“Wir haben drei Ausgänge und ein starkes Sicherheitskonzept” – das ist der Fluchtweg im K.Club in Lech

Das eigentliche Risiko in Klubs sind nicht die Sternspritzer, die aktuell im Fokus stehen. Es besteht eine ganz andere Gefahr.
Lech “Es ist eine Riesenkatastrophe – für die Opfer, für die Angehörigen, aber auch für die ohnehin durch Krisen belastete Szene”, sagt Johannes Pfefferkorn. Der Gastgeber des Hotels und K.Club in Lech betont dabei die Tragödie in einem Nachtclub in Crans-Montana. Diese hat weit über die Schweiz hinaus Betroffenheit ausgelöst und ist immer noch akut. Junge Menschen kamen ums Leben, viele wurden verletzt, und seither wird auch in Vorarlberg intensiver über Sicherheitsstandards im Nachtleben diskutiert.
Après-Ski prägt die Barszene am Arlberg
Das Nachtleben habe sich seit Corona spürbar verändert, die Gästezahlen seien rückläufig, weiß Pfefferkorn. Umso stärker wirke ein Ereignis wie jenes in Crans-Montana nach. “Man beginnt automatisch zu reflektieren: Stimmen unsere Vorkehrungen und Sicherheitsmaßnahmen? Was würde bei uns passieren?”
Diese Fragen habe man im Team intensiv diskutiert, betont Pfefferkorn. Das Ergebnis: In dieser Brutalität sei ein solcher Vorfall im K.Club der Krone nicht vorstellbar. Das Lokal wurde 2011 neu errichtet und 2012 in Betrieb genommen – nach strengen Vorarlberger Vorgaben. “Das ist mit vielen älteren oder anders genehmigten Lokalen nicht vergleichbar”, so der Hotelier.

Das Personal wird zu Saisonbeginn geschult: Wo befinden sich Notrufeinrichtungen, Feuerlöscher, Sammelplätze? Wie läuft eine Evakuierung ab? Dennoch, sagt Pfefferkorn, lasse sich Panik nie vollständig proben. Umso wichtiger sei, dass die technischen Systeme fehlerfrei funktionieren.
Kontrollen macht in Vorarlberg die Bezirkshauptmannschaft
Der K.Club verfügt über drei voneinander unabhängige Fluchtwege, einer davon ebenerdig durch das Hotel. Verbaut wurden ausschließlich schwer entflammbare, rauchhemmende Materialien, die nicht brennend abtropfen. Zuständig für Genehmigung und laufende Kontrollen ist nicht die Gemeinde, sondern die Bezirkshauptmannschaft. “In Vorarlberg wird extrem streng geprüft – und das ist auch gut so”, sagt Pfefferkorn. Erst im vergangenen März 2025 habe es eine unangekündigte Feuerbeschau im gesamten Hotel gegeben.

Das Sicherheitskonzept stammt von einem spezialisierten Ingenieurbüro, das mehrmals jährlich alle Einrichtungen überprüft. Dazu zählen eine Brandmeldeanlage mit Vollschutz, klar definierte Brandabschnitte, rauchfeste Türen und normierte Fluchtwegbreiten. “Das ist hochkomplex und wird exakt berechnet”, erklärt Pfefferkorn.
Bei Alarm schaltet die Musik automatisch ab
Besonders wichtig sei das Zusammenspiel der Technik im Ernstfall: Löst die Brandmeldeanlage Alarm aus, schaltet sich die Musik im Klub automatisch ab, das Licht geht an, die batteriegestützte Notbeleuchtung weist den Weg nach draußen. “Gerade bei lauter Musik ist das entscheidend – sonst nehmen Gäste den Alarm gar nicht wahr.” Für maximal 150 Personen sei der Klub rasch evakuiert. Diese Zahl wird strikt eingehalten. Der Eintritt erfolgt über ein elektronisches System, das auch die Garderobe steuert. Ist die Höchstzahl erreicht, gibt es kein weiteres Ticket. “Dann lassen wir niemanden mehr hinein”, so Pfefferkorn.

Auch beim Jugendschutz zeigt man sich streng. Grundsätzlich gilt Zutritt erst ab 18 Jahren, Ausweiskontrollen sind Standard. “Natürlich kann immer jemand durchrutschen, aber nicht in größerem Ausmaß.” Gerade wegen des Ausschanks hochprozentiger Getränke sei man besonders vorsichtig.

“Die Gefahr sind Kerzen” – daher: Kerzenverbot im ganzen Haus
Ein weiterer sensibler Punkt: offenes Feuer. “Kerzen sind gefährlicher als viele glauben”, sagt Pfefferkorn. Deshalb sind im K.Club weder Tischfeuerwerke noch offene Kerzen erlaubt. Stattdessen kommen LED-Kerzen und eine großflächige LED-Wall zum Einsatz, die den Raum ohne zusätzliche Dekoration inszeniert. Auch sonst gäbe es im ganzen Hotel keine Kerzen mehr.
Auch die Feuerwehr ist eingebunden. Jährlich finden Übungen im Hotel statt, zuletzt inklusive Evakuierung aus dem Kellergeschoss. “Für die Einsatzkräfte ist es entscheidend, ein Gebäude schon einmal erlebt zu haben – bei Rauch und Dunkelheit ist alles anders.”

Die Tragödie im Nachbarland habe die Aufmerksamkeit nochmals geschärft. “Als Verantwortlicher muss man sich immer wieder selbst hinterfragen”, sagt Pfefferkorn. Technik allein reiche nicht aus. “Am Ende liegt es auch an uns – an den Betreibern und an den Mitarbeitern –, dass Fluchtwege frei sind und Regeln eingehalten werden.”