“Rosenmontag sollte ein Feiertag werden”

Luschnouar Schittbabla auf Rosenmontagstour.
Lustenau “Dieser Tag ist unsere Me-Time”, scherzt die Lustenauerin Tamara Neuriesser am Rosenmontag gegen acht Uhr morgens, während sie ihre Seifenblasenpistole mit einem Karabiner an die Bauchtasche klickt. Gemeinsam mit ihren sieben Freundinnen bereitet sie sich auf die jährliche Faschingstour vor, ein Tag, der für die Gruppe von besonderer Bedeutung ist. Seit über 35 Jahren gibt es die “Luschnouar Schittbabla”: acht Frauen, die es sich zur Tradition gemacht haben, als verkleidete Gruppe den Rosenmontag ausgelassen zu feiern. In diesem Jahr haben sie sich als Seifenblasen verkleidet. Die aufwendig gestalteten Kostüme, Perücken, Accessoires und das Make-up werden am Montagmorgen gemeinsam angelegt, alles selbst entworfen und umgesetzt. Die Freude ist schon in den frühen Morgenstunden spürbar, die Stimmung könnte kaum ausgelassener sein.

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Adrenalinspiegel konstant hoch
Obwohl Lustenau am Vortag beim großen Faschingsumzug bereits im Ausnahmezustand war und auch die Schittbabla dort anzutreffen waren, ist die Begeisterung am Morgen nach wie vor groß. Bereits kurz nach sieben Uhr morgens treffen sich alle acht Mitglieder, fertig verkleidet und geschminkt, bei Anita Holzer zu Hause, um die letzten Vorbereitungen zu besprechen. Die mitgebrachte Musikbox sorgt mit Klassikern und aktuellen Faschingshits für beste Stimmung. “Wir singen die ganze Zeit, tanzen und schauen, dass unser Adrenalinspiegel konstant hoch bleibt”, verrät Ramona Lo Russo-Pavlik. Das sei ihr Rezept, um bis in die frühen Morgenstunden durchzuhalten. “Wenn die Stimmung passt, hält man durch, auch bis um vier Uhr früh”, sagt sie. Gute Laune, Musik und die Freude am Tag seien ohnehin das Wichtigste, bestätigt auch Marion Oberti.

Eigener Fahrer und Bus
Damit die acht Faschingsfreundinnen sicher unterwegs sind, organisiert die Gruppe jedes Jahr einen Fahrer, der sie an diesem besonderen Tag durchs Land chauffiert. “Die Kfz-Werkstatt Max Moosbrugger stellt uns kostenlos einen Kleinbus zur Verfügung, in dem wir alle samt Fahrer Platz finden”, berichtet Anita Holzer. Nach dem gemeinsamen Frühstück ist die Werkstatt meist die erste Station: Dort bedanken sie sich für das “Faschingsbüsle” und sorgen gleich für ausgelassene Stimmung. Das ist auch der Grund, warum die Schittbabla aus genau acht Frauen besteht. “Andere möchten gern mitmachen, aber mehr passen einfach nicht ins Auto”, erklärt Ramona Lo Russo-Pavlik lachend.

Für heuer haben sich die Schittbabla eine ganze Tour überlegt: “Wir besuchen die Vogewosi in Dornbirn, da mein ehemaliger Chef Hans Peter Lorenz im Sommer in Pension geht”, erzählt Gabi Waibel. Danach geht es mit Fahrer Harry weiter nach Watzenegg zum Rosenmontagshock im Spar, wo sie bereits als Highlight angekündigt wurden. Anschließend stehen der Umzug in Alberschwende und ein Besuch im Austria-Stadion in Lustenau auf dem Programm. “Wohin es uns danach verschlägt, wissen wir noch nicht. Das lassen wir offen”, sagt Ramona mit einem Augenzwinkern.

Familien stehen hinter der Tradition
Auch die Ehemänner und Partner der acht Frauen unterstützen die Rosenmontagstour. “Sie akzeptieren unsere Begeisterung, das ist unser Tag”, betont Tamara Neuriesser. “Der Rosenmontag ist viel besser als der Faschingsdienstag. Eigentlich sollte er zum Feiertag erklärt werden”, fügt sie lachend hinzu. Nach einem letzten Gruppenfoto steigen Tamara, Anita, Ramona, Aline, Gabi, Ingrid, Marion und Karin in ihren Bus. Mit dem Lied “Gute Laune” auf voller Lautstärke beginnt für die Schittbabla ein weiterer unvergesslicher Rosenmontag. BVS





