Brandermittler: „Es war herausfordernd und nicht ungefährlich“

Ursache des Feuerinfernos in Lustenau dürfte an mehreren Elektrogeräten liegen. Ermittler Andreas Weiß zu weiteren Details.
Lustenau In der Nacht auf Dienstag führte ein Großbrand an der Dornbirnerstraße im Lustenauer Industriegebiet zum Einsatz der Feuerwehren von Lustenau, Dornbirn, Hohenems und Altach (die VN berichteten). Kurz nach Ausbruch eines Feuers im Betrieb stand die Werkstatt der Firma Nutzfahrzeuge Haubner in hellen Flammen.

Am nächsten Morgen blieben nur noch verkohlte Trümmer, Schutt und Asche. Inmitten der Brandruine standen Lkw, von den Flammen in schrottreife Wracks verwandelt.

Nach der Feuerwehr rückten am Mittwochvormittag die Brandermittler des Landeskriminalamtes, unter ihnen Andreas Weiß, vor Ort an. Es galt, die Ursache für das Inferno zu ergründen.
Hoher Zerstörungsgrad
Doch diese Aufgabe stellte sich zu Beginn nicht nur als schwierig, sondern auch hochriskant heraus, wie Weiß den VN schilderte: „Es war eine herausfordernde Arbeit und nicht ungefährlich.“ Letzteres deshalb, weil sich die Brandermittler gewaltigen Dimensionen mit einem hohen Grad an massiver Zerstörung entgegensahen. Hier zu arbeiten, war mit einem großen Risiko verbunden. Es galt zu vermeiden, von losen Trümmern erschlagen zu werden. „Mithilfe von Baggern und Kränen musste die Brandruine erst abgesichert werden, ehe wir unsere Arbeit aufnehmen konnten“, so der Ermittler weiter.
Trugbild am Dach
Wie immer galt es zunächst, den Brandherd ausfindig zu machen. Passanten hatten zu Beginn des Infernos kurz nach Mitternacht Feuer auf dem Dach des Firmengebäudes beobachtet. Doch das sollte sich als Trugbild herausstellen, denn dort war das Feuer nicht entstanden, erklärte Weiß: „Der Eindruck entstand, weil die Halle an der Decke Lichtkuppeln hatte, durch die der Feuerschein leuchtete.“

Die Spurensuche in der Brandruine führte die Experten des Landeskriminalamtes zu mehreren Elektrogeräten im Betrieb und zum Schluss, dass diese als wahrscheinlichste Brandquelle infrage kommen, eventuell durch irgendwelche Defekte. Doch die Untersuchung dieser Geräte erweise sich als schwierig, da nicht viel von ihnen übrig sei.
Keine Brandstiftung
Doch eines steht für den Brandermittler nach der Sichtung der Spurenlage zweifelsfrei fest: „Da ist niemand von außen hereingekommen und hat den Brand absichtlich gelegt.“