„Das Dorf soll davon profitieren“: Bürserberg plant ein Hotel mit Mehrwert für die Einheimischen

Ein neues Hotel soll die Einhornbahn absichern und das Dorfzentrum beleben. Nach acht Jahren Diskussion liegt nun ein Konzept vor, das kürzlich den Bürserbergern präsentiert wurde.
Bürserberg Größer denken: Das war das Motto des kooperativen Planungsverfahrens für Bürserberg Boden. Angefangen hat alles vor acht Jahren mit der Idee eines neuen Hotels, um als Gemeinde mehr Einnahmen zu generieren. Bis zur Präsentation der Ergebnisse war es ein „harter Kampf“ und ein „langer, langer Weg“, sagte Bürgermeister Fridolin Plaickner. Nun ist er mehr als zufrieden.


„Die Bahn darf keinesfalls stillstehen“
Bürserberg braucht eine neue Bahn. Die Konzession der jetzigen Einhornbahn I läuft 2028 aus. Mit einer Übergangsregelung wäre ein Betrieb bis 2029 möglich. „Es ist wichtig, die Bahn am Leben zu erhalten und weiterhin vom Dorf auf die Tschengla zu kommen. Die Bahn darf keinesfalls stillstehen“, betonte Plaickner. Um die benötigte Auslastung der Bahn garantieren zu können, braucht es mehr Gästebetten in Bürserberg. Doch man wollte nicht einfach irgendwo ein Hotel bauen, sondern es soll sich gut in den bestehenden Dorfkern integrieren. Deswegen hat das Raumplanungsbüro stadtland ein kooperatives Planungsverfahren gestartet.


Das Planungsteam, bestehend aus den Architekten Matthias Hein, Gerhard Gruber und Simone Burtscher, hatte einen „unverdorbenen“ Blick auf Bürserbergs Entwicklungspotenziale gehabt, „weil wir die sieben Jahre davor nicht kennen“, so Hein. Die Architekten brachten neuen Input ein und verwarfen die ursprüngliche Variante, das Hotel am Ortsrand zu bauen. Dieser Standort sei viel zu weit vom Ortskern entfernt und bringe der Bevölkerung keinen Mehrwert. Gerhard Gruber betonte: „Wir sind nicht das Feigenblatt für ein hübsches Hotel, wo wir es nicht sehen.“

Neuer Dorfplatz
Das Hotel soll gegenüber dem Gemeindeamt an der Straße in Richtung Tschengla gebaut werden. Die drei Kubaturen stehen im Dreieck zueinander, sodass mittig ein neuer Dorfplatz entsteht. Ein öffentliches Restaurant sowie ein neuer Gemeindesaal im Untergeschoss sollen wieder Leben nach Bürserberg Boden bringen. „Das Dorf soll davon profitieren“, so Gruber. Wichtig war deshalb die fußläufige Erreichbarkeit.


Für das Dorfhotel mit rund 200 Betten und 100 Zimmern samt Tiefgarage wurden bereits die Grundstücksbesitzer gefragt. Sie sind einverstanden, solange das Projekt eine positive Entwicklung für Bürserberg bewirkt. „Uns geht es um das gesamte Dorf“, sagt Grundstücksbesitzer Werner Dreier. Die „Hofsituation“ zwischen den Kubaturen habe laut Gruber „viel Potenzial“, um dort Veranstaltungen abzuhalten. Vizebürgermeister Florian Neyer schaue „genau darauf, dass das so gebaut wird und wir auf Kurs bleiben“. Der größte Pluspunkt sei, „dass wir endlich wieder ein Gasthaus im Dorf hätten“.

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Für den ursprünglich vorgesehenen Standort am Siedlungsrand ist nun ein Waldcampingplatz geplant. Bereits jetzt befindet sich am Ortseingang von Bürserberg ein Campingplatz. Dieser könnte erweitert werden, sobald Zech Kies sein Kiesabbaugebiet wieder aufgeschüttet, geebnet und mit Bäumen bepflanzt hat.

Peggy Meyer befürwortet die Hotelpläne, sieht den Waldcampingplatz jedoch aufgrund der Nähe zur Hauptverkehrsstraße kritisch. Die Bäume würden zu langsam wachsen, um den Straßenlärm wirksam abzuhalten. „Außerdem muss man die Fläche für die schweren Campingwagen versiegeln, da sie sonst bei Schlagwetter im weichen Waldboden steckenbleiben.“ Margit Dreier findet das neue Hotel „eine Bereicherung für unser Dorf“. Auch den Waldcampingplatz hält sie für „eine gute Idee“. Armin Mair freut sich auf das neue Gasthaus: „Für die Dorfbelebung ist es wichtig, dass wir einkehren können.“


Im nächsten Schritt wird das Ergebnis des kooperativen Planungsverfahrens in der Gemeindevertretungssitzung beschlossen. Anschließend plant die Firma Prodinger das Hotel weiter und führt Gespräche mit potenziellen Investoren.

Die Pläne



