
“Ein richtig geiler Club”
Altachs Neo-Cheftrainer Ognjen Zaric ist voller Vorfreude, weiß aber auch um die Erwartungshaltung.
Altach Menschlich und in sportlichen Fragen habe man in den Gesprächen viele deckungsgleiche Ansätze gefunden, wie bei der Vorstellung des neuen Trainers sowohl SCRA-Sportdirektor Philipp Netzer als auch der “Neue”, Ognjen Zaric, unisono erwähnten. Jetzt gelte es, so der Tiroler, in Gesprächen mit dem Staff und mit den Spielern den gemeinsamen Weg zu skizzieren. “Ich kann von ihnen lernen und sie von mir”, freut sich der 36-Jährige auf seine neue Aufgabe.
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Dabei bietet ihm das anstehende Trainingslager ab Montag beste Gelegenheit. Zumal ihm die sieben Tage in Wien-Aspern auch die Gelegenheit für eine kleine Feierstunde bieten. Gilt es doch, auf den Geburtstag (14. Jänner) des Trainers anzustoßen.
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Im österreichischen Fußball mag Zaric noch ein unbeschriebenes Blatt sein, nicht jedoch vielen seiner Trainer-Konkurrenten. Absolvierte der dreifache Familienvater den Uefa-Pro-Lizenzkurs mit dem jetzigen Austria-Wien-Coach Stephan Helm (42), mit Rieds Maximilian Senft (36), mit Philipp Semlic (42/WSG Tirol), mit Ex-Sturm-Coach Jürgen Säumel (41) oder den ehemaligen SCRA-Trainern Joachim Standfest (45) und Roman Wallner (43) sowie mit dem Vorarlberger Jürgen Kerber (40). Somit stehen ihm spannende Wiedersehen bevor, wenn es in den Stadien um Tore und Punkte geht.
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Gute Erinnerungen
Eine Aussage von Zaric, dessen Wurzeln in Bosnien-Herzegowina, in der Stadt Teslic, liegen, ließ die SCRA-Fans an eine sehr emotionale Zeit erinnern. Sprach er doch davon, dass in ihm das Stadion Schnabelholz beim Pendeln von der Schweiz ins heimatliche Tirol stets “Emotionen ausgelöst” habe. Worte, die vor fast genau vier Jahren (7. Jänner 2022) Ludovic Magnin verwendete, als der jetzige Basel-Coach bei seinen Autofahrten von Stuttgart in die Schweiz stets die Ausfahrt Altach nahm und seinen Blick Richtung Schnabelholz richtete. Der Rest ist Klubgeschichte, als im letzten Spiel der Klassenerhalt geschafft wurde.

SCR Altach
Winterfahrplan
10. Jänner, 14 Uhr
Testspiel gegen FC Luzern (in Luzern)
12. Jänner
Start des Trainingslagers in Wien-Aspern
14. Jänner, 14 Uhr
Testspiel FK Trencin (ÖFB-Campus)
17. Jänner, 14 Uhr
Testspiel Floridsdorfer AC (ÖFB-Campus)
25. Jänner, 14 Uhr
Testspiel FC Schaffhausen (in Altach)
Uniqa ÖFB Cup, Viertelfinale
1. Februar, 17.30 Uhr
SCR Altach vs SK Sturm Graz
Admiral Bundesliga, 17. Spieltag
8. Februar, 14.30 Uhr
SCR Altach vs FC BW Linz
Bundesliga, 17. Spieltag
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Zaric indes wollte noch nicht über Ziele sprechen. Vielmehr gelte es, intern Gespräche zu führen. “Danach sehen wir weiter.” Sehr klar ist er hingegen in seiner Auffassung von Fußball. Mit seinen Vorstellungen überzeugte er auch die sportliche Leitung mit Netzer und Eric Orie. “Er steht für eine klare Ausrichtung”, ist Netzer überzeugt. Zaric, der als Beobachter selbst schon bei Spielen im Schnabelholz anwesend war, will am Spielstil nicht viel verändern. Er stehe für eine intensive Spielweise, für Pressing und viel Leidenschaft. Leidenschaft, die ihn zuweilen auch als Trainer an der Linie überkomme. “Oja, ich kann schon impulsiv sein”, verriet er. Aber auch sehr zugänglich, wie sich schnell herausstellte. “Nennt mich Ogi”, sagte er in die Runde.

Schon mit 19 Jahren Trainer
Schon in jungen Jahren beschäftigte sich Zaric mit der Trainerarbeit. Und dabei durchlief er viele Stationen. Was einst im “Fußball-Kindergarten” beim FC Kufstein begann, soll nun Beständigkeit im Profibereich erfahren. Zumal man in Altach langfristig (Netzer: “Über die Vertragslaufzeit haben wir Stillschweigen vereinbart”) mit dem neuen Coach plant. Über Unterhaching, wo er eine kurze Zeit auch den aktuellen Dortmund-Stürmer Karim Adeyemi (“Er war schon damals unfassbar schnell und ein Spieler, der Verantwortung übernommen hat”) betreute, ging es für ihn zurück nach Kufstein in die Regionalliga. 2020 zog es Zaric in die Schweiz, wo er beim FC Basel erst im U18-Bereich als Trainer arbeitete, schließlich als Cotrainer der Super-League-Mannschaft arbeitete und später dann mit seinem Basel-Chef Patrick Rahmen nach Winterthur wechselte.

Im Sommer 2024 wurde er schließlich zum Chefcoach bestellt, doch noch im Dezember desselben Jahres trennten sich die Wege des Tirolers und des Klubs.

Zaric, der seit der Trennung in Winterthur auch als Coach der serbischen U21-Nationalmannschaft im Gespräch war, nutzte die Zeit ohne Job für Weiterbildung. So hospitierte er bei Bo Svensson (FSV Mainz), wo er sich Einblick in die Arbeit bei einem deutschen Bundesligaclub verschaffen durfte. Den Job in Altach sieht er nun persönlich als “große Chance”, sich seinen Namen auch in Österreich bekannt zu machen. “Wir wollen Spieler und auch Trainer entwickeln”, hatte Netzer bei seinem Amtsantritt erklärt. Eine nicht einfache Zielsetzung, weil es viel Arbeit verlangt, weil es zuweilen neben einem glücklichen Händchen auch Glück bedarf. Sein Vertrauen genießt nun Zaric, der neben Dankbarkeit auch die menschliche Komponente im Club hervorhebt. Und so schließt er seinen ersten Tag mit den Worten: “Ein richtig geiler Club!” Sagt’s und widmet sich gleich seiner Aufgabe.