Vom Nachwuchs ins „Eins“: Dornbirn-Talent vor dem Durchbruch

Allrounder Linus Zoppel (19) steht exemplarisch für den neuen Weg beim FC Dornbirn.
DORNBIRN. Linus Zoppel ist 19 Jahre alt und verkörpert wie kaum ein anderer Spieler den Weg, den der FC Dornbirn seit der Wintervorbereitung konsequent eingeschlagen hat. Die Rothosen setzen verstärkt auf Eigenbauspieler, auf Kontinuität und Identifikation, und Zoppel ist eines der sichtbaren Beispiele dieser Strategie. Der gebürtige Dornbirner durchlief seit der U7 sämtliche Nachwuchsstationen des Traditionsvereins, entwickelte sich Schritt für Schritt und schaffte früh den Sprung in den Erwachsenenfußball.
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In der Saison 2024/2025 kam er bereits auf elf Einsätze in der ersten Kampfmannschaft und schnupperte als 18-Jähriger Regionalliga-West-Luft. Parallel dazu absolvierte er zwölf Partien für die zweite Mannschaft in der Landesliga-Meistersaison und war fixer Bestandteil der zweiten Kampfmannschaft. Bereits zuvor hatte er als Achtzehnjähriger alle 26 Spiele in der zweiten Garnitur bestritten und sich dort als Stammkraft etabliert. Insgesamt stehen in seiner noch jungen Laufbahn 186 Meisterschaftsspiele und 20 Tore zu Buche, 37 Einsätze davon für die beiden Kampfmannschaften der Rothosen.

Im Herbst kamen vier Kurzeinsätze im „Eins“ dazu, insgesamt 55 Minuten auf Regionalliga-Niveau. Diese Spielzeit war umso bemerkenswerter, weil ihn im Mai 2025 ein Wadenbeinbruch im Training ausgebremst hatte. „Ich habe im Training leider eine schlimme Verletzung erlitten. Trotzdem habe ich dann mit unserem Physio eine gute Reha gemacht. Es hat lange gedauert, aber jetzt bin ich wieder fit und gesund, Gott sei Dank“, sagt Zoppel. Die Rückkehr erfolgte Schritt für Schritt.

Der starke Linksfuß ist in der Abwehr und im Mittelfeld variabel einsetzbar und kann auf mehreren Positionen spielen. Besonders die Außenbahn entspricht seinem Profil. „Am besten gefallen mir die beiden Positionen auf der Außenbahn, weil man sowohl vorn als auch hinten viel investieren muss. Aber die Konkurrenz ist groß“, erklärt er. Die Flexibilität betrachtet er als entscheidenden Faktor im modernen Fußball. „Ich glaube, mittlerweile ist es im Fußball ohnehin so, dass eigentlich keiner nur eine bestimmte Position hat, sondern variabel eingesetzt wird.“

Sportlich gibt er die Richtung klar vor. „Ich hoffe, dass es für die Top 3 reicht.“ Der Traum vom Profifußball bleibt im Hinterkopf, steht aber nicht über der Entwicklung. „Natürlich ist es immer ein Traum. Aber ich fokussiere mich auf diese und nächste Saison.”

Dass der FC Dornbirn diesen Kurs ernst meint, zeigt der Blick auf den Kader. Neben Zoppel gehören mit dem fix gesetzten Innenverteidiger Ben Brzaj, Valentin Ebner, Thierno Bah, Eliah Durak, Serdar Calim und Ömer Corbaci weitere Eigenbauspieler zum Aufgebot der ersten Mannschaft. Sieben von zwanzig Feldspielern stammen aus dem eigenen Nachwuchs, also mehr als ein Drittel. Linus Zoppel steht exemplarisch für diesen Dornbirner Weg – und vieles deutet darauf hin, dass sein endgültiger Durchbruch im „Eins“ nur noch eine Frage der Zeit ist. VN-TK
