„Drang nach Freiheit“: Gäbi Hanser erzählt von Expeditionen rund um den Globus

Gäbi Hanser ließ bei seiner Buchpräsentation in Nüziders Stationen seines bewegten Lebens Revue passieren – von Expeditionen in die Polarregionen bis zu den höchsten Bergen der Welt.
Nüziders Als begeisterter Amateur war Gäbi Hanser viele Jahre lang auf der ganzen Welt mit Höhenbergsteigen und Expeditionen unterwegs. Allerdings haben ihn nicht nur die Berge fasziniert. Vier Jahre fuhr er als technischer Offizier über die Weltmeere.
Im Gespräch mit Sigi Schwärzler ließ Gäbi Hanser im Bergsportgeschäft Movimento sein Bergsteigerleben Revue passieren. Dabei stellte er die zweite Auflage seines 2023 erschienenen Buches mit dem Titel „Drang nach Freiheit“ einem interessierten Publikum vor.
„Eigentlich habe ich es für meine Töchter geschrieben, damit sie mehr über mich erfahren und was mich so bewegt“, erklärte Gäbi Hanser zum Buch. Dabei zeigte er eindrucksvolle Bilder von seinem Abenteuerleben.
Bergsteiger wie Theo Fritsche, Marco Wasiner und Dietmar Galehr ließen sich diese Buchvorstellung nicht entgehen. Der passende Rahmen dieser Vorstellung kam durch die Bekanntschaft mit Martin Vallazza, dem Betreiber des Bergsportgeschäfts Movimento, zustande. Kennengelernt hatten sie sich auf dem Gipfel der Zimba.
Hansers Leben ist wirklich bewegt genug, wenn man die Liste seiner Expeditionen liest. Diese führten ihn in alle Länder nördlich des Polarkreises. Namen wie Mount McKinley oder Denali, mit bis zu –40 Grad einer der kältesten Berge der Welt, Annapurna, Gasherbrum und Cho Oyu, um nur einige der von ihm bestiegenen Berge zu nennen, finden sich auf dieser Liste.

Aber nicht nur in den Bergen war Hanser unterwegs. Er durchquerte Island in sechs Tagen und zum Nordpol ging er auf Skiern. Als erster Österreicher bewältigte er rund 300 Kilometer durch Sibirien in elf Tagen. All seine Expeditionen hat er selbst geplant und finanziert.
Lebensbedrohliche Situation
Eines der Highlights war auch die Besteigung der höchsten Berge von Patagonien bis Kolumbien. Ebenso hat er in Afrika alle höchsten Gipfel des Kontinents bestiegen. Dass er dabei auch lebensbedrohliche Situationen erlebte, zeigte sich etwa am Peak Lenin, wo 43 Bergsteiger durch Lawinen ums Leben kamen.
„Ich war allein auf dem Peak Lenin, half dann bei der Suche nach den Verschütteten, stieg wieder ins zweite Hochlager hinauf, biwakierte in 6850 Meter Höhe, kehrte wegen des Schneefalls um und war in 6100 Meter Höhe sechs Tage eingeschneit – das alles natürlich ohne künstlichen Sauerstoff“, schilderte Hanser.
Über 70 Jahre verbrachte Gäbi Hanser in den Bergen, um seine Bergleidenschaft auszuleben. Jetzt ist er bereits über 80 Jahre alt. Und wenn er von seinen zukünftigen Plänen erzählt, merkt man, dass ihn die Berge immer noch nicht losgelassen haben. Weitere Bergabenteuer hat er also schon geplant, ganz nach seinem Motto: „Bleib gesund und steige weiter!“ HAB
Zur Person
Gäbi Hanser
Geboren: 11.05.1943
Beruf: Maschinenschlosser, Polier – und Bauleiter
Familie: verheiratet mit Maria und zwei Laura-Sole und Karin
Hobbys: Sport, speziell Bergsteigen und Tourengehen(60 Jahre)