Holztragwerke als Meisterstück

LBS-Abschlussklassen präsentierten beeindruckende Projekte.
Dornbirn Die Abschlussklassen Z4B und B4B der Landesberufsschule Dornbirn 1 haben diese Woche ihre Projektarbeiten im Rahmen einer Präsentation der Öffentlichkeit vorgestellt. Gezeigt wurden die Arbeiten von elf Lehrlingen, die im Schuljahr 2025/2026 die vierjährige Ausbildung zu Zimmereitechnikern und Hochbauspezialisten abschließen. Der Veranstaltungssaal der Schule war bis auf den letzten Platz gefüllt. Direktor Herbert Wehinger begrüßte neben Eltern auch Ehrengäste, darunter Landesrätin Barbara Schöbi-Fink, Innungsmeister der Zimmerer Manuel Feuerstein, Christoph Sutter (WKO), Bertram Summer (Bildungsdirektion), Hilmar Müller (WKO) und Bruno Bereuter (Direktor LBS 2).

Projektarbeiten, die auch weiter Verwendung finden
Im Mittelpunkt des diesjährigen Abschlussjahrgangs stand das Thema “Tragwerke”. Die Lehrlinge setzten sich dabei mit anspruchsvollen Konstruktionsformen wie der Zollinger-Bauweise, Hänge- und Sprengwerken auseinander. Entstanden sind unter anderem eine kunstvolle Holzüberdachung, eine Brückenkonstruktion sowie ein Bildstock, die im Saal zu bestaunen waren. Sämtliche Arbeiten wurden in den Werkstätten der Schule gefertigt. Für alle Bauwerke gibt es bereits konkrete Interessenten, für die Brücke sogar einen fixen Abnehmer: Sie wird künftig im Barockbaumuseum in Au im Bregenzerwald zu sehen sein.

Besonderer Teamgeist
Klassenvorstand Johannes Willi erklärte, dass das vierte Lehrjahr bewusst zur Vertiefung eingeführt wurde, um den steigenden Anforderungen im modernen Holzbau gerecht zu werden. Der zehnwöchige Schulblock stehe jedes Jahr unter einem neuen Motto, die inhaltliche Ausgestaltung liege jedoch bei den Schülern. “Wir verstehen uns eher als Coaches. Die Dynamik ähnelt jener in der späteren Arbeitswelt”, sagte Willi. Jeder finde seine Rolle, Teamgeist und gegenseitige Wertschätzung seien zentraler Bestandteil der Arbeit. Entsprechend groß zeigte sich der Stolz über die präsentierten Ergebnisse.

Die vierjährige Ausbildung geht über die klassische Lehre hinaus und vermittelt zusätzlich planerische, technische und computergestützte Kompetenzen. Neben der praktischen Arbeit, die im Mittelpunkt steht, gehören auch Konstruktionslehre, angewandte Mathematik, CAD-Programme und moderne Holzbausoftware zur Ausbildung. Ziel ist es, Fachkräfte hervorzubringen, die sowohl in der Werkstatt als auch in der Planung eingesetzt werden können. Ähnliche Vertiefungen gibt es im Hochbau, wo die vierjährige Ausbildung seit fünf Jahren an der LBS 1 angeboten wird, bei den Zimmerern seit neun Jahren.

Landesrätin Schöbi-Fink zeigte sich von der Qualität der Arbeiten beeindruckt und betonte die Bedeutung der dualen Ausbildung für den Wirtschaftsstandort. Beim anschließenden gemütlichen Ausklang nutzten Gäste, Lehrkräfte und Schüler die Gelegenheit zu Fachgesprächen. Die präsentierten Projekte machten deutlich, welches Potenzial im heimischen Berufsnachwuchs steckt – und dass der moderne Holzbau längst mehr ist als traditionelles Handwerk. cth





