Marienkapelle in Nenzinger Enklave Motten

Die Kapelle gehört pfarrlich jedoch seit fast 250 Jahren zur Pfarre Frastanz
nenzing Politisch gehört die Parzelle Motten als politische Enklave seit jeher zum Gemeindegebiet von Nenzing, pfarrlich allerdings seit 1785 zu Frastanz. Daher gehört auch die Kapelle Maria Krönung zu dieser Pfarre und damit zum Dekanat Feldkirch.
Bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts stand an der Stelle der heutigen Kapelle ein kleines Gotteshaus, möglicherweise aber auch nur ein Bildstock. Zumindest ist ein solcher 1787 in einer Beschreibung erwähnt, sein Kapital wird dabei mit 30 Gulden angegeben; der Wert eines Glöckleins im Turm – das spricht eher für eine Kapelle – wird mit 10 Gulden angegeben. Damals wurde von der Behörde im Rahmen der josefinischen Kirchenreform auch für dieses kleine Kirchlein eine Sperrung beantragt und vorübergehend vermutlich auch durchgeführt. Spätestens im Jahr 1790 ist allerdings bereits wieder die Rede davon, dass sie für den öffentlichen Gebrauch zur Verfügung stehe.

Einige Jahrzehnte später wurde das alte, wohl auch baufällige Kirchlein abgerissen und in der Nähe durch den heutigen, deutlich geräumigeren Bau ersetzt, der von Johann Georg Geiger aus Motten 1842 ausgeführt wurde. Er sammelte für die Errichtung der Kapelle Geld aus der weiteren Umgebung, das er in einer Stiftung zusammenführte, aus der schließlich der Bau finanziert wurde. Auch die Mottener selbst steuerten einen Betrag von acht Gulden pro Haushalt (damals zwölf) zu den Baukosten bei.
Die Kapelle hat einen rechteckigen Grundriss von ca. zehn mal sieben Metern. Das massive Mauerwerk, das im Schiffbereich auf jeder Seite ein Rundbogenfester aufweist, ist gedeckt mit einem Satteldach mit Biberschwanzziegeln. Auf dem First ragt über der Apsis ein hoher, geschindelter Dachreiter mit Schallöffnungen für die Glocke auf. Darüber ist ein schlanker, etwa gleich hoher Spitzhelm mit einer Turmkugel ganz oben.
Der Zugang in die Kapelle erfolgt über einen mit einem Holzgiebel überdachten schmalen Eingang, an dessen linker und rechter Seite sich jeweils ein kleines Rundbogenfenster befindet.
Das Innere der Kapelle wirkt durch die hellen Wände und die weiße Flachdecke sehr geräumig. In den Bänken haben insgesamt etwa 70 Personen Platz. Im Zentrum der durch eine Rundbogenausnehmung zugänglichen und durch zwei Rundbogenfenster erleuchteten Apsis steht ein einfacher Volksaltar. Dahinter zieht ein neuromanischer Altar die Blicke der Besucher auf sich. In dessen Mittelpunkt stand dort in der Frühzeit der Kapelle im 19. Jahrhundert eine Marienstatue. Inzwischen wurde diese durch eine Darstellung von Maria, Josef und dem Jesuskind ersetzt, die Figuren sind über dem hölzernen Tabernakel zwischen zwei korinthischen Säulen angeordnet. Flankiert wird die Heilige Familie von zwei Heiligen, die hierzulande eher selten verehrt werden, der Hl. Albert und der Hl. Eugen. Anstelle der beiden Seitenaltäre ist an der Wand vor der Apsis links eine Pieta zu sehen, rechts eine Statue der gekrönten Muttergottes, die der Kapelle auch ihren Namen gibt. An den Seitenwänden des Betraums befindet sich noch ein geschnitzter Kreuzweg. OS