Wohin nach der Matura? Siebtklässler des BG Lustenau erkunden Berufswelt

VN / 09.03.2026 • 15:00 Uhr
Moritz und Mia vom BG Lustenau schnuppern in den Krankenhausalltag in Dornbirn,
Moritz und Mia vom BG Lustenau schnuppern in den Krankenhausalltag in Dornbirn,Bernadette von Sontagh

Mit dem Projekt “Preview” schnuppern Schüler in ihre Traumberufe.

Lustenau Die Frage, wie es nach der Matura weitergeht, beschäftigt die Siebtklässler des BG Lustenau in diesem Schuljahr besonders intensiv. “Im Rahmen unseres Berufsorientierungsprojekts ‚Preview‘ lernen die Schüler viel über sich selbst, ihre Interessen und Talente und erwerben zudem wirtschaftliche Grundkenntnisse”, erklärt Professorin Barbara Nenning, eine der Projektverantwortlichen. Ziel der Schule ist es, die Jugendlichen frühzeitig auf die Zeit nach der Matura vorzubereiten, deshalb ist “Preview” ein fixer Bestandteil des Lehrplans in der siebten Klasse. In der aktuellen siebten Klasse entschieden sich die 18 Schülerinnen und Schüler für unterschiedlichste Praktikumsplätze, die zum Großteil in Vorarlberg, aber auch in Städten wie Wien, Lachen (Schweiz), Mailand und Mainz angesiedelt sind. Während der Praktikumswoche sammelten die Jugendlichen erste Erfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern, stellten Fragen und prüften, ob die jeweiligen Tätigkeiten zu ihren eigenen Vorstellungen passen könnten.

Antonia lernt an Modellen, wie man Füllungen am Zahn legt.
Antonia lernt an Modellen, wie man Füllungen am Zahn legt.

Große Vorfreude vor dem ersten Tag

“Ich war richtig nervös vor dem Start der Praktikumswoche”, gesteht Antonia Weh (16), die ihr Praktikum bei einem Lustenauer Zahnarzt absolvierte. Schon nach kurzer Zeit hatte sie sich ins Team integriert, trug Kasak und Namensschild und durfte direkt bei der Behandlung von Patienten assistieren. “Ich darf helfen und habe sogar an Zahnmodellen Füllungen gelegt”, berichtet Antonia begeistert. Ihr Berufswunsch steht bereits fest: “Ich möchte Zahnärztin werden.” In dieser Woche kann sie den Alltag in einer Zahnarztpraxis hautnah miterleben. Zahnarzt Dr. von Sontagh unterstützt das Berufsorientierungsprojekt, das in dieser Form einzigartig am Lustenauer Gymnasium ist. “Ich finde es großartig, dass die Schüler schon während der Schulzeit in ihre Wunschberufe hineinschnuppern können. So wissen sie frühzeitig, ob das Studium wirklich zu ihnen passt, und verlieren keine wertvolle Zeit”, betont er.

Max ist positiv überrascht von der Arbeit als Arzt. Er kann sich vorstellen, Medizin zu studieren.
Max ist positiv überrascht von der Arbeit als Arzt. Er kann sich vorstellen, Medizin zu studieren.

Vielseitige Einblicke am Arbeitsplatz

Auch Max, Moritz und Mia sammeln im Krankenhaus Dornbirn wichtige Erfahrungen. “Ich weiß noch nicht genau, was ich nach der Schule machen möchte, wollte aber im Krankenhaus herausfinden, was mir am meisten zusagt”, erzählt Mia Grabher (17). Gemeinsam mit Moritz Pfeiffer ist sie in der Ambulanz tätig und lernt unter anderem, wie man Gipsverbände anlegt. Klassenkollege Max Oesterreich durfte bei einer Stent-Operation durch eine Glasscheibe zusehen und ist begeistert: “Eigentlich wollte ich wegen des langen Medizinstudiums nicht ins Krankenhaus. Jetzt, wo ich den Alltag miterlebe, finde ich es spannend und kann mir sogar vorstellen, Medizin zu studieren”, verrät er.

Nadica pflegt Katzen im Tierheim Dornbirn.
Nadica pflegt Katzen im Tierheim Dornbirn.

Im Tierheim Dornbirn unterstützt Nadica Komnenovic (16) das Team in der Katzen-Quarantänestation. Sie versorgt die Tiere und erhält einen umfassenden Einblick in die Tierpflege. “Mich interessiert die Arbeit mit Tieren sehr, und hier bekomme ich wertvolle Erfahrungen”, sagt sie. Ihr Berufswunsch steht ebenfalls fest: Sie möchte Tierärztin werden. Seit dem Schuljahr 2002/2003 bietet das BG Lustenau das Berufsorientierungsprojekt “Preview” an. Es hat bereits vielen Schülern einen erfolgreichen Start ins Studium oder ins Berufsleben ermöglicht. Schon bald werden die Jugendlichen ihre Erkenntnisse, die sie bei Preview gemacht haben, in der Aula der Schule der breiten Öffentlichkeit präsentieren. BVS 

Antonia weiß: Sie will Zahnärztin werden.
Antonia weiß: Sie will Zahnärztin werden.