Zwischen Narrenabend und Maturaball: Backstage im Dornbirner Kulturhaus

Wie das Bühnentechnik-Team den Betrieb im Kulturhaus am Laufen hält.
Dornbirn Es ist einer dieser Tage, an denen im Kulturhaus Dornbirn kein Kabel stillliegt. Während auf der großen Bühne noch die letzten Spuren des jüngsten Narrenabends zu sehen sind, wird gerade an Seitenwänden für den nächsten Maturaball geschraubt. Das neunköpfige Bühnentechnik-Team kennt aktuell keine Langeweile – und doch wird es nicht hektisch. “Planung ist schließlich alles”, sagt Lukas Ortner, stellvertretender technischer Leiter. “Und darin sind wir wirklich gut”, lacht er gelassen.

Eingespielte Truppe
Sechs Veranstaltungstechniker und drei Tagestechniker sorgen dafür, dass Ton, Licht, Video und Bühne zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Dazu kommt der Saalauf- und -abbau. Tische rücken, Stuhlreihen ordnen, alles wieder auf Anfang stellen. Herbst und Winter gelten als strengste Zeit, mit Bällen, Fasching und Konzerten im Wochenrhythmus. Allein im Februar stehen vier große Bälle an, dazu kommen zahlreiche Tanz- und Musikschulveranstaltungen. “Da baut man manchmal schneller ab, als man aufgebaut hat”, meint Markus Moll vom Team, der auch noch Hausmeister im Kulturhaus ist. Stress, sagt er, lasse man trotzdem nicht zu. “Wir sind eingespielt.”


Währenddessen testet Lichttechniker Gebhard Sandholzer konzentriert die Bühnenbeleuchtung. Die Handgriffe sitzen. Rund 300 Tage im Jahr ist das Kulturhaus belegt, dazu kommt eine kurze Sommerpause. “Also eigentlich durchgehend”, betont Ortner. Zum Hauptsaal kommen dazu noch ein kleiner Saal, Veranstaltungen im Foyer und seit Kurzem der neue Studa-Saal in Haselstauden. Auch bei dessen technischer Planung war das Team involviert. Mike Wimmer ist der technische Leiter im Haus, Bernd Felder ist für Kunden- und Veranstaltungsbetreuung zuständig. Er folgte auf Fritz Ortner, der nach 43 Jahren zum Jahresende in Pension ging – ein Name, der im Haus noch immer oft fällt.

Viele Stammkunden
Das Team pflegt eine enge Zusammenarbeit mit den Veranstaltern. “Wir bekommen viel positives Feedback”, erzählt Markus Moll. “Denn neben den Aufbauten liefern wir oft auch Ideen fürs Bühnenbild oder technische Lösungen, die anderswo nicht selbstverständlich sind – und stellen unsere Erfahrung gerne zur Verfügung”, ergänzt Ortner. Zahlreiche Kunden kommen seit Jahren, zu den meisten hat man inzwischen ein freundschaftliches Verhältnis.

Wochenenddienste gehören auch dazu, doch die Vielseitigkeit des Jobs überwiegt. Maximilian Hämmerle, mit 24 Jahren jüngstes Teammitglied, kam vor einem Jahr als Quereinsteiger. “Eigentlich war es nur übergangsweise gedacht”, sagt er. Überzeugt haben ihn die Abwechslung und der tägliche Kontakt mit unterschiedlichsten Menschen. Die Unterhaltungsbranche habe zudem ihren eigenen Reiz: “Man ist ständig von guter Laune und schönen Momenten umgeben”. Etwas, das perfekt zu seiner offenen Art passt.

Und da ist noch Stefan Steurer, “der Frischling” unter den Bühnentechnikern. Er ist seit Oktober neu im Team und fand vergangenes Jahr über die Narrenabende zum Kulturhaus. “Ich dachte, das wäre sehr spannend und habe gefragt, ob ein Job frei ist. Als tatsächlich im Sommer eine Stelle frei wurde, habe ich nicht lange überlegt”, berichtet er.

Beim Hinausgehen durch die Tiefgarage fallen Zitate zufriedener Kunden an den Wänden auf. Lob, festgehalten in Farbe. Sie erzählen von gelungenen Abenden – und von jenen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass alles reibungslos läuft. So auch wieder dieses Wochenende, wenn sich der Vorhang für den Narrenabend 2026 öffnet und der Applaus nicht nur den Künstlern gebührt. cth


