Kabarettgruppe “Die Spechte” begeistert mit politischer Satire in Rankweil

Achtes Programm der Rankweiler Kabaretttruppe “Die Spechte” hatte Premiere im “Alten Kino”.
Rankweil “Wir haben das Bestreben, uns ständig weiterzuentwickeln, nicht auf dem gleichen Level zu bleiben und wollen neue Sachen ausprobieren”. So fasste Fredi Willinger von der Rankweiler Kabarettgruppe “Die Spechte” beim gemütlichen Zusammensein nach der Premiere des achten Programms das Selbstverständnis der Truppe zusammen. Zuvor hatte Angelika Kerschhaggl-Linder festgestellt, dass die Gruppe in den Anfängen von Kabarettgröße Heiner Linder geprägt gewesen ist, dann aber “sukzessive selbst laufen gelernt” hat. Seit dem dritten Programm ist Manfred “Manni” Baumgartner dabei, zuerst als musikalischer Begleiter, mittlerweile aber auch textlich voll eingebunden. Vierter im Bunde ist der seit jeher kulturaffine Mesner Martin Salzmann.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
“Wir konnten die Preise moderat halten, weil es sich einmal mehr um eine Eigenproduktion des ‚Alten Kinos‘ handelt”, erklärte Willinger zwischendurch dem Publikum. Vom Team der Kulturinstitution kamen Obmann Michael Mathis und GF Katharina Leissing auf die Bühne, zeigten sich voll Freude und Stolz und überreichten dem Künstlerquartett eine Flasche Wein.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Im ersten Teil des Abends wurde das Publikum mit Paradoxa bzw. Sprach- und Gedankenspielereien konfrontiert: “eingefleischte Vegetarierin”, “herrenloses Damenfahrrad”, “Frauenmannschaft”, aber auch “Bundesligaclub SCRA Altach” und der Frage, wie kalt es denn sein muss, um doppelt so kalt zu sein wie null Grad Celsius.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Die Feststellung des englischen Ökonomen Adam Smith, dass er keinen Glauben an die Arithmetik der Politik habe, leitete Betrachtungen über verschiedene Aspekte der österreichischen Innenpolitik ein. Dass René Benko ein “Negativkapital von vierzig Milliarden Euro” hinterlassen hat, übersetzten die Kabarettisten mit “Schulda wia an Hund Flöh”. Weil Ex-Kanzler und Berater Alfred Gusenbauer noch kurz vor dem Zusammenbruch des “Signa”-Imperiums festgestellt hatte, “Die Zahlen stimmen”, konstatierten “Die Spechte” einen “Fachkräftemangel in der Politik”. Konzepte zur Budgetsanierung lägen in der Schublade, allerdings in der untersten.

Als langjähriger Stofflieferant für die Kabarettisten kam einmal mehr Karl-Heinz Grasser zur Sprache. Weil er bald nach seinem Haftantritt im Innsbrucker “Ziegelstadel” eine elektronische Fußfessel bekommen hat, ist eine “Häfen-WG” mit Benko doch nicht zustande gekommen. Der Scheinwerfer der Kabarettisten richtete sich auch auf Ex-Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer, zu dem sie feststellten, dass “zwei Halbwahrheiten eine Unwahrheit” ergeben.

Kritisch unter die Lupe genommen wurden weiters Regierungs- und Oppositionsparteien bzw. einige ihrer prominenten Mitglieder. Nach einem Lied nach der Melodie “Deine Spuren im Sand” wurde SPÖ-Chef Andreas Babler empfohlen, einen alten indianischen Rat zu befolgen: “Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, dann steige ab”. Während Beate “Miles & More” Meinl-Reisinger nach der jüngsten Regierungsbildung in der politischen Businessclass angekommen ist, bescheinigten die “Spechte” den “Grünen” den Wechsel in die Holzklasse. Mit FP-Obmann Herbert Kickl, dessen beste Mitarbeiter “Die Schwarzen” seien, beschäftigten sich die Kabarettisten noch intensiver. Beim politischen Aschermittwoch in Ried im Innkreis handle es sich um ein “Hochamt der Polemik mit Promillehintergrund”. Da würden “Glaube, Liebe und Hoffnung” nicht mehr helfen, sondern nur noch ein Wunder. Apropos Glauben: Auch der Vatikan (höchste Lebenserwartung) und die Papstwahl waren Thema. AME












