“Viele haben schon darauf gewartet” – Bis zu 130 Euro für Reparaturen

VN / HEUTE • 20:30 Uhr
"Viele haben schon darauf gewartet" – Bis zu 130 Euro für Reparaturen
Als Partnerbetrieb der Geräte-Retter-Prämie bietet Markus Jochum Reparaturen für viele verschiedene Elektrogeräte an. VN/Paulitsch

Trotzdem schneidet Österreich beim Reparaturverhalten schlechter ab als Länder ohne Geräte-Retter-Prämie (früher Reparaturbonus).

Darum geht’s:

  • Markus Jochum repariert viele verschiedene Geräte.
  • Hohe Nachfrage nach Geräte-Retter-Prämie (früher Reparaturbonus) in Dornbirn.
  • Trotzdem ist Österreichs Reparaturquote im internationalen Vergleich verbesserungsbedürftig.

Dornbirn „Viele haben schon darauf gewartet“, sagt Einzelunternehmer Markus Jochum über die Geräte-Retter-Prämie, die früher Reparaturbonus hieß. In seinem Fachgeschäft „Elektro Jochum“ in Dornbirn bemerkt er eine hohe Nachfrage nach der Förderung von bis zu 130 Euro. Doch eine neue Studie zeigt, dass Österreich im internationalen Vergleich trotz dieser Prämie noch Aufholbedarf beim Reparaturverhalten hat.

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Vielfältige Reparaturen

Wer die Geräte-Retter-Prämie nutzen will, muss einen Partnerbetrieb aufsuchen. Während sich manche Betriebe auf bestimmte Geräte beschränken, deckt Jochum ein breites Spektrum ab. „Die meisten Aufträge bekomme ich für Fernseher, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner“, sagt der 54-jährige Dornbirner. Darüber hinaus repariert er auch Küchenkleingeräte, Computer, Geräte für die Krankenpflege und vieles mehr.

Geräte wie Fahrräder und Smartphones sind nicht mehr Teil der Förderung, obwohl sie laut einer Studie zum Reparaturverhalten in verschiedenen Ländern des NIM (Nürnberg Institut für Marktentscheidungen) ohnehin seltener repariert werden als größere Haushaltsgeräte.

"Viele haben schon darauf gewartet" – Bis zu 130 Euro für Reparaturen
Waschmaschinen repariert Markus Jochum oft. VN/Paulitsch

„Ich repariere im Rahmen der Geräte-Retter-Prämie rund 500 Geräte pro Jahr.“ Neben Reparaturen werden auch Service und Wartung von Elektrogeräten staatlich unterstützt. Übernommen werden 50 Prozent der förderungsfähigen Bruttokosten – bis maximal 130 Euro.

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Hauptmotivation

Reparieren statt Wegwerfen und Neukaufen bringt mehrere Vorteile: Unter anderem werden Ressourcen und Klima geschont, Elektroschrott reduziert und heimische Reparaturbetriebe unterstützt. Doch laut Jochum ist die Hauptmotivation finanzieller Natur, also wenn eine Neuanschaffung deutlich teurer wäre. Das bestätigt auch die NIM-Studie: Für die meisten endet die Zahlungsbereitschaft für eine Reparatur von Elektrogeräten bei rund 20 Prozent des Neupreises.

"Viele haben schon darauf gewartet" – Bis zu 130 Euro für Reparaturen

Jochum weist Kunden darauf hin, wenn sich eine Reparatur nicht mehr lohnt. Dennoch kommt es fünf- bis zehnmal pro Jahr vor, dass er Geräte über deren Wert hinaus repariert: „Zum Beispiel, wenn Kunden aus Gründen der Nachhaltigkeit oder aus Gewohnheit an ihrem Gerät festhalten möchten.“ Auch ihm selbst ist die Nachhaltigkeit wichtig: „Je älter man wird, umso grüner wird man.“ Obwohl er in seinem Geschäft eine hohe Nachfrage nach der Geräte-Retter-Prämie verzeichnet, spürt er die heutige Wegwerfmentalität deutlich.

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Markus Jochum beim Reparieren eines Fernsehers. VN/Paulitsch

Mittelfeld trotz Prämie

Laut der NIM-Studie empfinden mehr als 60 Prozent der Österreicher Reparaturen als zu teuer – trotz erneuter staatlicher Bezuschussung. Rund die Hälfte gab an, zwölf Monate vor Studienerhebung mindestens ein Elektrogerät repariert zu haben. Damit liegt Österreich in einem Vergleich von sieben Ländern auf Platz vier, jedoch hinter Staaten ohne landesweiten Reparaturbonus wie Polen oder den USA. Italien liegt bei der Reparaturquote an der Spitze, Deutschland bildet das Schlusslicht.

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"Viele haben schon darauf gewartet" – Bis zu 130 Euro für Reparaturen

Die Studie zeigt, dass politische Fördermaßnahmen allein nicht ausreichen – auch Reparaturbewusstsein, Preisgestaltung und eine einfache Abwicklung sind entscheidend, um Konsumenten zu mehr Reparaturbereitschaft zu bewegen. Nichtsdestotrotz hebt Jochum die Wichtigkeit der Geräte-Retter-Prämie hervor: „Für Kunden macht es einen großen Unterschied, ob sie statt 300 nur 170 Euro zahlen müssen. Und auch für uns Reparaturbetriebe ist die Förderung eine wichtige Unterstützung.“

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