Vorarlberg hat die größte E-Bus-Flotte Österreichs

So erleben Busfahrerin Carla Gallaun und Mechaniker Johann Lässer den Arbeitsalltag mit E-Bussen.
Darum geht’s:
- Seit Jahresbeginn jeder dritte Regionalbus elektrisch.
- Busfahrerin Carla Gallaun ist von E-Bussen begeistert.
- Für Mechaniker wie Johann Lässer bringen E-Busse zusätzliche Gefahren.
Wolfurt Vorarlberg verfügt über die größte E-Bus-Flotte Österreichs. Hier wird seit Jahresbeginn jeder dritte Regionalbus elektrisch betrieben. „Es ist leichter damit zu fahren und viel ruhiger – für mich als Busfahrerin, die Fahrgäste und die Anrainer“, sagt Carla Gallaun, die von einer anfänglichen Unsicherheit und Skepsis mancher Kollegen berichtet. „In der Werkstatt bringen elektrisch betriebene Busse jedoch auch neue Gefahren mit sich“, weiß Johann Lässer, Mechaniker am Postbus-Standort Wolfurt, im Rahmen einer Pressekonferenz am Montag.


Umstellungen bei der Arbeit
Carla Gallaun fuhr vor sechs Jahren zum ersten Mal mit einem E-Bus. Sie war von Anfang an begeistert und freut sich immer, wenn sie mit einem davon fahren kann. „Die Kollegen, die zu Beginn unsicher waren, sind jetzt auch begeistert“, meint die 52-Jährige aus Feldkirch. Zwar müsse man die E-Busse auf manchen Strecken nicht nur am Abend, sondern zusätzlich auch in der Mittagspause laden, doch gehe dies schnell und einfach.

Die Reichweite der Busse liegt – abhängig von der Größe – bei bis zu 250 beziehungsweise 300 Kilometern. Insgesamt gibt es in Vorarlberg 144 Ladepunkte. Mit 75 Ladepunkten ist die ÖBB-Postbus-Garage in Wolfurt der größte Ladestandort für E-Busse in Österreich. Johann Lässer ist hier langjähriger Mitarbeiter und hat den Wandel der letzten Jahre hautnah miterlebt. „Man wächst in die neue Situation hinein, aber dafür braucht es Offenheit und Eigenmotivation“, betont der 54-Jährige aus Lingenau.

Die größte Veränderung bei der Arbeit stellen die hohen Spannungen dar. „Die können lebensgefährlich sein, da muss man aufpassen.“ Für die Arbeit mit E-Bussen wird speziell isoliertes Werkzeug verwendet. Da wichtige Teile wie der Akku oben auf dem Dach verbaut sind, gibt es außerdem einen speziellen Hocharbeitsstand.


Kosten und Förderung
Rund 100 E-Busse sind bereits im Linieneinsatz, wobei mehr als die Hälfte von ÖBB Postbus betrieben wird. Im Mai soll die Zahl auf 141 steigen. „Wir sind aufgrund von EU-Vorgaben verpflichtet, einen bestimmten Anteil auf E-Busse umzustellen“, erklärt Christian Hillbrand, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Vorarlberg.

Ein zwölf Meter langer Bus kostet 600.000 und ein 18-Meter-Bus 800.000 Euro. Die Anschaffung der Fahrzeuge wird durch das Förderprogramm EBIN (Emissionsfreie Busse und Infrastruktur) finanziell unterstützt. Für die 141 E-Busse beliefen sich die Fördermittel auf über 50 Millionen Euro. „Aktuell ist ein neuer Förderantrag am Laufen. Das Ziel ist, bis zum Jahr 2030 auf 200 E-Busse zu kommen.“