„Alleine schaffen wir das nicht“: Wie geht es weiter mit der St. Laurentiuskirche?

Die Pfarre Heilig Kreuz lud zur Diskussion über die Zukunft der St. Laurentiuskirche und betonte dabei die Wichtigkeit des Ehrenamts.
Bludenz Die Pfarre Heilig Kreuz lud am Freitagabend zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung, in der es um die Frage ging, ob die St. Laurentiuskirche eine Zukunft hat oder nicht. „Die Kirche liegt uns am Herzen“, sagte Pfarrmoderator Guido Kobiec. Gerade deshalb müsse eine neue Nutzung gefunden werden, um die Kirche erhalten zu können. Ein zentrales Element des Abends waren Themenecken, die zum Informieren, Diskutieren und Einbringen eigener Ideen genutzt wurden. Eines ist aber jetzt schon sicher: Jedes Vorhaben steht und fällt mit dem freiwilligen Engagement der Menschen.


Der Bezug zur Kirche habe sich spürbar verändert. „Was früher selbstverständlich war, ist jetzt zurückgegangen“, sagte Thomas Folie von der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz. Immer weniger Menschen bringen sich aktiv ins Pfarrleben ein, und ohne ihren Einsatz kann die Liegenschaft nicht mehr erhalten werden. Einzelne Freiwillige übernehmen bereits einfache, aber notwendige Aufgaben rund um die Kirche wie die Bestückung des Kerzenstocks.

Kaum mehr Geld
Othmar Kraft schilderte die prekäre Finanzlage: Bei einem Budget von 5000 Euro für 2026 und jährlichen Betriebskosten von rund 22.000 Euro übersteigen die Ausgaben die Einnahmen deutlich. Wenn etwas Bauliches gemacht werden müsste, könne das die Pfarre nicht mehr stemmen. „Wir brauchen Menschen, die ihre Zeit schenken und mit anpacken wollen“, so Kraft. „Alleine schaffen wir das nicht.“

Die Kirche müsse unbedingt geöffnet bleiben – für Führungen, Gottesdienste, aber auch andere Anlässe wie Lesungen und Chorauftritte, forderte Alfons Feurstein vom Tourismusverein Bludenz. Michael Konzett setzte sich für eine kulturelle Bespielung mit Konzerten und Theateraufführungen ein. „Aus kultureller Sicht ist es ein Armutszeugnis, wenn die Kirche gesperrt wird“, so Konzett.


Für Markus Fulterer, Leiter des Diözesanbauamts, darf der Charakter des Sakralraums nicht verlorengehen. „Es bleibt ein Gotteshaus“, betonte er. Gute Lösungen müssten dem Ort gerecht werden – wie Trauercafés oder eine Herberge für Pilger. „Die größte Herausforderung ist aber nicht das Geld, sondern, was man will“, sagte Fulterer.


Die langjährigen Ministranten Dominik und Elias – beide 17 Jahre alt – wollen, dass die Kirche im katholischen Sinne bespielt wird. Dominik wünscht sich eine wöchentliche Messe. „Wir als Ministranten schätzen das sehr.“ Auch für Elias ist der Erhalt der Kirche wichtig – gerade im Hinblick auf die nächste Generation an Ministranten. Mladen Milic, Gemeindeleiter der Pfarre Bürs, überlegte, die Räumlichkeiten der jüngeren Generation zur Verfügung zu stellen. So hätten die Jugendlichen eigene Räume, in denen sie sich treffen und gemeinsam etwas gestalten können.


Dieter Kerbl wünscht sich ebenfalls, dass die Kirche eine Zukunft hat. Er arbeitet bereits ehrenamtlich für die Kirche, kümmert sich um den Außenbereich und die Gartenanlage. Seiner Meinung nach braucht es ein ehrenamtliches Team, das die Veranstaltungen organisiert und betreut. Auch weitere Helfer schaden nicht – „die den Besen schwingen oder dekorieren“. Aus seiner Sicht habe die Pfarrgemeinde zu lange gewartet, mit der Ehrenamtssuche an die Öffentlichkeit zu gehen.

Ehrenamtliche gefunden
Sepp Gröchenig sagte noch am selben Abend ehrenamtliche Hilfe zu. „Mir hat die Veranstaltung gut gefallen. Ich will etwas dazu beitragen, dass die Kirche erhalten bleibt“, so Gröchenig, der sich anbietet, aufzuräumen oder Rasen zu mähen. Für die Zukunft kann sich Gröchenig Konzerte vorstellen, „die der Masse etwas bringen“ und mit denen man Eintritt verlangen kann. So könnten weitere Einnahmen generiert werden.


Konkret meldeten sich im Laufe des Abends zehn ehrenamtliche Personen, die bereit sind, künftig in Bereichen wie Reinigung, Technik, Hausmeistertätigkeiten und Pflege mitzuarbeiten. Zudem signalisierten mindestens vier Institutionen Interesse an möglichen Kooperationen. Auch alternative Finanzierungsideen wie ein Förderverein wurden eingebracht.


In den kommenden Wochen erfolgt eine pfarrliche und diözesane Auswertung der Ergebnisse. Interessierte Personen, Vereine und Institutionen werden kontaktiert. Zudem ist die Gründung einer Steuerungsgruppe „Zukunft St. Laurentiuskirche Bludenz“ geplant. In einem Punkt waren sich die Bludenzer aber alle einig: Die St. Laurentiuskirche soll erhalten bleiben.



Mehr Infos auf der Webseite der Pfarre Hl. Kreuz: https://www.pfarre-heilig-kreuz.at/pfarre/8112/informationen/pfarrlicheschwerpunkte/notwendigeperspektivenfue