Statt nach Hause geht’s zum Finale nach Leipzig

Bezauer “Roboter-Team” hatte schon resigniert, schaffte dann aber doch die Qualifikation.
Bezau, Innsbruck Was für eine Meisterleistung – nicht nur vor der Jury in Innsbruck, sondern auch hinter den Kulissen, wo sich dramatische Szenen abspielten, ehe sich das Team der Bezauer Wirtschaftsschulen beim Österreich-Finale der First-Lego-League (FLL) in Innsbruck für das große Finale in Leipzig qualifizieren konnte. Dort wollen die “Robotiker” aus dem Bregenzerwald die Früchte ihrer Arbeit ernten.

Wieder in der Endrunde
Der Reihe nach: Seit vielen Jahren wird in den DACH-Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz) ein Wettbewerb für Technik-Freaks ausgeschrieben. Hunderte Schulen bestreiten nationale Ausscheidungen. Bezau war zum zehnten Mal dabei, 2024 standen die Wälder in Davos im Finale, ein Jahr zuvor gelang in Dresden sogar der Sieg in der Kategorie Grundwerte.

Die Österreich-Ausscheidung fand kürzlich in Innsbruck statt. Drei der 18 Finalisten stellte Vorarlberg: neben dem Bezauer Team auch das Team Vorarlbär vom BG Dornbirn und Syntaxerror von der HTL Bregenz. Gewertet wird in vier Kategorien (Grundwerte, Forschung, Roboterdesign und Robot-Game) und in Summe der Gesamtsieger ermittelt.

Wir glaubten uns draußen
Im Vorjahr war für die Wälder schon in der Landesausscheidung Endstation, umso größer waren heuer die Erwartungen von Titanilla Demeter, Claudio Kaufmann, Jonas Meusburger, Pius und Paul Eberle, Lara Ritter sowie Anastasija Terzic aus den ersten drei Handelsakademie-Klassen. Auch die Coaches Veronika Nicklaser und Kurt Heim und deren Assistenten Richard Dür und Katharina Heim warfen viel Erfahrung in die Waagschale. In der Vorrunde klappte es wie am Schnürchen, als zweitbestes Team schafften es die Wälder in die nächste Runde.

Dort dann der Schock: Der Roboter lief nicht mehr so sauber wie in der Vorrunde, Punkt um Punkt blieb auf dem Spielfeld liegen und am Ende blieb nur noch Frust. “Das war’s wohl, wir glaubten uns draußen und packten zusammen”, erinnert sich Kurt Heim an das vermeintliche Ende. Die Kisten mit dem ganzen Equipment waren in den Autos verstaut, im Hotel wurde ausgecheckt und die Heimreise angetreten.

Im Wettlauf gegen die Zeit
Doch dann die Nachricht, die alles veränderte: “Es hat doch noch für die Endrunde gereicht”, so das Ergebnis der Jury. “Da haben wohl auch die anderen Teams in der Zwischenrunde gepatzt”, fand Kurt Heim eine Erklärung für die überraschende Wende und startete ein schwieriges Unterfangen – den Wettlauf gegen die Zeit, denn jetzt mussten die Roboter und das ganze Material aus den Kisten wieder herausgeholt und in aller Eile einsatzbereit gemacht werden. Zu diesem handwerklichen Kraftakt kam auch noch das psychische Moment: “Unser Team musste von jetzt auf gleich den ganzen Frust beiseiteschieben und sich wieder voll konzentriert auf die alles entscheidende Präsentation fokussieren.”

Stockerl und Ticket für Leipzig
Dass es unter diesen Voraussetzungen nicht optimal läuft, ist verständlich – aber vielleicht reicht es doch wenigstens zum dritten Platz und das dritte Ticket für Leipzig. Totale Spannung bei der Siegerehrung – der dritte Platz geht an … die Intelligenten Enten aus Wien. Wieder lange Gesichter beim Team aus dem Wald, doch das ändert sich schlagartig. “Platz zwei für die Bezauer Wirtschaftsschulen”, verkündete der Jury-Vorsitzende. Dass die Schule in Stainz mit ihrem Projekt “Remint” den Sieg in die Steiermark holte, ging im Wälder Jubel unter – dieses Trio wird Österreich Ende April in Leipzig vertreten.
Und das heißt, die Arbeit beginnt von vorn: Projekt optimieren, Fehler ausmerzen, um in Leipzig in Hochform anzutreten. STP


