Hyrox-Selbstversuch in St. Gallen: 6 Monate Training für 8 Kilometer Schmerz und Stolz

Wie fit wird man in sechs Monaten? Ein Selbstversuch zeigt, wie realistisch es ist, sich ohne Vorerfahrung auf einen Hyrox-Wettkampf vorzubereiten
St. Gallen Ich, Stefanie Köchle (26) aus Bregenz, Redakteurin bei den VN, habe einen Selbstversuch gestartet: Kann man sich in nur sechs Monaten ohne Vorerfahrung auf einen Hyrox-Wettkampf vorbereiten? Die Antwort: Ja – aber es braucht Schweiß, Disziplin und ein gutes Maß an Durchhaltevermögen.
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Im Juni letzten Jahres begann mein Selbstversuch: Ohne jegliche Hyrox-Erfahrung, aber mit viel Neugier stieg ich im Functional Training Club ins Training ein. Mein Ziel war klar: In sechs Monaten so fit werden, dass ich einen offiziellen Hyrox-Wettkampf bestreiten kann.

Hyrox ist eine internationale Wettkampfserie, die Kraft, Ausdauer und mentale Härte kombiniert. Das Schema ist weltweit gleich: Acht Stationen mit funktionellen Übungen, dazwischen jeweils ein Kilometer Laufstrecke.
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Die acht Übungen eines Hyrox-Wettkampes
- SkiErg
- Schlitten schieben
- Schlitten ziehen
- Burpee-Weitsprünge
- Rudern
- Farmers Carry
- Sandsack-Lunges
- Wandbälle


Im September 2025 wurde im Fitnessstudio eine Hyrox-Simulation organisiert – als Vorbereitung für alle, die im Jänner 2026 erstmals an einem Wettkampf teilnehmen wollten. Ziel war es, ein realistisches Gefühl für den Ablauf und die Belastung eines echten Rennens zu bekommen. Ich brauchte damals 1:40 Stunden für die volle Distanz.
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Zum Vergleich: Der Durchschnitt für Einsteiger liegt meist zwischen 1:45 und 1:55 Stunden – ich war also schon zu Beginn gar nicht so schlecht unterwegs.
Disziplin während der Weihnachtszeit
Ich trainierte dreimal pro Woche – zumindest meistens. Vor allem rund um Weihnachten wurde es schwieriger, den inneren Schweinehund im Zaum zu halten. Es gab Tage, da fehlte die Motivation völlig. Manchmal siegte die Bequemlichkeit. Die Disziplin durchzuhalten war wohl die größte Herausforderung.
Was mir besonders half, war die Gemeinschaft. Ob Trainer, Freunde oder Trainingspartner – alle zogen mit. Das machte es leichter, dranzubleiben.
Der große Tag in St. Gallen
Am Wettkampftag war ich nicht nervös – eher neugierig, wie sich das Ganze anfühlen würde. Mein Start war für 11:40 Uhr angesetzt. Ich machte mich also früh auf den Weg nach St. Gallen, um rechtzeitig vor Ort zu sein, mich zu orientieren und in Ruhe vorzubereiten.

Gestartet wurde in der Olma-Messehalle – ich trat als Einzelteilnehmerin an, im Fachjargon: „Hyrox Single“. Wer möchte, kann auch im Team starten („Doubles“) und sich die Übungen pro Station flexibel aufteilen. Eine halbe Stunde vor dem Start begann ich mit dem Aufwärmen. Dann ging alles ganz schnell: Startbereich, Countdown, Tunnelblick – und los.
Hyrox will ein Fitnesswettkampf für alle sein. Den Eindruck hatte man auch in der Halle: Der älteste Teilnehmer war stolze 75 Jahre alt. Auch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen gingen an den Start und stellten sich dem Wettstreit wie alle anderen auch.

Der Wettkampf selbst war hart – aber nicht unerreichbar. Ich fühlte mich gut vorbereitet. Und das zeigte sich: 1:34 Stunden – sechs Minuten schneller als bei meiner Trainingssimulation. In meiner Altersklasse landete ich auf Platz 75 von 345. Keine Medaille, aber ein persönlicher Sieg.