“Hier geht es schneller” – Hoher Andrang in der Impfordination in Dornbirn

Vor allem bei der aktuell kostenlosen Impfung gegen Gürtelrose ist die Nachfrage hoch. Doch es gibt Lieferengpässe.
Dornbirn Die Zahl der verabreichten Impfungen in der Dornbirner Impfordination ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. „Bei der aktuell kostenlosen Gürtelrose-Impfaktion war der Andrang besonders groß. Innerhalb von drei Stunden haben eine Kollegin und ich zwischen 200 und 300 Patienten geimpft“, erzählt der dortige Impfarzt Adolf Zoll (67). Grund für die hohe Anzahl an Impfungen seien aber nicht nur die Gratisaktionen. „Bei meinem Hausarzt dauert es viel länger, einen Termin zu bekommen“, meint Patientin Barbara Benedikter-Fend.

Kontinuierlicher Anstieg
Die verabreichten Impfungen in der Impfordination des Landes Vorarlberg haben sich in den vergangenen drei Jahren nahezu verdoppelt und auch heuer setzt sich der Anstieg fort: Während im Vorjahr 9.033 Impfungen gezählt wurden, waren es allein in den vergangenen zwei Monaten um die 1.700. Der monatliche Durchschnitt erhöhte sich damit von rund 750 auf derzeit etwa 850 Impfungen.

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Die Impfordination versteht sich als entlastende Ergänzung zu Arztordinationen. „Einige Hausärzte schicken ihre Patienten zum Impfen gezielt zu uns“, erklärt Adolf Zoll aus Lustenau. „Denn manche müssten die Impfstoffe zum Beispiel extra bestellen.“ Außerdem hätten vor allem jüngere Leute keinen Hausarzt mehr.

Hier werden Gratisimpfungen wie Covid-19, Influenza (Grippe) und Masern-Mumps-Röteln (MMR) angeboten. Zudem können kostenpflichtige Impfungen wie FSME sowie Hepatitis A und B durchgeführt werden. Für diese muss man den Impfstoff vorab in der Apotheke kaufen und zum Termin mitbringen.

Den Impfstoff mitgebracht hat zum Beispiel Patientin Barbara Benedikter-Fend. Die 63-Jährige war bereits mehrmals in der Impfordination in Dornbirn. Diesmal kam sie für die Hepatitis-B-Impfung.

Als Vorteile nennt sie – trotz der auf drei Tage pro Woche beschränkten Öffnungszeiten – eine raschere Terminvergabe als beim Hausarzt, kurze Wartezeiten vor Ort und ein Wartezimmer ohne kranke Menschen. „Für Leute aus Feldkirch oder Bludenz ist es schon weit, aber für mich aus Lustenau ist es ideal“, sagt sie. Während sie die Online-Terminvereinbarung als einfach empfindet, sieht sie darin genauso wie Adolf Zoll mögliche Herausforderungen für ältere Menschen.

Bei gewisse Arztordinationen wie zum Beispiel dem Primärversorgungszentrum (PVZ) Allgemeinmedizin Vorkloster in Bregenz kann ein Gang in die Apotheke wegfallen. Gängige Impfstoffe wie jene gegen FSME sowie Hepatitis A und B sind hier vor Ort verfügbar. Wer bereits vom PVZ hausärztlich betreut wird, kann je nach Kapazität binnen eines Tages oder einer Woche einen Termin erhalten. Neupatienten müssen mit längeren Wartezeiten rechnen. In der Regel findet zunächst ein Beratungsgespräch statt, die eigentliche Impfung erfolgt bei einem Folgetermin.
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Gürtelrose
Der Impfstoff gegen Gürtelrose würde für zwei erforderliche Dosen rund 500 Euro kosten. Aktuell gibt es eine bundesweite Aktion, bei der Gürtelrose und Pneumokokken für Personen ab 60 Jahren und für Personen mit erhöhtem Risiko kostenlos angeboten werden. „Zu Beginn davon im November standen die Leute teilweise bis ins Erdgeschoß an. Warten mussten sie aber trotzdem nur 20 bis 30 Minuten“, schildert Zoll. In der Regel betrage die Wartezeit nicht mehr als zehn Minuten.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach der Gürtelrose-Impfung und bundesweiten Lieferschwierigkeiten, stehen in der Impfordination derzeit nur noch Dosen für die zweite Impfung jener Personen zur Verfügung, die ihre erste bereits erhalten haben. Neuen Impfstoff – und damit die Möglichkeit zur erneuten Anmeldung – soll es ab April geben.
Auch im PVZ Allgemeinmedizin Vorkloster ist der Andrang für die Gürtelrose-Impfungen immens groß. Das Kontingent reicht jedoch nicht aus, um den Bedarf zu decken.