Mit 53 Jahren noch kein Ende als Tormann in Sicht

VN / 12.02.2026 • 15:37 Uhr
Christian Mendes wechselt von Singen nach Sulzberg.VN-TK
Christian Mendes wechselt von Singen nach Sulzberg.Thomas Knobel

Routinier und Ex-Profi Christian Mendes spielt in Sulzberg und plant nächsten Schritt.

Sulzberg Mit 53 Jahren sprechen viele Fußballer schon längst vom Abschied, doch für den Routinier im Tor des FC Sulzberg ist das kein Thema. Noch immer steht Christian Mendes zwischen den Pfosten, organisiert seine Vorderleute und lebt jede Partie mit einer Intensität, die manch Jüngeren staunen lässt. Von Müdigkeit keine Spur, von Rücktrittsgedanken ebenso wenig.

Ein Ansichtsgespräch über das Karriereende? “Da müsste man einmal eines machen”, sagt er mit einem Schmunzeln. Derzeit aber fühle er sich topfit, körperlich wie mental. “Solange ich der Mannschaft helfen kann, spiele ich weiter.” Für den Landesligisten aus dem Bregenzerwald ist das bis Sommer ein Glücksfall, denn Erfahrung dieser Größenordnung ist im Amateurfußball selten geworden.

Mit 53 Jahren noch nicht an das Karriereende denken.PRIVAT
Mit 53 Jahren noch nicht an das Karriereende denken. PRIVAT

Seine Laufbahn ist eng mit dem Vorarlberger Fußball verknüpft. Stationen in Bezau, beim Dornbirner SV, bei Austria und FC Lustenau, in Hörbranz und Höchst zeugen von einer langen Reise durch die heimische Szene. Besonders prägend war seine Zeit beim FC Lustenau, für den er fast 200 Spiele absolvierte. In den erfolgreichen Jahren der beiden Lustenauer Traditionsvereine war er als Profi mittendrin, erlebte emotionale Derbys, volle Tribünen und sportliche Höhepunkte.

Nun also Sulzberg, zumindest bis Sommer. Zwischen den Pfosten bringt er Ruhe ins Spiel, dirigiert seine Defensive und übernimmt Verantwortung. Dass er damit logischerweise der älteste aktive Amateurspieler im Land ist, scheint ihn eher anzuspornen als zu bremsen. Routine ersetzt manchen Sprint, Übersicht so manches riskante Manöver.

Der Schritt zurück in den Vorarlberger Fußball ist bewusst gewählt. Nach intensiven Jahren will er wieder näher an der Heimat sein, vertraute Plätze und bekannte Gesichter um sich haben. Gleichzeitig denkt er an die Zukunft. Ein Trainerjob im Land ist ein realistisches Ziel, die Erfahrung aus unzähligen Spielen soll später von der Seitenlinie weitergegeben werden.

Noch aber schlägt sein Herz für das aktive Spiel. Trainingsabende im Bregenzerwald, Punktspiele vor regionalem Publikum, das Gefühl, gebraucht zu werden – all das ist Antrieb genug. Das Karriereende mag irgendwann Thema werden. Aktuell aber spricht alles dafür, dass dieses Kapitel noch nicht geschrieben ist. VN-TK