch nicht gab. Und trotzdem waren die Erfahrungen der Freiwilligen in den allermeisten Fällen sehr positiv“, erinnert sie sich. Auch an die erste Freiwillige, die 1998 ihren Dienst im aha absolvierte, denkt sie gern zurück: eine junge Französin, die nach Vorarlberg kam, blieb – und bis heute hier lebt.

Auszeichnung für langjähriges Engagement
Für ihren jahrzehntelangen Einsatz in der europäischen Jugendarbeit wurde Veronika Drexel nun vom OeAD, der österreichischen Agentur für EU-Bildungs- und Jugendprogramme, als Erasmus+ Botschafterin geehrt. Jährlich werden Menschen ausgezeichnet, die mit ihrem persönlichen Engagement einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der europäischen Programme leisten und so Vorbilder von gelebter Internationalität sind. „Ich sehe diese Auszeichnung als Wertschätzung meiner Arbeit, aber besonders auch der Arbeit der regionalen Infostellen, die in den Bundesländern – in meinem Fall im aha – über europäische Jugendprogramme informieren. Unser Ziel ist es, Interesse zu wecken für die Möglichkeiten, die internationale Projekte bieten, und die Scheu vor EU-Programmen zu nehmen“, sagt sie.

Gerade in digitalen Zeiten misst Veronika Drexel analogen Begegnungen besondere Bedeutung zu. „Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps ermöglichen jungen Menschen konkrete Erfahrungen in einem anderen Land – mit der Kultur dort, mit den Menschen und ihrer Sichtweise auf die Dinge. Wer einmal eine Zeitlang in einer schwedischen oder portugiesischen Organisation verbracht hat, wird wahrscheinlich ein paar Vorurteile ablegen und auch ein paar Entdeckungen über die eigene Kultur machen“, so ihre Einschätzung.
Begegnung schafft Verständnis

Wenn sie nicht im aha arbeitet oder bei europäischen Projekten – vorzugsweise in Finnland – eingebunden ist, reist die sprachgewandte Dornbirnerin auch privat gern. Besonders Spanien hat es ihr angetan. „Vielleicht, weil ich auf verschiedenen Jakobswegen ein Stück des Landes durchwandert habe. Und außerhalb von Europa habe ich eine Schwäche für Brasilien“, sagt sie. Eine Leidenschaft hat sie nicht nur für fremde Länder, sondern auch für Sprachen. Neben Englisch, Französisch und Spanisch, die sie an der Uni Innsbruck studiert hat, spricht sie auch ein wenig Portugiesisch. „Ich würde gern noch mehr Sprachen lernen – gern auch solche, die mit den gängigen europäischen Sprachen nichts zu tun haben, wie etwa Arabisch oder Baskisch“, erzählt sie und scheint gedanklich schon beim nächsten Vorhaben zu sein. LCF

Zur Person
Veronika Drexel
Geboren 3. September 1966
Wohnort Dornbirn
Beruf Koordinatorin für Jugendprojektförderungen bei der aha Jugendinfo Vorarlberg
Hobbys Sprachen, Lesen, Reisen, Berge


