Umweltschutzpreis in Lustenau verliehen

Drei Persönlichkeiten mit Lustenauer Umweltschutzpreis geehrt.
Lustenau Im Rathaussaal wurden am Donnerstagabend drei engagierte Persönlichkeiten mit dem Lustenauer Umweltschutzpreis ausgezeichnet. Die Ehrung, die von der Umweltabteilung unter Rudi Alge 1991 ins Leben gerufen wurde, richtet sich an Menschen und Institutionen, die sich in besonderer Weise für den Umweltschutz in der Marktgemeinde einsetzen. In diesem Jahr durften sich Gerhard Vinatzer, Horst Huber und Alwin Schönenberger über die begehrte Auszeichnung freuen. Sie wurden für ihren unermüdlichen und vorbildlichen Einsatz für die Natur gewürdigt.

Im Einklang mit der Natur
Gerhard Vinatzer und Horst Huber engagieren sich seit Jahren in der Bekämpfung und Eindämmung invasiver Neophyten, also Pflanzenarten, die heimische Ökosysteme bedrohen. Alwin Schönenberger ist für seine langjährige Naturbeobachtung, sorgfältige Dokumentation sowie seinen aktiven Einsatz im Vogel- und Naturschutz bekannt. “Es braucht genau solche Menschen, die uns immer wieder zeigen, wo es sich lohnt, genauer hinzuschauen und wo Veränderung notwendig ist”, betonte Umweltgemeinderat Simon Vetter (Die Grünen) in seiner Ansprache.

Umweltschutz als Gemeinschaftsaufgabe
Vetter hob die Bedeutung des Umweltschutzes in einer Zeit vielfältiger Krisen hervor. “Wir leben in einer Ära sogenannter Polykrisen. Da ist es oft schwierig, die notwendige Aufmerksamkeit für den Umweltschutz zu bekommen”, erklärte er. Viele Konflikte seien mit der Nutzung von Ressourcen verbunden. “Wir Menschen sind gut im Lösen von Problemen. Was früher als normal galt, ist heute undenkbar”, führte Vetter weiter aus und illustrierte seine Worte mit Fotos aus dem Lustenauer Archiv. So wurden früher etwa Funken aus Autoreifen gemacht, Abwasser floss ungeklärt in Gräben, und Müll wurde am Ortseingang abgelagert. “Dinge ändern sich, weil sich auch der Blickwinkel ändert”, betonte er. Die diesjährigen Preisträger seien Menschen, die diesen Wandel anstoßen. “Soziales, Gesundheit und Umwelt sind miteinander verknüpft. Umweltschutz wirkt sich positiv auf uns alle aus”, so Vetter. Mario F. Broggi, der die Festrede hielt, unterstrich: “Dass dieser Umweltschutzpreis vergeben wird, ist nicht selbstverständlich. Oft genießen Sport und Kultur einen höheren Stellenwert.”

Engagement aus Überzeugung
“Auszeichnungen und Preise dienen oft als Ansporn. Diese drei brauchen keinen Ansporn, sie engagieren sich mit Herzblut für die Natur”, würdigte Mario F. Broggi, ehemaliger Direktor der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft und ausgewiesener Naturschutzexperte für den Alpenraum, die Preisträger. Gerhard Vinatzer gilt seit 15 Jahren als Pionier in der Neophyten-Bekämpfung in Lustenau. Durch seine fundierten ökologischen Kenntnisse gelang es ihm, die Zahl der Neophyten-Standorte von über 40 auf lediglich sechs zu reduzieren. Ein beachtlicher Erfolg, wie Broggi betonte.

Auch Horst Huber leistet einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen invasive Pflanzenarten. Er erkannte früh, dass es sich um ein landes- und sogar österreichweites Problem handelt, und initiierte gemeinsam mit Schulen ein Projekt, bei dem Schülerinnen und Schüler von 2022 bis 2025 tatkräftig mithelfen.

Der dritte Preisträger, Alwin Schönenberger, ist seit mehr als 40 Jahren als Freiland-Ornithologe aktiv und setzt sich mit großem Fachwissen insbesondere für die bedrohten Wiesenbrütervögel im Lustenauer und Schweizer Ried ein. “Umweltschutz funktioniert im Teamgeist. Das haben die drei beispielhaft gezeigt”, sagte Rudi Alge, Leiter der Umweltabteilung in Lustenau. BVS

