Petrus konnte Fasnatlaune nicht vermiesen

Alberschwender Wildsau-Zunft zelebrierte traditionelles Wälder Umzug-Highlight
Alberschwende Rosenmontag ist für das närrische Umzug-Geschehen seit jeher der traditionelle „Wäldertag“, denn im Finale der fünften Jahreszeit sind die Narren noch einmal zu einem großen Aufmarsch eingeladen. Nicht nur der Tag ist ideal getimt, denn damit weicht man den Mega-Umzügen von Bregenz bis Lustenau aus und gibt den Zünften im nahen Rheintal noch einmal Gelegenheit zum Ausrücken. Zum zweiten haben auch die Wälder Narren „Spielraum“ für einen Abstecher nach Alberschwende, denn sie zogen von Bezau bis Lingenau schon am Wochenende los, mit der Nachbargemeinde Egg gibt es ohnehin eine langjährige Kooperation: Alberschwende und Egg organisieren abwechselnd den Umzug, ein Jahr Egg, das nächste Jahr Alberschwende. Es war also angerichtet für eine närrische Mega-Fise im Schnittpunkt von Bregenzerwald und Rheintal.
Aus Jägerlatein entstanden

Und noch etwas pushte den traditionellen Umzug in Alberschwende: Die Chronik weiß zu berichten, dass die Alberschwender Faschingszunft ihren ausgefallenen und ganz und gar nicht fasnatmäßigen Ruf „He, wo, a Wildsau“ einem speziellen Jagdereignis zu verdanken haben, denn damals fand im Alberschwender Jagdrevier eine Treibjagd auf Wildschweine statt und dabei soll ein übereifriger Waidmann noch einmal auf eine bereits erlegte Wildsau geschossen haben – weil diese noch mit den Augen gezwinkert habe.
Noch eine Deutung . . .

Beim Umzug machte dann aber ein ganz anderes Gerücht die Runde: Für Narren von auswärts klang der Fasnatruf wie „He wo a Wett’r wie d’Sau!“ Wie dem auch sei: die mit 53 Gruppen und Wagen aufgefahrenen Narren von Bezau bis Lauterach, von Doren bis Fußach, von Rankweil bis Buch, von Nenzing bis Bregenz, von Egg bis Koblach, von Altach bis Wolfurt von Thüringen bis Riefensberg, von Lustenau bis Hittisau von Schruns (!) bis Krumbach und wer weiß von wo bis wo sonst noch ließen sich von Petrus die gute Laune nicht vermiesen und zogen mit Regenmantel oder Schirm durch den Ort. Man hätte sich durchaus im April wähnen können, denn der äußere Rahmen wechselte praktisch im Fünf-Minuten-Takt. Als sich die Narren zum Umzug aufstellten, strahlte sogar die Sonne vom blauen Himmel, als es losging, dominierte Regen mit kurzen trockenen Phasen.

Aus luftiger Höhe begrüßten Sigi und Vogi in knapp eineinhalb Stunden mehr als vier Dutzend Gilden praktisch aus dem ganzen Land. Traditionell angeführt von der fahrenden Wildsau bis zum letzten Wagen – die Lösung im Streit um die Geburtenstation: die Flotzbacher aus Wolfurt fuhren mit einer mobilen Station auf, ganz nach dem Motto: „Wir kommen zu euch – euer Hebammenteam Flotzbach“.

Sanfte Mobilität bevorzugte die Ore-Ore-Truppe, die eine völlig neue Variante des ÖPV vorstellte: Schienenersatzverkehr!

Stichwort Ore Ore: Eingeleitet wurde der Umzug von einer Traktoren-Show, die manchen Zuschauer zum Fasnatruf „Ore, Trakt-ore“ verleitete. Gut, dass später originelle Gruppen, Garden oder Guggamusiken dominierten – herausragend dabei Schneewittchen mit ihren 170 Zwergen von den Alberschwender Volksschulen. STP

















