Kostenlose Nachrufe in den VN – „So eine schöne Würdigung hat sich mein Mann verdient“

Neben der klassischen Todesanzeige gibt es nun die Möglichkeit, das Leben eines geliebten Menschen öffentlich zu würdigen – ohne Kosten für die Angehörigen.
Wolfurt, Schwarzach „Wenn jemand bei einer Beerdigung sparen muss, dann macht er das etwa bei der Urne oder beim Blumenschmuck – aber die VN-Todesanzeige bleibt für viele nach wie vor unverzichtbar“, sagt Patrick Nuck, Geschäftsführer des Bestattungsunternehmens Nuck. Während die Todesanzeigen zu bezahlen sind, gibt es bei den VN nun die Möglichkeit eines kostenlosen Nachrufs. „Das ist eine tolle Ergänzung, weil es eine schöne Wertschätzung gegenüber den Verstorbenen ist.“

VN/Beate Rhomberg
Erinnerungsstücke
„Viele VN-Leser schlagen als Allererstes die Todesanzeigen auf“, erzählt Nuck. „Man hört Leute oft sagen: ‘Wenn du da nicht drin bist, bist du nicht tot.‘“ Todesanzeigen können Abschied und Gedenken gleichermaßen sein, wobei viele gern zusätzlich Erinnerungsstücke anfertigen lassen. Im Bestattungsunternehmen Nuck gibt es diesbezüglich viele Möglichkeiten. Am häufigsten werden Ketten mit Fingerabdrücken gewünscht. Außerdem kann man sich aus der Asche des Verstorbenen zum Beispiel auch einen Diamanten oder Edelstein fertigen lassen. „Das wird aber selten gemacht, weil es teuer ist: Edelsteine beginnen preislich bei 2800 Euro, Diamanten bei 4900 Euro“, informiert der 43-Jährige aus Wolfurt.

Während solche Erinnerungsstücke die Angehörigen vor allem im Stillen begleiten, schaffen Nachrufe Raum für öffentliches Erinnern. „So eine schöne Würdigung hat sich mein Mann Herbert verdient“, sagt Ulrike Richtfeld, die über die VN bereits einen Nachruf schreiben ließ. Sie vermisst ihn sehr, sodass das Lesen des fertigen Nachrufes traurig, aber gleichzeitig auch rührend und schön für sie war. Schlussendlich wurde die öffentliche Erinnerung an ihn zusätzlich noch zu einer ganz persönlichen: Sie schnitt den Nachruf aus der Zeitung aus und möchte ihn gemeinsam mit der Todesanzeige bei sich zu Hause aufhängen. „Ich will vorher noch einen Rahmen dafür kaufen“, sagt die 64-Jährige aus Frastanz.

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So entsteht ein Nachruf
Für einen Nachruf wenden sich Angehörige entweder direkt an die Redaktion oder Bestatter machen auf die Möglichkeit aufmerksam. Sobald der Kontakt zu einer – meist weiblichen – Nachrufautorin hergestellt ist, wird ein Telefontermin für ein ausführliches Gespräch vereinbart. Dabei stehen das Leben und die Persönlichkeit des Verstorbenen im Mittelpunkt. „Ich finde es besonders schön, wenn offene Gespräche entstehen – denn persönliche Details machen einen Nachruf lebendig“, sagt Kristina Becker (38) aus Hörbranz, Koordinatorin des VN-Nachrufeteams und freiberufliche Trauerrednerin.

Der fertige Text wird den Angehörigen vorab zugesendet, um sicherzustellen, dass er stimmig für sie klingt. Markus Hagspiel, der mit seiner Familie einen Nachruf für seinen Vater Peter schreiben ließ, hatte diesbezüglich einen empathischen Ansatz: Als er den Entwurf las, versuchte er, die Sichtweise seines Vaters einzunehmen und sich zu fragen, ob es für ihn stimmig gewesen wäre. „Es war ein sehr schöner Text und wie ein Geschenk an uns“, meint der 29-Jährige.

Veröffentlicht wird der Nachruf in der passenden VN-Heimatausgabe sowie auf VOL.AT, wofür die Angehörigen einen Online-Zugangslink zum kostenlosen Lesen erhalten. Im gesamten Prozess fallen keine Kosten an.
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„Nicht nur prominente Personen, sondern auch jene jenseits des Rampenlichts haben es verdient, dass man ihr Leben würdigt“, sagt Kristina Becker. „Gerade solche Biografien bieten viele Anknüpfungspunkte zum eigenen Leben – und berühren uns dadurch meist noch viel mehr.“
Nachrufe in den Vorarlberger Nachrichten
Möchten Sie einen Angehörigen mit einem Nachruf würdigen? Dann wenden Sie sich per E-Mail an nachrufe@vn.at mit dem Betreff „Nachrufe“.