Pfarrer Mathei liest zum 80er aus seinem Briefverkehr mit Kardinal Schönborn

VN / 24.02.2026 • 14:10 Uhr
Katholisches Bildungswerk Alberschwende mit
Katholisches Bildungswerk Alberschwende mit “Pfarrer Peter” (3. v.r.). Sohm

Das katholische Bildungswerk gestaltete eine Lesung zum 80. Geburtstag des Bregenzerwälder Pfarrers.

Alberschwende Das katholische Bildungswerk Alberschwende lud am Funkensonntag zu einer Lesung ein. Im Mittelpunkt stand Pfarrer Peter Mathei, der von 1995 bis 2023 als Seelsorger in Alberschwende tätig war und am 24. Februar seinen 80. Geburtstag feierte. Während dieser Zeit hat er sich nicht nur durch seine einfühlsame Arbeit, sondern auch durch seine Leidenschaft für das Schreiben von Leserbriefen und Büchern einen Namen gemacht. Die Veranstaltung bot allen Interessierten die Gelegenheit, einen Einblick in das neueste Werk von Pfarrer Peter, wie er im Dorf meist genannt wird, zu erhalten.

Pfr. i. R. Peter Mathei liest aus seinen Werken
Pfarrer i. R. Peter Mathei liest aus seinen Werken.Merbod Sohm

“Bleib dran, bleib lästig, das tut gut und Not.”

Im Rahmen der Lesung stellte Pfarrer Mathei sein Buch “Bleib dran, bleib lästig, das tut gut und Not.” vor. Die Besucher erwartete eine Auswahl an Texten, die sowohl persönliche Erfahrungen als auch gesellschaftliche Themen aufgriffen. Mit seiner offenen und ehrlichen Art gelang es ihm, die Zuhörer zu fesseln und zum Dialog einzuladen.

Irenäus Schmolly - junger Akkordeonvirtuose untermalt die Lesung
Irenäus Schmolly – junger Akkordeonvirtuose untermalte die Lesung.

Er fesselte das Publikum mit seiner klaren Botschaft: die Abschaffung der Exekutionsmöglichkeiten bei Nichtbezahlung des Kirchenbeitrags. In seinem Werk schilderte er eindrücklich, wie belastend die aktuellen Regelungen für viele Menschen seien und wie dringend eine Reform notwendig wäre. Im Briefwechsel mit Kardinal Schönborn begegnet er einem sehr offenen und motivierenden Menschen, der meist mit viel Geduld und der Aufforderung zu konkreten Vorschlägen antwortet. Von Pfarrer Peter werden Beispiele anderer Länder wie Frankreich angeführt, wo die Kirchenbeiträge auf Freiwilligkeit beruhen sollen.

Pfarrer Mathei kennt Kardinal Schönborn schon aus Jugendzeiten und hat den Kontakt nie verloren großem Herz
Pfarrer Mathei kennt Kardinal Schönborn schon aus Jugendzeiten und hat den Kontakt nie verloren.

Aus dem Leben eines Pfarrers

Im zweiten Teil gab es dann eher humorvolle kleine Geschichten aus dem täglichen Leben des Pfarrers: von ersten Beichtgesprächen, bei denen er sich das Lachen fast nicht verkneifen konnte, bis hin zum Umgang mit bettelnden Besuchern des Pfarrhauses. Immer wieder lassen die kleinen Einblicke das große Herz und die Menschenliebe des Referenten durchscheinen – was zu spontan ausgesprochenen Gedanken aus dem Publikum führte wie “Guat gmacht!”.

Das neueste Buch von Pfr. i. R. Peter Mathei
Das neueste Buch von Pfr. i. R. Peter Mathei.

Wer den Pfarrer kennt, weiß auch um sein Verhältnis zu Autos und deren Lenkern – besonders zu teuren Sportwagen und ganz besonders jenen, die ihn überholen. Was ihn dabei mit heiligem Zorn erfüllt, wirkt auf die Zuhörer schon fast würdig für eine Kabarettbühne.

Als “Zugabe” – und weil Lothar Eiler als Wirt der Taube auch als Zuhörer im Publikum saß – las Pfarrer Peter noch den Nachruf auf dessen 2011 verstorbenen Vater, “Tubawirt’s Seppl” Josef Eiler, vor. Es war für die Zuhörer eine wunderbare Erinnerung an einen Mann, der nach katastrophalen Kriegserlebnissen durch seine Verbundenheit mit den Menschen und der Region zum Inbegriff des Gemeinschaftssinns wurde.

gut besuchte Lesung im Pfarrheim
Gut besuchte Lesung im Pfarrheim.

Junge Akkordeonvirtuosen

Zwischen den einzelnen Leseabschnitten spielte Irenäus Schmolly souverän klassische und zeitgenössische Werke auf dem Akkordeon. Er wird neben dem Besuch des Musikgymnasiums Feldkirch seit dem Sommersemester 2023 im Rahmen eines Hochbegabtenlehrgangs an der Kunstuniversität in Graz ausgebildet.

Zum Ausklang durften sich die Gäste zu kleinen Häppchen und Getränken einladen lassen und konnten dabei noch untereinander über die eine oder andere Geschichte diskutieren. Dabei philosophierten die Gäste unter anderem auch über das vermutlich schönste Geburtstagsgeschenk für den Jubilar: eine Spritztour durch den Vorderwald in einem alten Porsche – bei der er nicht überholt werden darf. MSO