Gedenkkapelle am Arlbergtunnel: Ein Ort der Erinnerung und des Beistands

Heimat / 15.01.2026 • 09:56 Uhr
Gedenkkapelle am Arlbergtunnel: Ein Ort der Erinnerung und des Beistands

Die moderne, völlig offen gestaltete Kapelle in Langen am Arlberg.Otto Schwald

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BludenzDer Anlass für die Errichtung dieser modernen Kapelle ist ein trauriger. Nachdem beim Bau des Arlberg-Straßentunnels in den 1970er-Jahren 15 Bauarbeiter ihr Leben verloren hatten, entschloss sich der damalige Betreiber, die Arlberg-Straßentunnel AG (ASTAG), im Gedenken an die verunfallten Arbeiter, eine Kapelle zu errichten.

Gedenkkapelle am Arlbergtunnel: Ein Ort der Erinnerung und des Beistands

Hinterglasmalereien von Hubert Berchtold sind das einzige Schmuckelement.

Als Platz wählte man einen künstlich angelegten Hügel nahe dem heutigen Betriebsgebäude der ASFINAG. Ursprünglich weithin sichtbar, ist die Kapelle inzwischen von einigen hohen Fichten umgeben, was den Eindruck eines idyllischen Ortes der Erinnerung entstehen lässt. An gleicher Stelle befand sich schon früher ein kleiner Friedhof, auf dem einige Arbeiter, die beim Bau des Arlbergbahntunnels in den 1880er-Jahren ums Leben kamen, bestattet wurden. Daneben gab es schon damals eine den 14 Nothelfern geweihte Kapelle, und daher entschied man sich, auch die neue Kapelle diesen heiligen Personen zu widmen.

Mit der Planung der Kapelle wurde die Arbeitsgemeinschaft Willy Braun und Hans Burtscher betraut, die Fertigstellung erfolgte 1983. Die Kapelle wurde in nach Westen hin offener Form mit einem riesigen, mit Holzschindeln gedeckten Zeltdach errichtet, das auf massiven Grundmauern aus Kalkstein ruht. Vor der Rückwand der hallenartigen Kapelle steht ein schlichter Altar aus hellem Kalkstein mit feiner Strukturierung. Unmittelbar am Eingang in die Kapelle erinnert eine auf einem großen Schiefergneisblock angebrachte Messingtafel mit den Namen der 15 tödlich Verunglückten an den Anlass für die Errichtung; drei Namen wurden später noch hinzugefügt.

An der Rückwand und den beiden Seitenwänden befinden sich 14 bunte Hinterglasmalereien des Vorarlberger Künstlers Hubert Berchtold, die dieser in seinem letzten Lebensjahr 1983 für die Kapelle geschaffen hat. Sie sind ein ganz wesentlicher Teil des kleinen Gotteshauses, weil sie daran erinnern, dass Menschen auch heute noch in Notsituationen Beistand suchen bei unterschiedlichen Heiligen. Der Glaube an deren Schutz und auch deren Hilfe in Bedrängnis bestärkt die Menschen darin, Gefahren abwehren zu können. Sich dessen bewusst zu sein, ist neben der Erinnerung an die Opfer ein weiterer Zweck dieser Kapelle.OS