Ein Fußballromantiker bei der WM

Sport / 09.01.2026 • 17:59 Uhr
Matthias Wolfahrt
Matthias Wolfahrt bei der EURO 2024 vor dem Match Österreich gegen Niederlande mit TC Dornbirn-Präsident Johannes Oelz.privat

Der Bregenzer Matthias Wolfahrt hat bereits Tickets für die Weltmeisterschaft 2026 in der Tasche.

Bregenz In 153 Tagen startet die Weltmeisterschaft in den USA/Kanada/Mexiko. Der Run auf die teuren Tickets ist laut FIFA ungebrochen, trotz erheblicher Reisestrapazen, die die WM in Nordamerika mit sich bringt.
Im September 2025 startete das erste Bestellfenster mit anschließender Ziehung für Eintrittskarten für die mit 48 Mannschaften größte Weltmeisterschaften aller Zeiten. Am 13. Jänner, 17 Uhr endet die letzte Anmeldung für die aktuelle Bestellphase. Erstmals können Fans Einzeltickets für bestimmte Begegnungen, Spielorte und Spieldaten der Gruppenphase auswählen.

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England vs. Panama im Big Apple

Matthias Wolfahrt

Der Bregenzer Matthias Wolfahrt hat sein WM-Ticket bereits in der Tasche. Der 43-Jährige wird sich am 27. Juni das letzte Spiel der Gruppe L zwischen England und Panama in New York im New Jersey Stadium ansehen. „Da hat aber auch der Zufall eine Rolle gespielt, denn ich bin zufällig zu diesem Zeitpunkt bei einem Strategie-Meeting für meine Firma vor Ort. Da passt es natürlich ideal dazu, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben ein WM-Match sehe. So kann ich Berufliches mit meiner Liebe zum Fußball verbinden“, erklärt der seit Sommer 2025 für die Firma JURA in der Schweiz als International Area Manager tätige Bregenzer, der zugibt, „dass mich eigentlich ein Schweizer Kollege auf diese Möglichkeit hingewiesen hat. Die Vorfreude ist jedenfalls groß“.

Nachwuchs-ÖFB-Teamspieler

Matthias Wolfahrt
Matthias Wolfahrt als offensiver Mittelfeldspieler des BNZ Vorarlberg im Jahr 1996 im Spiel gegen die Alterskollegen von Austria Wien.tk

Wolfahrt ist in Fußball-Österreich kein Unbekannter. Über den FC Hard schaffte es der Stürmer ins BNZ Vorarlberg (vormals AKA Vorarlberg), wo er alle Stationen durchlief und auch in allen Jugendnationalteams Österreichs spielte. Nach einem Auslandsengagement bei 1860 München in der Jugend bekam Wolfahrt 2001 einen Vertrag beim damaligen Zweitligisten LASK Linz.
Danach zog es ihn zum Traditionsklub Wr. Sportclub, wo er ebenfalls in der 2.Liga kickte. „Da kickte ich noch unter Trainer-Legende Willi Kaipel. Dessen Trainernachfolger Peter Webora setzte dann aber nicht auf den Vorarlberger: „Ich bekam so gut wie keine Chancen und nach dem Abstieg 2003 zog ich einen Schlussstrich unter meine Karriere und widmete mich meinem BWL und Wirtschaftsstudium“, blickt Wolfahrt zurück. Dennoch blieb er dem Fußball erhalten. Seit 2014 agiert der Ex-Kicker als Spielbeobachter für die österreichische Bundesliga, schaut sich bei Matches das Fan-Verhalten der Teams sowie die Infrastruktur in und rund um die Stadien genau an. Das Gleiche macht er seit 2025 in der Schweiz in den Stadien in Zürich, Basel und St. Gallen.

Gemischte Gefühle

Matthias Wolfahrt
Matthias Wolfahrt im Trikot, mit dem er im Nachwuchsnationalteam kickte.Privat

Um auf die WM in Nordamerika zurückzukommen, weitere WM-Matches zu besuchen, war für den 43-Jährigen nur bedingt ein Thema, „wenn, dann würde das für mich nur in Verbindung mit einem Urlaub Sinn machen. Denn man muss schon festhalten, dass alles sehr teuer dort ist. Angefangen von den Tickets über die Flüge bis hin zu den Übernachtungen“. Deshalb sieht er der WM mit gemischten Gefühlen entgegen: „Ich bin ein Fußballromantiker. Und wenn ich mir die ganze Preisentwicklung im Fußball ansehe, habe ich meine Bedenken. Man muss sich nur mal vorstellen, man will als vierköpfige Familie bei einem WM-Match vor Ort sein“.
Trotzdem: Auf die Partie zwischen England und Panama ist er heiß, „Ich gehe davon aus, dass die Stimmung großartig sein wird“.