Tourismus als Lebensader im Großen Walsertal

Eine Studie zur Wertschöpfung und Wertschätzung wurde in Sonntag präsentiert.
Sonntag Was bewegt den Tourismus im Großen Walsertal – und welche Bedeutung hat er für die Region und den Lebensraum? Gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Kohl & Partner wurde eine Wertschöpfungsstudie für die Alpenstadt Bludenz mit Nüziders, das Klostertal, den Biosphärenpark Großes Walsertal und das Brandnertal erarbeitet. Die Studie soll aufzeigen, welchen Beitrag der Tourismus unter anderem für den Biosphärenpark Großes Walsertal leistet, dies nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich.

Kürzlich wurden in Sonntag von Gernot Memmer von Kohl & Partner die zentralen Ergebnisse dieser Studie präsentiert. Sie zeigen eindrucksvoll, welchen Stellenwert der Tourismus für die regionale Wertschöpfung hat. Den Gästen stehen 107 Beherbergungsbetriebe, 20 Gastronomiebetriebe, vier Seilbahnen und ein Badesee zur Verfügung. Bei insgesamt 2200 Betten und 128 Beschäftigten werden jährlich 185.341 Übernachtungen gezählt. Im Sommer geben die Touristen durchschnittlich 155 Euro pro Tag, im Winter hingegen 242 Euro pro Tag aus. Insgesamt ergibt das eine jährliche Wertschöpfung von 36,3 Millionen Euro, wobei rund 63 Prozent der Ausgaben – abseits der Unterkunft – direkt im Tal bleiben.
Tourismus und Lebensraum sind im Großen Walsertal eng miteinander verbunden. Der Tourismus trägt wesentlich dazu bei, die Infrastruktur im Tal zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die Gemeinden erzielen jährlich rund 470.000 Euro aus der Tourismusabgabe. Diese Mittel fließen unter anderem in den Erhalt und die Gestaltung von Infrastruktur wie Straßen, Wanderwegen und Erlebnispfaden. Damit trägt der Tourismus wesentlich zur Lebensqualität der Bevölkerung bei und es wird deutlich: Tourismus schafft Wohlstand, stärkt das Gemeinwohl und sichert attraktive Lebensräume. Festgestellt wurde eine Steigerung der Bettenzahl in den letzten zehn Jahren um 13 Prozent, wobei die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner im Großen Walsertal im selben Zeitraum stabil geblieben ist.
Tourismus als Wirtschaftsmotor
Ohne Tourismus müssten 67 Prozent der Bergbahnen in der Region schließen, Wirtshäuser könnten nicht überleben und die Bevölkerung würde dadurch Treffpunkte verlieren. Auch Handwerks- und Bauunternehmen profitieren direkt vom Tourismus. Jährlich wird in die Instandhaltung und Renovierung der Betriebe investiert, 60 Prozent der Aufträge werden an Leistungsträger in einem Umkreis von 30 Kilometern vergeben. Besonders Betriebe im Tal und im näheren Umfeld profitieren von diesen Investitionen.
Der Tourismus ist zudem ein bedeutender Arbeitsplatzmotor. Insgesamt sichert er 368 Vollzeitarbeitsplätze. 69 Prozent der Mitarbeitenden in touristischen Betrieben leben direkt im Großen Walsertal und müssen nicht auspendeln – ein wesentlicher Beitrag zur regionalen Lebensqualität. Auch Dorfläden und landwirtschaftliche Betriebe hängen eng mit dem Tourismus zusammen und würden ohne ihn nicht in dieser Form bestehen. Trotz der aktuell herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigt die Studie insgesamt: Der Tourismus im Großen Walsertal wächst weiter und bleibt eine tragende Säule für Wirtschaft, Gesellschaft und Lebensraum. HAB