Ab Aschermittwoch wird probegebacken

VN / 12.02.2026 • 16:38 Uhr
Noch sieht die Backstube wie eine große Baustelle aus, doch Dominik Künz ist zuversichtlich, dass nach der Fasnat das Probe-Backen beginnen kann.
Noch sieht die Backstube wie eine große Baustelle aus, doch Dominik Künz ist zuversichtlich, dass nach der Fasnat das Probebacken beginnen kann. STP

Andelsbucher Traditionsbäckerei Künz startet schrittweise in eine neue Ära.

Andelsbuch “Auf Wälder Handwerker ist halt Verlass – wir sind einen Monat früher dran als geplant”, lacht Senior-Chefin Helga Künz und versucht, ihren Sohn Dominik zu erreichen, denn “der kann dir besser Auskunft geben, er hat ja 2023 mit seinem Bruder Michael in vierter Generation den Betrieb übernommen und die Erweiterung und Modernisierung geplant.” Künz hat eine lange Tradition: 1938 kam Josef Künz, Bäcker in Au, nach Andelsbuch und gründete den Betrieb. 1969 übernahm die zweite Generation, Leopold und Maria Künz, ab 1995 leiteten Josef und Helga die Bäckerei.

Noch ist die Bäckerei in einem eigenen Gebäude untergebracht, schon in wenigen Wochen wird die Produktion mit dem Laden und Café zusammengeführt.
Noch ist die Bäckerei in einem eigenen Gebäude untergebracht, schon in wenigen Wochen wird die Produktion mit dem Laden und Café zusammengeführt.

Schritt in die Zukunft

Wenig überraschend war Dominik dann in der neuen Backstube anzutreffen – und meinte gleich entschuldigend: “Du musst mit mir allein vorliebnehmen, Michael schläft um diese Zeit, von 4 bis 12 Uhr war er in der Bäckerei.. .”

Was Käsdönola für die Kilbi in Lustenau sind, sind Künz-Krapfen für den Goaßamat in Andelsbuch. Michael Künz und sein Team arbeiten dann nach dem Motto „Mehr Frische geht nicht!“ So transparent wie auf dem Goaßamat wird künftig in der Schaubäckerei produziert.   
Was Käsdönola für die Kilbi in Lustenau sind, sind Künz-Krapfen für den Goaßamat in Andelsbuch. Michael Künz und sein Team arbeiten dann nach dem Motto “Mehr Frische geht nicht!” So transparent wie auf dem Goaßamat wird künftig in der Schaubäckerei produziert.

Und dann hat Dominik noch ein “Problem”, denn “hier in dem Verhau der Baustelle fotografieren.. .?” Schließlich stimmt er doch zu, denn man dürfe ruhig sehen, dass noch mit Hochdruck gearbeitet wird, denn nach der Fasnat ist das erste Probebacken geplant. “Fasnat ist für uns Hochsaison, aber wenn diese vorbei ist, testen wir ausgiebig, um bis Ostern die neue Anlage im Griff zu haben.”

Beim Andelsbucher Weilerfest haben Dominik und Michael Künz (im Bild mit Wirtschafts-Ausschuss-Obmann Manfred Scalet) das Projekt vorgestellt, jetzt steht der Zubau vor Abschluss.
Beim Andelsbucher Weilerfest haben Dominik und Michael Künz (im Bild mit Wirtschafts-Ausschuss-Obmann Manfred Scalet) das Projekt vorgestellt, jetzt steht der Zubau vor dem Abschluss.

Die zweite Etappe

Auch dieses Timing ist überlegt: “Ostern ist vor allem für die Konditorei ein Hotspot, dafür sollte sich alles eingespielt haben.” Und danach geht es an die zweite Bauetappe: “Im Bestand, unserem Café und Laden, wird alles neu – vom Boden bis zur Decke, Wände, Theke – einfach alles, um für die nächsten Jahrzehnte wieder gerüstet zu sein.” Zuletzt, so verrät Dominik beim Rundgang, werde noch die Trennwand zwischen Café und Backstube herausgerissen, denn der Betrieb sei als transparente Backstube, als Schaubäckerei konzipiert, die Gästen einen direkten Blick in die Produktion erlaubt.

Mit der Übernahme der Bäckerei haben Dominik und Michael Künz auch den Firmennamen geändert und mit
Mit der Übernahme der Bäckerei haben Dominik und Michael Künz auch den Firmennamen geändert und mit “BackHandwerk Künz” den Begriff “Handwerk” ganz bewusst herausgestrichen.

Das soll ab Mai/Juni möglich sein, bis dahin soll die Produktion – derzeit noch in einem eigenen Gebäude untergebracht – Laden und Café zusammengefasst sein. In der Umbauzeit steht den Kunden ein provisorischer Container-Laden zur Verfügung.

Noch müssen die vielen Krapfen-, Kuchen- und Tortenschachteln provisorisch im Stiegenhaus gelagert werden – im Neubau sind dafür auch „richtige“ Lager vorgesehen.
Noch müssen die vielen Krapfen-, Kuchen- und Tortenschachteln provisorisch im Stiegenhaus gelagert werden – im Neubau sind dafür auch “richtige” Lager vorgesehen.

Ursprünglich, so der Co-Firmenchef, hätten sie nur rund zwei Millionen Euro investieren wollen und hätten den Altbestand – Laden und Café – so belassen, dann aber “haben wir uns gesagt, wenn wir schon dran sind, dann machen wir alles neu und zukunftsfit.” Jetzt werden rund 2,5 Mill. Euro aufgewendet, “dafür sind wir aber für die Zukunft gerüstet, wir gehen weit über aktuelle Standards hinaus und erfüllen schon jetzt Auflagen, die wohl in Zukunft kommen.”

Bei der neuen hochmodernen Backstube wurde größten Wert auf Klimafreundlichkeit gelegt. Der Bau ist eine Holzkonstruktion, bei der Einrichtung wurden umweltschonende Systeme installiert. PETER STRAUSS
Bei der neuen hochmodernen Backstube wurde größter Wert auf Klimafreundlichkeit gelegt. Der Bau ist eine Holzkonstruktion, bei der Einrichtung wurden umweltschonende Systeme installiert.

Und dann zählt er auf, was bei BackHandwerk Künz umgesetzt wird: Der Betrieb wurde schon 2021 von Öl auf Strom umgestellt, in der neuen Betriebsstätte kommen weitere Klimaschutzmaßnahmen dazu: “Das Gebäude ist Holzbau, mit einer Tiefgarage sparen wir Bodenverbrauch für Parkplätze ein, geheizt wird mit einer Erdwärmeanlage, hinzu kommt auch noch Wärmerückgewinnung, Regenwasser nützen wir als Brauchwasser und zur Kühlung kommen nur besonders klimaschonende Kältemittel zum Einsatz.”

Auch an Mitarbeitende gedacht

Und dann erwähnt Künz noch eine wichtige Maßnahme, die nicht klimarelevant ist, dafür aber Mitarbeitenden zugutekommt: “Wir bemühen uns, attraktivere Arbeitszeitmodelle zu schaffen – Fünf-Tage-Woche ist Standard und Nachtarbeit verschieben wir sukzessive in die Tagarbeit. Mit dem Erfolg, dass wir keine Probleme haben, Lehrlinge zu finden und diese dann auch im Betrieb bleiben.” STP

Senior-Chefin Helga und Bedienung Heike mit einer „süßen Versuchung“.   
Senior-Chefin Helga und Bedienung Heike mit einer “süßen Versuchung”.
Transparenz ist kein leeres Schlagwort – die neue Bäckerei ist als Schaubäckerei konzipiert, Gäste im Café können künftig hinter die Kulissen blicken.
Transparenz ist kein leeres Schlagwort – die neue Bäckerei ist als Schaubäckerei konzipiert, Gäste im Café können künftig hinter die Kulissen blicken.
Backöfen und Kühlräume (im Hintergrund) entsprechen nicht nur höchsten Umweltansprüchen, sie sind – wie Dominik Künz stolz betont – so vorausschauend ausgelegt, dass sie auch eine künftige Verschärfung der Auflagen locker „verkraften“.
Backöfen und Kühlräume (im Hintergrund) entsprechen nicht nur höchsten Umweltansprüchen, sie sind – wie Dominik Künz stolz betont – so vorausschauend ausgelegt, dass sie auch eine künftige Verschärfung der Auflagen locker “verkraften”.
Seit Jahrzehnten wurde in einem anderen Haus gebacken, jetzt werden mit dem Zubau Laden, Café und Produktion zusammengeführt.
Seit Jahrzehnten wurde in einem anderen Haus gebacken, jetzt werden mit dem Zubau Laden, Café und Produktion zusammengeführt.