4,75 Millionen Euro Strafen auf der A14 verhängt – durch einen Blitzer

Bei einer einzigen Radarfalle in einer Baustelle auf der A14 wurden in sechs Monaten über 60.000 Anzeigen erstattet. Fast doppelt so viele Anzeigen gab es bei einem anderen Baustellenblitzer.
Region Wie viele Radarfallen gibt es in Vorarlberg – und was bewirken sie tatsächlich? Hannes Derold, Leiter der Abteilung X – Strafsachen in der Bezirkshauptmannschaft Bregenz (BH Bregenz) erklärt, wo gemessen wird und welche Summen dabei anfallen können.
In Vorarlberg gibt es derzeit 47 fixe Radargeräte, die von der Landespolizeidirektion Vorarlberg betrieben werden: 14 im Bezirk Bregenz, acht im Bezirk Dornbirn, elf im Bezirk Feldkirch und 14 im Bezirk Bludenz.

Die Landespolizeidirektion verwendet landesweit zusätzlich sechs mobile Messgeräte für temporäre Kontrollen. Diese Geräte werden hauptsächlich in Bereichen von Anrainerbeschwerden oder an bekannten Hotspots bzw. sicherheitstechnisch neuralgischen Straßenabschnitten aufgestellt, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Außerdem werden noch Zivilstreifenfahrzeuge mit eingebauten Radar- und Videoüberwachungsgeräten eingesetzt. Als technische Alternative steht überdies ein Lichtschrankenmessgerät zur Verfügung.

Mit Anzeigen überflutet worden
Besonders Baustellen auf der Autobahn werden radarüberwacht, um die Sicherheit der Arbeiter und Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Der Blitzer, der 2024 bei der Autobahnbaustelle zwischen Dornbirn Mitte und Dornbirn Nord im Einsatz war, war so wirksam, dass „die BH Dornbirn mit Anzeigen überflutet wurde“, sagt Hannes Derold. Insgesamt wurden damals 112.000 Anzeigen erstattet.
Achtung vor Radarfallen im Baustellenbereich
Im Baustellenbereich auf der A14 bei Wolfurt – erlaubt waren dort 60 km/h – wurden von April bis Oktober 2025 60.183 Anzeigen an die BH Bregenz erstattet. Man müsse aber dazu sagen, dass der Autobahnabschnitt zwischen Bregenz und Dornbirn der meistbefahrene Abschnitt der A14 ist. Pro Tag fahren hier 30.000 Fahrzeuge. Die meisten von ihnen halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung.

Bei der Geschwindigkeitskontrolle in der Wolfurter Baustelle verhängte die BH Bregenz insgesamt 4,75 Millionen Euro an Geldstrafen. Die Einnahmen aus den Anzeigen gehen zu 80 Prozent an den Straßenerhalter – in diesem Fall an die Asfinag – und zu 20 Prozent an das Innenministerium. Die Gelder fließen unter anderem in die Straßenerhaltung und Verkehrsüberwachung.

Eintreibung von Geldstrafen schwierig
Nicht jede verhängte Geldstrafe wird tatsächlich bezahlt. Vor allem bei Lenkern aus Nicht-EU-Staaten gestaltet sich das Eintreiben der Strafen schwierig. Während Geldstrafen innerhalb Österreichs vergleichsweise einfach eingehoben werden können, ist der Aufwand im Ausland deutlich höher. Werden Strafen nicht freiwillig beglichen, können sie innerhalb der EU sowie in der Schweiz und in Liechtenstein vollstreckt werden. In diesen Fällen verbleibt das Geld in der Regel bei jenem Staat, der die Vollstreckung übernimmt. Auf stark befahrenen Straßen wie der A14 mit viel internationalem Verkehr seien jedoch öfter Lenker aus Nicht-EU-Ländern unterwegs, weshalb hier mehr Strafen nicht vollstreckt werden können, erklärt Derold.

Die „Spitzenreiter“ werden statistisch nicht erfasst. „Wir wissen aber von einer Messung auf der Arlbergschnellstraße S16 von 204 km/h bei erlaubten 100 km/h und auf der A14 von 210 km/h bei erlaubten 130 km/h“, sagt Derold.
Überflüssige Geschwindigkeitsmessanlagen gebe es aus seiner Sicht nicht. Die Messungen und die anschließenden Verwaltungsstrafverfahren tragen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer bei.