„Etwas Spezielles“: Hobbylandwirt züchtet hochwertige Rinderrasse

Johannes Bitschnau aus Bartholomäberg hält als Einziger im Montafon Wagyu-Rinder.
Bartholomäberg „Ich wollte etwas Spezielles, das nicht jeder hat“, sagt Johannes Bitschnau aus Bartholomäberg. Der Hobbylandwirt, der zuvor ausschließlich Original Montafoner Braunvieh hielt, kaufte sich in der Coronazeit 2020 Wagyu-Rinder und begann, sie zu züchten. Es ist die einzige Wagyu-Zucht im Montafon. Insgesamt elf Rinder, Kühe und Kälber stehen auf dem Hof in Bartholomäberg. Johannes Bitschnau kennt alle beim Namen. Luna ist die erste Kuh aus eigener Nachzucht.

Wagyu-Fleisch – auch aus amerikanischer Zucht – gilt als teuer, da seine Herstellung besonders aufwendig ist. Die Tiere stammen aus speziellen Zuchtlinien, werden langsamer gemästet als herkömmliche Rinder und unter kontrollierten Bedingungen gehalten. Entscheidend ist die starke Marmorierung des Fleisches: Feine Fettadern im Muskel sorgen für Zartheit und intensiven Geschmack. In Restaurants kostet amerikanisches Wagyu je nach Cut und Qualität meist zwischen 50 und 150 Euro pro Portion.


Die Wagyu-Rinder werden frühestens nach drei Jahren geschlachtet, damit sie genügend Zeit zum Wachsen haben. Sie bekommen viel Auslauf und stehen im Sommer auf der Alpe. Bei Johannes Bitschnau dürfen die Kälber bei der Mutter bleiben. Gekauft hat er die Tiere in Deutschland und Kärnten. Sie haben eine amerikanische Abstammung und sind daher günstiger als echtes japanisches Wagyu. Das Futter stammt ausschließlich aus dem Montafon – und dorthin soll auch das Fleisch zurückgehen. Derzeit sucht er noch nach Abnehmern, etwa Gasthäusern und Hotels.

Neben den Wagyu-Rindern leben auch noch 28 Stück Braunvieh auf dem Hof. Für Johannes Bitschnau ist das jedoch nur ein Hobby. „Davon leben kannst du unmöglich“, sagt er. Hauptberuflich ist er Werkzeugmacher bei HTW Nüziders. Die Landwirtschaft begleitet ihn jedoch schon sein ganzes Leben. Bereits als Kind half er auf dem Hof seines Onkels mit. Bei der Viehzucht setzt er auf Qualität statt Quantität. Deshalb will er seine Herde auch nicht vergrößern, da der Platz auf dem Hof dafür fehlt.

