Exklusiver Club – Hier kommt man nur mit Einladung hinein

VN / 08.03.2026 • 17:00 Uhr
Exklusiver Club – Hier kommt man nur mit Einladung hinein
In dieser Service-Organisation sollen Hierarchien vermieden werden, indem man zum Beispiel nur ein Jahr lang Präsident sein kann. Markus Ilg

In dem Club zählen Freundschaft und das Gemeinwohl, wobei aktuell vor allem Vorarlberger Projekte unterstützt werden.

Hard, Lingenau Einem Rotary Club kann man nicht einfach beitreten. Man muss eingeladen werden. So war es auch bei Martin Bereuter, dem aktuellen Präsidenten des Rotary Clubs Vorarlberg. Die weltweit verbreitete Service-Organisation will einen positiven Beitrag zur Gemeinschaft leisten, wobei sich der Vorarlberger Club aktuell vor allem auf die Region fokussiert. Nichtsdestotrotz verspürt Bereuter auch angesichts des Kriegs in der Ukraine ein hohes Verantwortungsgefühl: „Ich als Handwerker im Bregenzerwald kann genauso einen Beitrag dazu leisten.“

Nur ein Jahr Präsident

Der 52-Jährige aus Hard wurde im Jahr 2012 eingeladen, unter anderem aufgrund seiner Tätigkeit als Tischler, Architekt und Inhaber der Tischlerei Bereuter in Lingenau. „In den Rotary Clubs ist Vielfalt wichtig, also dass viele verschiedene Berufsgruppen aufeinandertreffen. Ich bin aktuell der einzige Handwerker in unserem Club.“

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Martin Bereuter in seinem Ausstellungsraum in Lingenau. VN/Grundner

Die 84 Mitglieder treffen sich einmal pro Woche im Hotel Schwärzler in Bregenz. Zuerst werden Regularien und Ankündigungen bekannt gegeben, dann hält ein meist externer Gast einen Vortrag und danach wird gegessen. „Wir sind keine Stammtischrunde. Es ist ein kultivierter Austausch, in dem es nicht darum geht, andere von etwas zu überzeugen, sondern etwas zu verstehen und Interesse am Anderen zu zeigen.“ Im Zentrum steht das Gemeinwohl, ohne dabei Politik oder Religion ins Spiel zu bringen. Demnach würde Bereuter auch nicht das Wort „Nächstenliebe“ verwenden. „Es geht mehr um eine Freundschaft, in der man sich anderen nützlich erweist.“

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Martin Bereuter gefällt die rotierende Organisationsstruktur der Rotary Clubs.  VN/Grundner

Der Vater von vier Kindern betont, dass man nur ein Jahr lang Präsident ist: „Dadurch sollen Hierarchien vermieden werden – im Gegensatz zu unserer Gesellschaft, in der Hierarchien oft wichtiger sind als das Ziel.“

Ukrainekrieg

Erst vor Kurzem spendete der Rotary Club Vorarlberg 10.000 Euro an „Miralle“ – einen Sozialverein, der von Armut betroffenen oder akut gefährdeten Vorarlbergern rasch und unbürokratisch hilft. Außerdem planen aktuell alle Rotary Clubs in Vorarlberg – insgesamt sieben – einen Jugendfonds einzurichten, um diese Zielgruppe gezielt zu unterstützen. Die Zuwendungen und Projekte finanzieren sich durch Mitgliedsbeiträge, interne Spenden und Veranstaltungen.

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(V.l.n.r.) Martin Bereuter, Jürgen Burger, Obmann des Sozialvereins miralle, und Markus Ilg, Präsident elect. des Rotary Clubs Vorarlberg, also Bereuters Nachfolger. ilgs.at

Auf Initiative von Martin Bereuter wurde eine weitere Charity-Aktion mit dem ukrainischen Dokumentarfotografen Mykhaylo Palinchak gestartet, der den Krieg in seinem Heimatland durch Fotografien festhält. „Diese Dokumentationsarbeit ist mir sehr wichtig, unter anderem zur Wahrung der journalistischen Informationssicherheit“, sagt Bereuter. Die Clubmitglieder kaufen Bilder von Palinchak und der Reinerlös kommt humanitären Projekten in der Ukraine zugute.

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Yuliia Zaiats, Obfrau des Ukrainischen Vereins in Vorarlberg, und Martin Bereuter bei der Ausstellungseröffnung „Highlight“ von Mykhaylo Palinchak im Wirkraum im Jahr 2025. Ukrainischer Verein Vorarlberg

Bereuter unterstützt ehrenamtlich auch den Ukrainischen Verein in Vorarlberg – unter anderem in der Ausstellungsarchitektur von Fotoprojekten und durch sein Netzwerk. Eine aktuelle Fotoausstellung ist „Was bleibt?“, die beim Human Vision Film Festival gezeigt wird. Als Repräsentant des Rotary Clubs Vorarlberg spricht Bereuter dort am Mittwoch im Anschluss an eine Filmvorführung unter anderem über Maßnahmen zur Unterstützung der Ukraine. „Der Krieg betrifft uns alle.“

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Die Ausstellung “Was bleibt?” wurde bereits im Jahr 2025 in Bregenz gezeigt. Dessen Ausstellungsarchitektur kommt von Martin Bereuter. Ukrainischer Verein Vorarlberg
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Abseits von Kulturveranstaltungen widmet sich Martin Bereuter in seiner Freizeit gerne dem Kajakfahren. privat

Zur PErson:

Martin Bereuter, aktueller Präsident des Rotary Clubs Vorarlberg

  • Geboren: 5. Juni 1973
  • Wohnort: Hard
  • Ausbildung: Gelernter Tischler und Masterstudium in Architektur
  • Beruf: Tischler, Architekt und Inhaber der Tischlerei Bereuter in Lingenau
  • Familie: Verheiratet, vier Kinder, ein Enkelkind
  • Hobbys: Kultur, Konzerte, Reisen und Kajakfahren

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