Konturen des Lebens in Wort und Bild

Gerhard Mangold überzeugt in der Sylvia Janschek Art Gallery als Maler und Autor.
Hörbranz Nach seiner letzten Ausstellung (“Facetten”) vor knapp vier Jahren in der Galerie 9und20 – dem schmalsten Haus Europas in der Bregenzer Kirchstraße – war der Hörbranzer Künstler Gerhard Mangold vier Jahre lang in seinem Atelier bei der Arbeit, unternahm zwischendurch “Arbeitsreisen” in den Süden und gab Kurse für ambitionierte Hobby-Malerinnen und -Maler, denen er seine Leidenschaft und sein Know-how in seinen bevorzugten Techniken – Zeichnung und Aquarell – weitervermittelte.

Ein Buch als Ergänzung
Und nicht nur das: “Gleichzeitig habe ich an einem neuen Buch gearbeitet, das einerseits Leitfaden und Inspiration für jene, die meine Kurse besuchten, gedacht ist und ebenso als posthume Liebeserklärung an meine 2018 verstorbene Gattin Margarete, “Meki”. Ohne sie wäre ich nie dahin gekommen, wo ich heute bin, sie hat mir in all den Jahren bei der Malerei und der Musik den Rücken freigehalten”, wie er in einem berührenden Vorwort zum zweiten Buch festhält. Und das große Interesse bei der Vernissage für seine knapp 150 Seiten starken “Konturen des Lebens” lässt darauf schließen, dass auch sein zweites Werk ebenso ein Erfolg wird wie sein vor rund 15 Jahren erschienenes erstes Buch, das schnell vergriffen war und deshalb ein Nachdruck aufgelegt werden musste.

Über mich selbst erstaunt
“Wäre schön, wenn es diesmal auch so wäre…”, sinnierte der Künstler bei der Vernissage in der Sylvia Janschek Art Gallery in der Bregenzer Kaiser-Josef-Straße schmunzelnd. Seine rund drei Dutzend Bilder sind ein Querschnitt durch sein Schaffen in den vergangenen Jahren und Ausdruck seiner Kreativität, denn “ich war bei der Auswahl der Bilder selbst erstaunt, was da seit meiner Ausstellung 2022 zusammengekommen ist.” Bilder, mit denen Mangold Alltägliches – Landschaften, Häuser, Menschen usw. – beobachtet und faszinierend umsetzt.

Doppelt Grund zum Feiern
Die aktuelle Ausstellung ist für Gerhard Mangold auch ein doppelter Grund zum Feiern: Vor 50 Jahren hat er mit seinen Brüdern Elmar und Herbert mit den Bodenseespatzen seinen Traum vom Musizieren verwirklicht und ist heute nach mehreren Umbesetzungen des Trios als Mangold 3 nach wie vor gefragter Musiker, und vor 40 Jahren startete der gelernte Radio- und TV-Techniker auch als Maler seine erfolgreiche Karriere.

Solche Überlegungen sind dem 73-jährigen Hörbranzer fremd, er ist nicht nur ein Musikant, sondern auch mit großer Ernsthaftigkeit als Maler tätig – und als solcher auch sehr erfolgreich, wurde seine Arbeit doch 2010 mit einem “Ritterschlag” gekrönt: Beim Aquarellwettbewerb “Die Meister von Morgen” wurde ihm von Prof. Dr. Rudolf Leopold die hohe Auszeichnung verliehen, und seither hängt sein Bild im Leopold Museum in Wien – neben Werken von Gustav Klimt oder Egon Schiele.

Ein Hauch von Rap
Die reizvolle Kombination von Malerei und Musik kam auch in der Vernissage-Rede von Prof. Renate Bauer zum Ausdruck, denn deren Ausführungen wurden von Mangolds Musikerkollegen Rosario Bonaccorso begleitet und erinnerten in einigen ungewöhnlichen Passagen an eine spezielle Art von Rap.

Bis 20. Februar geöffnet
Die Ausstellung in der Sylvia Janschek Art Gallery in der Bregenzer Kaiser-Josef-Straße ist noch bis 20. Februar von Mittwoch bis Sonntag, jeweils von 17 bis 20 Uhr geöffnet, der Künstler ist zu den Öffnungszeiten anwesend. STP





