Mit knapp 90 in den Skikurs: Wie Skisport zum echten Jungbrunnen wird

VN / 11.02.2026 • 16:12 Uhr
Skilauf scheint für sie ein Jungbrunnen zu sein, der auch im hohen Alter noch fit hält: Für ihren Skilehrer Marko Fritz sind Ute Winter (l.), Herta Spörli (r.) und deren Tochter Line jedenfalls die außergewöhnlichste Skischulgruppe, die er jemals ins Gelände führte. PETER STRAUSS
Skilauf scheint für sie ein Jungbrunnen zu sein, der auch im hohen Alter noch fit hält: Für ihren Skilehrer Marko Fritz sind Ute Winter (l.), Herta Spörli (r.) und deren Tochter Line jedenfalls die außergewöhnlichste Skischulgruppe, die er jemals ins Gelände führte. peter strauss

Beneidenswert Junggebliebene genießen den „weißen Rausch“ auf besondere Weise.

Warth Urlaubende Promis, gekrönte Häupter, VIP’s aus Politik, Wirtschaft, Sport oder Show-Business sind für mondäne Tourismusorte wie Kitzbühel, St. Moritz oder Lech willkommene Werbebotschafter. Mit solchen kann Warth nur selten aufwarten, dessen ungeachtet urlauben auch dort immer wieder interessante Gäste. Etwa eine – im positiven Sinne gemeint – etwas „verrückte“ Urlaubsgemeinschaft, die wie seit vielen Jahren im Warther Hof logiert und ihren Skiurlaub im Hochwinter in vollen Zügen genießt. Schon in aller Frühe geht es bei Kaiserwetter mit ihrem Stamm-Skilehrer Marko Fritz auf Entdeckungsreise, denn das Ziel der Gruppe sind nicht die vielen Pisten am Arlberg und Hochtannberg, es geht hinaus ins Gelände, das sich in seiner ganzen Pracht präsentiert: Neuschnee hat die weitläufige Bergwelt in ein Wintermärchenland verwandelt, in dem auch nach zwei, drei Tagen immer noch ein paar unverspurte Hänge zu finden sind.

Alles andere als „Junge Wilde“?

Führt Marko Fritz eine Gruppe jugendlicher Freerider? „Junge Wilde“ auf der Suche nach dem Adrenalinkick? Mitnichten! – Markos „Skischülerinnen“ gehören einer ganz anderen Generation an, wobei man ihnen die fast 90 Jahre nicht ansieht – der Skisport ist für sie offensichtlich ein Jungbrunnen, der sie topfit hält.

Und noch etwas ist außergewöhnlich: Diese Gruppe entstand nicht aus einer Sandkastenfreundschaft, auch nicht aus gemeinsamer Schul- oder Studienzeit, die sie zusammengeführt hat, sie sind einander erst viel später – im „gesetzten Alter“ – begegnet, denn sie kommen aus unterschiedlichsten Gegenden, über halb Deutschland verstreut: zwischen Kronach im bayerischen Unterfranken und Dortmund liegen mehr als 400 km. Starnberg ist rund 650 km von Dortmund entfernt und nach Berchtesgaden sind es noch einmal 100 km mehr. Spielt für sie keine Rolle, wenn die Junggebliebenen einmal im Jahr ihre Koffer packen, um sich irgendwo in einem Tourismusort in den Alpen zu einem gemeinsamen Urlaub zu treffen und dem Skilauf zu frönen.

Internationale Apothekentagung

Das machen sie seit nunmehr über 40 Jahren, denn sie haben den gleichen Beruf, arbeiten in einer Apotheke, und haben einander anlässlich einer internationalen Apotheker-Tagung in den frühen 1980-er Jahren in Davos kennengelernt. Gleicher Beruf, gleiches Hobby – da lag ein gemeinsamer Skiurlaub nahe.

Einmal Warth – für immer Warth

Viele Jahre waren sie auf der Suche, haben in den ganzen Alpen Skigebiete erkundet, ihren Traum-Urlaubsort gesucht – als sie nach zwei Dutzend Urlaubsorten vor mehr als 15 Jahren in Warth landeten, waren sie so begeistert, dass für sie feststand: „Das ist es, da bleiben wir!“

Beneidenswert jung geblieben

Seit mehr als vier Jahrzehnten – fast ihr halbes Leben lang – ist dieser gemeinsame Urlaub ein Fixpunkt im Jahresprogramm dieser beneidenswert fitten Warth-Gäste. Obwohl nicht mehr weit von ihren 90-ern entfernt (altersmäßig tanzt nur die Tochter einer der Seniorinnen aus der Reihe) sind sie aktiv und unternehmungslustig wie Teenager.

Und dabei erzählt das Trio auch davon, dass heuer leider nicht alles eitel Wonne ist: „Wir sind leider nicht komplett, ein Ehepaar, das von Anfang an dabei ist, war auf der Anreise in einen Verkehrsunfall verwickelt und landete im Spital. Jetzt hoffen wir, dass alles gut verheilt und sie im nächsten Jahr wieder dabei sein können.“ STP