Neue Trinkwasserbrunnen nehmen Gestalt an

Fortschritte beim Bau der neuen Trinkwasserbrunnen in Lustenau
Lustenau Wer derzeit die Rheinbrücke in Richtung Schweiz überquert, kann auf der rechten Seite den Baufortschritt der fünf neuen Trinkwasserbrunnen gut beobachten. Im Zuge des Hochwasserschutzprojekts Rhesi werden die bisherigen Brunnen verlegt und finden nun im Brunnenfeld Blumenau ihren neuen Standort. Dieser biete ausreichend Trinkwasser in bester Qualität und teils sogar höherer Quantität als ursprünglich angenommen, wie Wasserwerksleiter Lothar Isele erklärt. Am Donnerstagnachmittag gewährte er einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen.

Brunnenbau bereits abgeschlossen
“Die gesamten Brunnenarbeiten, die unter der Erde durchgeführt werden mussten, sind bereits vor Weihnachten abgeschlossen worden”, erklärt der Wasserwerksleiter. “Das Wetter war uns dabei glücklicherweise sehr wohlgesonnen.” Im nächsten Schritt erhalten die fünf Brunnen sogenannte Brunnenstuben. Da die Brunnen vollständig unterirdisch angelegt sind, besteht auch bei einer möglichen Flutung des Rheinvorlandes keine Gefahr. Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit dem Geologen aus dem Projektteam. “Die Zusammenarbeit war in jeder Hinsicht vorbildlich, alles hat super funktioniert”, berichtet Isele stolz. Die Brunnen reichen circa zwölf Meter tief ins Erdreich und fördern von dort Wasser, das über Leitungen zum neuen Pumpwerk transportiert wird. Schon Ende Februar, Anfang März sollen die Arbeiten im Rheinvorland abgeschlossen sein.

Neuer Tiefbehälter entsteht
Gegenüber dem bisherigen Wasserwerk in der Augartenstraße entsteht derzeit ein neuer Tiefbehälter. Vergangene Woche begann der Aushub der 1.500 Quadratmeter großen Fläche, der bereits in Kürze abgeschlossen sein wird. “Der Tiefbehälter ist dreieinhalb Meter tief und fasst rund 3000 Kubikmeter, das entspricht etwa dem Tagesbedarf der gesamten Gemeinde”, erläutert Isele. Aus den fünf neuen Brunnen wird künftig das Lustenauer Trinkwasser in die neuen Verbindungsleitungen gepumpt und im Tiefbehälter gesammelt. “Wir setzen hier auf hochmoderne Pumpen, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen”, erklärt der Wasserwerksleiter.

Leitungsbau schreitet voran
Parallel zum Brunnenbau, der im vergangenen Oktober gestartet ist, läuft auch der Leitungsbau im Rheinvorland. Zwei Leitungen werden das Wasser von den fünf Brunnen unter dem Damm hindurch, über die Hauptwasserleitung entlang der Dammstraße weiter bis zum neuen Tiefbehälter in der Augartenstraße transportieren. Bis zum Herbst sollen auch diese Arbeiten abgeschlossen sein. Im Anschluss werden die Wasserleitungen in der Rheinstraße sowie der Blumenaustraße erneuert. “Läuft alles nach Plan, können wir im nächsten Jahr um diese Zeit mit den ersten Pumpversuchen beginnen”, blickt Isele optimistisch in die Zukunft. Die Gesamtkosten für das Großprojekt belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro netto und werden vom Land, der Internationalen Rheinregulierung, dem Bund sowie der Marktgemeinde Lustenau getragen. BVS



