Die Wüste schickt Grüße: “Man wird die Sonne lediglich als matte Scheibe sehen”

Der Sand aus der Sahara nimmt auch Kurs auf Vorarlberg.
Schwarzach Ein Hauch von Afrika liegt in der Luft: Eine riesige Staubwolke aus der Sahara ist derzeit auf dem Weg nach Europa. In Vorarlberg wird der Höhepunkt am Freitag erwartet. „Der Saharastaub verhindert speziell am Freitag einen strahlend blauen Himmel. Von der Wetterlage her hätten wir kräftigen Sonnenschein mit höchstens ein paar dünnen Federwolken, aber der Saharastaub führt dazu, dass sich Wolken verstärkt bilden können. Die Sonne wird daher deutlich abgeschwächt sein. Man wird sie lediglich als matte Scheibe hinter den Wolken sehen“, fasst Josef Lang, Meteorologe bei der Geosphere-Regionalstelle Tirol und Vorarlberg, die Auswirkungen zusammen.

In der Sahara werden jährlich mehrere hundert Millionen Tonnen Staub aufgewirbelt und durch starke Winde oft mehrere tausend Kilometer weit transportiert – diesmal voraussichtlich bis nach Skandinavien. „Es ist kein außergewöhnliches Ereignis. Es ist nur jetzt in der ansonsten langweiligen Frühlingswetterlage ein kleines Highlight“, ergänzt Lang.

Mit stark erhöhten Feinstaubkonzentrationen ist den Prognosen zufolge nicht zu rechnen. Auch um das Auto muss man sich laut dem Meteorologen keine Sorgen machen. „Wir haben in den nächsten zehn Tagen keinen Regen zu erwarten. Der Saharastaub wird daher nicht ausgewaschen. Er wird sich höchstens ein bisschen im Gelände absetzen“, erläutert er.

Die Wolke aus der größten Wüste der Erde staubt vor allem den Westen Österreichs ein. „Von Oberkärnten, Osttirol und dem Pinzgau bis Vorarlberg. Ostösterreich ist kaum oder nur am Rande betroffen“, präzisiert Josef Lang. „Im Laufe des Wochenendes zieht der Saharastaub dann Richtung Norden ab, verdünnt sich und der Himmel wird wieder blau.“

